IG BCE Innovationsforum Energiewende: Vorrang für Speicher und Netze

EEG: Plädoyer für neue Prioritäten

Das vor fünf Jahren ins Leben gerufene „Innovationsforum Energiewende" der IG BCE (kurz: If.E) wirbt für eine Politik, die Energie für Bürger und Industrie wieder bezahlbar macht. Auf einer Konferenz am 20. April dazu standen innovative Technologien für die Energiespeicherung und ein beschleunigter Ausbau der Energienetze im Fokus.

Mit dem Slogan „Teurer Strom darf nicht verloren gehen!“ wirbt das Innovationsforum Energiewende der IG BCE für innovative Speichertechnologien. Den Startschuss für die Informationskampagne gab der Vorsitzende Michael Vassiliadis auf der 4. Betriebsrätekonferenz in Berlin im April 2016. - Foto: © IG BCE/Gero Breloer
Mit dem Slogan „Teurer Strom darf nicht verloren gehen!“ wirbt das Innovationsforum Energiewende der IG BCE für innovative Speichertechnologien. Den Startschuss für die Informationskampagne gab der Vorsitzende Michael Vassiliadis auf der 4. Betriebsrätekonferenz in Berlin im April 2016. - Foto: © IG BCE/Gero Breloer

Unter anderem auf jährlichen Betriebsrätekonferenzen moderiert das If.E eine Debatte zwischen allen Akteuren der Energiewende. Dabei geht es immer wieder um die Frage, wie der Ausbau der erneuerbaren Energien gleichermaßen sicher und kosteneffizient weitergeführt werden kann. Auf der vierten Konferenz dieser Art, die Mitte April 2016 in Berlin stattfand, standen zwei besonders wichtige Komponenten für eine erfolgreiche Energiewende im Vordergrund: innovative Speichertechnologien und ein beschleunigter Netzausbau.

Für eine bessere Energiewende

„Wir kämpfen nicht gegen die Energiewende, sondern für eine bessere. Für eine Energiewende, in der Vernunft und die richtige Balance zwischen Lasten und Gewinnern regieren“, stellte der IG BCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis gleich zu Beginn klar. Ideologische Verklärung der Ziele und grüne Visionen alleine seien kein tragfähiges Zukunftskonzept für ein politisches Projekt dieser Größenordnung. Vielmehr sei die Zeit fünf Jahre nach Fukushima nun reif, die Prioritäten der Energiewende neu zu ordnen.

Auch der brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke warb für Korrekturen. Beim Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) werde zu stark ökologisch-ideologisch statt ökonomisch argumentiert und gehandelt, sodass die Bedürfnisse der Industrie zu sehr ins Hintertreffen gerieten. „Dabei macht die Industrie zu 25 bis 30 Prozent den Wohlstand des Standorts Deutschlands aus. Das müssen wir in der öffentlichen Debatte immer wieder verdeutlichen.“ Als politischer Vertreter des „Energie-Bundeslands“ Brandenburg wisse er nur zu gut, was ein gesellschaftlicher Strukturwandel, wie ihn die Energiewende zwangsläufig mit sich bringe, bedeute.

Zubau an Netzausbau koppeln

Der sächsische Staatssekretär Erhard Weimann listete nicht nur die diversen Preistreiber des EEG auf, sondern richtete auch eine klare Forderung an die Bundespolitik. Es gelte, den aus seiner Sicht „bisher größten Sündenfall“ der Energiewende anzupacken: „Der weitere Zubau der Erneuerbaren muss streng an den Netzausbau gekoppelt werden.“

Michael Vassiliadis bat um Unterstützung für den „Aktionsplan Energiewende“ der IG BCE. „Wir brauchen eine große Initiative für Speichertechnologien. Das Ziel muss sein, zwei Wochen trübe Flaute im Winter überbrücken zu können.“ Mit einer Informationskampagne lenke die IG BCE in den kommenden Monaten den Blick auf zwei große Baustellen der Energiewende: die Marktreife neuer Speichertechnologien sowie den dynamischeren Ausbau der Energienetze.

Mehrere Unternehmensvertreter hatten dafür bereits konkrete Ideen im Gepäck: Diese reichten von der Entwicklung von Großbatterien, über die Nutzung überschüssiger Energie aus erneuerbaren Quellen für Wärme oder für die Umwandlung in Wasserstoff bis hin zu Potenzialanalysen für wirtschaftlich tragfähige Lastenverschiebungs- und Zwischenspeicherungsmodelle. Einig waren sich die potenziellen „Problemlöser“ jedoch darin, dass ohne die geeigneten politischen Rahmenbedingungen nicht alle gleichermaßen technologisch machbaren wie ökonomisch sinnvollen Technologien bis zur Marktreife weiterentwickelt werden können.

Debatte über EEG-Reform

Statt weiterhin Subventionen rein in den Ausbau der erneuerbaren Energien zu stecken, sei deshalb nun dringend die Förderung von Speicherlösungen angezeigt. Zudem wurde die Entwicklung eines solidarischen Finanzierungssystems statt des bisherigen EEG-Umlage-Modells als notwendiges politisches Reformvorhaben genannt. Auch der VCI regt ein alternatives Finanzierungsmodell für das EEG an und moderiert dazu unter anderem in den sozialen Netzwerken eine breit angelegte Debatte mit möglichst vielen Interessenbeteiligten.

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