Forderungen an die kommende Bundesregierung

Memorandum des Chemie-Mittelstandes: Kostenstopp für die Energiewende!

Der Mittelstand der chemischen Industrie hat in einem Memorandum an die kommende Bundesregierung ein sofortiges Aussetzen der EEG-Förderung für Neuanlagen gefordet, um einen weiteren Kostenanstieg für Wirtschaft und Verbraucher zu verhindern. Nachfolgend der Wortlaut des Memorandums:

Chemiebranche: Das EEG hat eine gefährliche Kostenlawine besonders für KMU ausgelöst. © M. Schuppich - Fotolia.com
Chemiebranche: Das EEG hat eine gefährliche Kostenlawine besonders für KMU ausgelöst. © M. Schuppich - Fotolia.com

„Ohne Kostenstopp fährt die Energiewende an die Wand! Die immer weiter steigenden Kosten belegen: Wir stehen schon kurz vor dem Aufprall. Der Umbau der Energieversorgung in Deutschland hat sich zu einer gefährlichen Kostenlawine für alle Verbraucher entwickelt. Besonders für kleine und mittlere Unternehmen sind die weiter anschwellenden Kosten insbesondere durch die EEG-Umlage nicht weiter tragbar. Bricht der industrielle Mittelstand als Säule des Wohlstands in unserem Land wegen untragbarer Energiekosten ein, hätte das negative Folgen für Unternehmen und Arbeitsplätze.

2011 hatte die Bundesregierung zugesagt, dass die Umlage nicht über 3,5 Cent pro Kilowattstunde steigen wird. Derzeit liegt sie bei 5,3 Cent pro Kilowattstunde. Schon heute zahlt die chemische Industrie 800 Millionen Euro pro Jahr. Diese Belastung wird im Wesentlichen von der mittelständischen Chemie getragen. Im nächsten Jahr wird die Umlage nochmals deutlich höher liegen. Die energieintensivsten Unternehmen sind von der EEG-Umlage weitgehend ausgenommen. Das ist richtig und erforderlich für den Erhalt der industriellen Struktur in Deutschland. Die Politik muss an diesen Entlastungen festhalten. Gleichzeitig darf sie nicht weiter tatenlos zusehen, wie die Energiekosten sowohl für die privaten Verbraucher als auch den Mittelstand stetig steigen.

Strom - ein essenzieller Produktionsfaktor

Strom ist auch für die mittelständische Industrie ein essenzieller Produktionsfaktor und muss bezahlbar bleiben. Auch im Mittelstand der chemischen Industrie gibt es zahlreiche energieintensive Produktionsprozesse, bei denen die Energiekosten eine wichtige Rolle als Standortfaktor im internationalen Wettbewerb spielen. Durch steigende Ausgaben für den immer höheren Strompreis fehlen den Unternehmen Mittel an anderen Stellen und verhindern Investitionen, durch die neue Arbeitsplätze erst entstehen können. Unternehmer brauchen zudem verlässliche Rahmenbedingungen als Basis für ihre unternehmerischen Planungen. Unternehmen und ihre Mitarbeiter müssen sich darauf verlassen können, dass die Energiekosten hierzulande bezahlbar bleiben und eine sichere Versorgung am Standort Deutschland gewährleistet ist.

Die neue Bundesregierung muss nach der Wahl mit einem Sofortprogramm reagieren, um weiteren Schaden von unserem Industrieland mit seinen einzigartigen Wertschöpfungsketten abzuwenden. Das Fördersystem für erneuerbare Energien steht auf einem falschen Fundament: Es ist vollkommen ineffizient und geht zu Lasten aller Stromverbraucher!

Bis die echte, bereits von allen Parteien angekündigte grundlegende Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes erfolgt ist und die künftige Förderung kostenoptimiert geregelt wird, brauchen wir ein sofortiges Aussetzen der Förderung für Neuanlagen! Nur so kann es gelingen, den weiteren Anstieg der EEG-Umlage und den damit einhergehenden Schaden für Wirtschaft und Verbraucher zu dämpfen. Diese Sofortmaßnahme ist nicht gegen die Energiewende gerichtet, sondern verschafft Zeit, im Rahmen eines echten Projektmanagements die erkannten Zielkonflikte und Probleme bei der Energiewende wirksam zu lösen. Wir brauchen eine Energiewende, die für Wirtschaft und Verbraucher bezahlbar bleibt.“

Über 90 Prozent der Chemieunternehmen in Deutschland zählen zum Mittelstand. Insgesamt arbeiten hierzulande rund 160.000 Menschen in kleinen und mittleren Chemiebetrieben. Das ist deutlich mehr als ein Drittel aller Arbeitsplätze in der chemischen Industrie. Mittelständische Unternehmen tragen pro Jahr rund 30 Prozent zum Gesamtumsatz der Branche bei und erwirtschafteten zuletzt Umsätze in Höhe von rund 60 Milliarden Euro.

