Kernenergie

Ausgleichsmodell für zusätzliche Laufzeitmengen

Der VCI schlägt vor, dass bestimmte zweckgebundene Elektrizitätsmengen im Rahmen der sicherheitstechnischen Möglichkeit nicht auf die festgelegte Reststrommenge angerechnet werden. Der Erzeuger kann wählen, ob er die Strommenge laufzeitwirksam oder nicht laufzeitwirksam vermarktet

Das Atomgesetz legt Reststrommengen für den Betrieb von kerntechnischen Anlagen fest. Die Berechtigung zum Betrieb erlischt, wenn die individuell für die Anlage festgelegte Elektrizitätsmenge produziert ist.

Voraussetzung für eine nicht laufzeitwirksame Vermarktung ist die Lieferung des Stroms zu einem Preis „Vollkosten+X“ wobei mit X vor allem eine angemessene Eigenkapitalverzinsung der Versorger abgedeckt wird. Darin ist auch die Absicherung für Wartungszeiträume und Ausfälle des entsprechenden Kraftwerks enthalten.

Die Strommenge, die der Erzeuger nicht laufzeitwirksam vermarkten will und der Strompreis für diese Strommenge, wird jährlich bis zum 30.06. festgelegt.

Nicht laufzeitwirksam vermarktete Strommengen werden über die Übertragungs-netzbetreiber zu 50 Prozent an energieintensive Unternehmen und zu 50 Prozent an einen Energie-Fonds gewälzt.

Energieintensive Unternehmen

  • Ein Unternehmen oder Unternehmensteil ist entsprechend § 41 EEG 2009 energieintensiv, wenn es einen Stromverbrauch größer 10 GWh/a hat und das Verhältnis der Stromkosten zur Bruttowertschöpfung des Unternehmens 15 Prozent überschritten hat.
  • Die Unternehmen geben bis zum 30.6. des Jahres ihren Mengenbedarf gegenüber dem Netzbetreiber an. Er darf maximal 50 Prozent der festgestellten Härtefallmenge betragen.
  • Unterschreitet die von den Erzeugern zur Verfügung gestellte Menge den Bedarf, wird der angemeldete Mengenbedarf jedes Unternehmens gleichförmig gekürzt. Überschreitet die von den Erzeugern zur Verfügung gestellte Menge den Bedarf fließt der Überschuss dem Fonds zu.
Energie-Fonds
  • Der Fonds vermarktet die ihm zur Verfügung gestellten Mengen an der Strombörse. Das Delta zwischen dem gezahlten Preis (Vollkosten + X) und dem Börsenpreis dient der finanziellen Speisung des Fonds.
  • Die erzielten Mittel sollen dem Verbraucher zu Gute kommen, durch Investitionen in Energieeffizienz und Entlastungen beim Ausbau der erneuerbare Energien.
  • Im Bereich der Erneuerbaren Energien sollen die Belastungen aus bestehenden Maßnahmen dauerhaft gesenkt werden. Um dies zu erreichen werden die Erlöse als Kofinanzierungsinstrument des bestehenden EEG-Umlagesystems genutzt. Maßnahmen zur Energieeffizienz werden mittels der Finanzierung von Gebäudesanierungsprogrammen gestützt.

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Dr. Jörg Rothermel

E-Mail: rothermel@vci.de