VCI-Position zu einem Ausstieg aus der Kohlestromversorgung

Bezahlbarer Strom und sichere Versorgung wichtig

Der Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung sieht eine Kommission vor, die bis Ende 2018 auch Vorschläge zu einem „Kohleausstieg“ erarbeiten soll. Noch haben sich die Parteien nicht auf einen Zeitpunkt für eine mögliche Beendigung der Kohleverstromung in Deutschland festgelegt. Die Folgen eines solchen Schritts für eine sichere Energieversorgung und wettbewerbsfähige Strompreise wollen aber gut überlegt sein.

Für die chemische Industrie als größten Stromverbraucher in Deutschland ist eine verlässliche und wettbewerbsfähige Stromversorgung enorm wichtig. Gleichzeitig betont der VCI in einem neuen Positionspapier zum Thema, dass die Branche einen weltweit ambitionierten Klimaschutz unterstützt. Zur Umsetzung der langfristigen Klimaziele gehört, dass die Braun- und Steinkohleverstromung sich auch in Deutschland stetig verringert, da nachhaltige Vermeidungstechnologien für CO2-Emissionen in der Kohleverstromung nicht existieren.

Es gibt aber verschiedene Wege zum Ziel: In Europa existiert der EU-Emissionshandel (Emissions trading scheme, ETS), der über eine langfristige Verknappung der Zertifikatemenge zu einer Minderung von Treibhausgasen in der europäischen Stromerzeugung führen wird. Der ETS ist daher gut geeignet, die gewünschte Transformation auch in puncto Kohleverstromung umzusetzen und die Klimaziele zu erfüllen. Zusätzlich müssen laut VCI aber auch Sektoren wie Verkehr und Gebäude, die nicht vom Emissionshandel erfasst sind, angemessene Beiträge für die Erreichung der Klimaziele erbringen.

Wirtschaftliche Folgen mitbedenken

In Hinblick auf einen Ausstieg aus der Kohleverstromung in Deutschland fordert der VCI daher eine ideologiefreie und technologieoffene Diskussion, die vor allem eine nachhaltige Verringerung der Treibhausgasemissionen verfolgt. Unabhängig davon, mit welchen Maßnahmen die Verringerung der Kohleverstromung und schließlich der Ausstieg erreicht werden soll, müssen die Auswirkungen in Richtung Klima- und Umweltschutz ebenso bedacht werden wie die betriebs- und volkswirtschaftlichen Effekte und die Folgen für Netzstabilität und Versorgungssicherheit. Einschränkungen sind hier für die chemische Industrie grundsätzlich nicht akzeptabel und müssen ausgeschlossen werden. Auch dürfen sich laut VCI die Strombezugskosten für die industriellen Verbraucher im internationalen Vergleich durch einen Kohleausstieg nicht erhöhen.

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Dieser Artikel ist im chemie report 05/2018 erschienen.

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Ansprechpartner

Ass. jur. Tara Nitz

E-Mail: nitz@vci.de