Folgende Unternehmen tragen das Memorandum:

A
Advansa GmbH, Agfa-Gevaert HealthCare GmbH, Akzo Nobel Functional Chemicals GmbH, Akzo Nobel Industrial Chemicals GmbH, Albrecht GmbH, ALK-Abelló Arzneimittel GmbH, Aliseca GmbH, Almawin Reinigungskonzentrate GmbH, ALTANA AG, ALTECO Technik GmbH, AlzChem AG, APO-CARE PHARMA GmbH, ARALON GmbH, Arichemie GmbH, Asahi Kasei Spandex GmbH, ASiRAL Industriereiniger GmbH, ASK Chemicals GmbH, athenstaedt GmbH & Co KG

B
Baerlocher GmbH, basi Schöberl GmbH & Co. KG, BATCHWERK GmbH, BeautyCom GmbH, BEGAPINOL Dr. Schmidt GmbH, bene-Arzneimittel GmbH, Beromin GmbH, Biologische Heilmittel Heel GmbH, Bitterfeld Wolfen, Börlind Gesellschaft für kosmetische Erzeugnisse m.B.H., BORNIT-Werk Aschenborn GmbH, BRAUNS-HEITMANN GmbH & Co. KG, BrüggemannChemical L. Brüggemann, KG, Budich GmbH

C
CABOT GmbH, CARBO Kohlensäurewerke GmbH & Co. KG, CBW Chemie GmbH, CC - Dr. Schutz GmbH, certoplast Vorwerk & Sohn GmbH, Chemetall GmbH, CHEMEX GmbH, Chemion Logistik GmbH, Cheminova Deutschland GmbH & Co. KG, Chemische Fabrik Wülfel GmbH & Co. KG, Chemisch-Pharmazeutische Fabrik Göppingen, Carl Müller, Apotheker GmbH & Co. KG, Chemtura Organomettalics GmbH, CHESTERTON International GmbH, CHT R. Beitlich GmbH, CORDENKA GmbH & Co. KG, Crespel & Deiters GmbH & Co. KG, Cyberbond Europe GmbH

D
Dachziegelwerke NELSKAMP GmbH, DBH Osthandelsgesellschaft mbH, DELO Industrieklebstoffe GmbH & Co. KGaA, DHW Deutsche Hydrierwerke GmbH Rodleben, Dow Corning GmbH, Dr. August Wolff GmbH & Co. KG, Dr. A.Conrads Lacke GmbH & Co, KG, Dralon GmbH, Dr. Demuth GmbH & Co KG Derisol Lackfarbenfabrik, Dr.O.K.Wack Chemie GmbH/Zestron, Dr. Paul Lohmann GmbH KG, DSM International Products GmbH

E
Emil Frei GmbH & Co. KG Lackfabrik, EPI-COS GmbH, Ernst Diegel GmbH, ESK – SIC GmbH, Eurokern Gießereitechnik GmbH, Ewald Dörken AG Herdecke

F
Feidal Lackfabrik GmbH & Co. KG, Fermit GmbH, FERRING Arzneimittel GmbH, Ferro GmbH, fit GmbH, Flint Group Germany GmbH, Fluorchemie Dohna GmbH, Fluorchemie Stulln GmbH, Follmann & Co. GmbH & Co. KG, Foseco Europe, Friedrich Pietzcker Lack- und Farbenfabrik

G
GECHEM GmbH & Co KG, G.E. Habich´s Söhne GmbH & Co. KG, GEHOLIT + WIEMER Lack- und Kunststoff-Chemie GmbH, GLENWOOD GMBH, Gludan (Deutschland), GRÄSOLIN-Lackfabrik GmbH

H
Hahl Filaments GmbH, Haltermann GmbH, HAPILA GmbH, Hansa Group AG, Herbacin cosmetic GmbH, Harold Scholz & Co. GmbH, Hermann Kröner GmbH, HOBUM Oleochemicals GmbH, Höchst KG, Hostmann-Steinberg GmbH, Hüttenes - Albertus Chemische Werke GmbH

I
ICL Fertilizers Deutschland GmbH, IGS Aerosols GmbH, InfraLeuna GmbH, InfraServ GmbH & Co, InfraServ GmbH & Co. Gendorf KG., InfraServ GmbH & Co. Knapsack KG, Infra-Zeitz Servicegesellschaft mbH, Inver GmbH

J
Jäckering Mühlen- und Nährmittelwerke GmbH

K
Karl Pfisterer GmbH & Co. Brezellauge KG, Karl Wörwag Lack- und Farbenfabrik GmbH & Co. KG, KLB Kötztal Lacke + Beschichtungen GmbH, KLEBCHEMIE M.G. Becker GmbH + Co. KG, Klocke-Gruppe (IDT-Biologika GmbH), Kodak Graphic Communications GmbH, Koemmerling Chemische Fabrik GmbH, KÖSTER BAUCHEMIE AG, Kurt Obermeier GmbH & Co. KG

L
Landshuter Lackfabrik, Lankwitzer Lackfabrik GmbH, LIFOCOLOR FARBEN GmbH & Co KG, LOOP GMBH, Lubrizol Deutschland GmbH, LUGATO GmbH & Co. KG

M
maleco Farbwerk GmbH Lack- & Farbenfabrik, Mapei, Masterbatch Winter Herstellungs- u. Vertriebs GmbH, MC-Bauchemie Müller GmbH & Co. KG, medphano Arzneimittel GmbH, Messer Industriegase GmbH, MIPA AG, MSW – CHEMIE GmbH, MÜNZING CHEMIE GMBH

N
Nabaltec AG, Nitrochemie Aschau GmbH, NQR Nordische Quecksilber Rückgewinnung GmbH, Novasep Synthesis,

O
Oncotec Pharma Produktion GmbH, Otto Bollmann GmbH & Co. KG

P
Peter Greven Physioderm GmbH, Peter Kwasny GmbH, PETROFER CHEMIE H. R. Fischer GmbH & Co KG, Pharmorgana GmbH, PHP Fibres GmbH, PIGROL Farben GmbH, Poliboy Brandt & Walther GmbH, POLY-CHEM AG, Praxair Deutschland GmbH

R
Raschig GmbH, Reincke Naturfarben GmbH, Rembrandtin Powder Coating GmbH, Remmers Baustofftechnik GmbH, Repha GmbH Biologische Arzneimittel, RINGE + KUHLMANN GmbH & Co. KG, Rufin cosmetic GmbH

S
Sachtleben Chemie GmbH, SAKRET GmbH, SanderStrothmann GmbH, Sasol Germany GmbH, Sasol Solvents Germany GmbH, Sauerstoffwerke F. Guttroff GmbH, Sauerstoffwerk Friedrichshafen, Sauerstoffwerk Steinfurt E. Howe GmbH & Co KG, Schäfer Additivsysteme, Schumann & Sohn GmbH, Sebapharma GmbH&Co. KG, Sigma-Aldrich Chemie GmbH, Steuler Services GmbH & Co. KG, Solvay Fluor GmbH, SONAX GmbH, Sopro Bauchemie GmbH, SOVA GmbH, Spiess-Urania Chemicals GmbH, Starcke GmbH & Co. KG, Sto AG, Süd-West-Chemie GmbH, Südwest Lacke + Farben GmbH & CoKG, SW color Lackfabrik GmbH, Symbiopharm GmbH

T
TAD Pharma GmbH, Teleplast GmbH & Co KG, TESIUM GmbH, TETENAL Europe GmbH, Trevira GmbH, TROY Chemie GmbH, Tyczka Industrie-Gase GmbH, Tyczka Kohlensäure GmbH

U
ULRIC DE VARENS GmbH, United Initiators GmbH & Co. KG, Ursapharm Arzneimittel GmbH

V
Vesuvius GmbH, Vinnolit GmbH & Co. KG, VITAL Pharma GmbH, VITO Irmen GmbH & Co. KG, Votteler Lackfabrik GmbH & Co. KG

W
Wall Chemie GmbH, Warner Chilcott Deutschland GmbH, Waschmittelwerk Genthin GmbH, WEILBURGER Graphics GmbH, Weiss Chemie + Technik GmbH & Co. KG, Westfalen AG, Wetzel GmbH, WeylChem Frankfurt GmbH, WeylChem Griesheim GmbH, WeylChem Höchst GmbH, Widmann Gase GmbH, Worlée-Chemie GmbH, W. Quandt Dachbahnen- und Dachstoff-Fabrik GmbH & Co. KG, Wirtschaftsgenossenschaft deutscher Tierärzte e. G.

Z
Zobel Chemie GmbH, Zschimmer & Schwarz GmbH & Co. KG

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Dr. Jörg Rothermel

E-Mail: rothermel@vci.de