Forum Zukunft „Chemie macht elektromobil“

Elektromobilität: Die Neuerfindung des Autos

"Wir brauchen eine Neuerfindung des Autos“, sagte Dr. Klaus Engel, Vorsitzender des Verbands der Chemischen Industrie (VCI), auf dem Forum Zukunft „Chemie macht elektromobil“ am 7. April 2011 in Berlin. Mit der bloßen Optimierung des Verbrennungsmotors kann der Verkehrssektor keinen wesentlichen Beitrag zur Senkung der Kohlendioxid-emissionen leisten. Erdöl ist auch viel zu wertvoll, um es zu verbrennen, so Engel weiter. Mit dem Elektroauto gäbe es eine echte Alternative zu Diesel und Benzin, selbst wenn der Verbrennungsmotor noch in den nächsten 20 Jahre vorherrschend sei.​

Vor rund 150 Teilnehmern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verbraucher- und Umweltverbänden brach der VCI-Vorsitzende eine Lanze für die Elektromobilität und betonte die Bedeutung der Elektrochemie bei der Entwicklung hocheffizienter Batterien als Energiespeicher. „Die Elektrochemie schafft die Lösung für das Speichern von Energie. Nur mit hocheffizienten Batterien als Energiespeicher können die Potenziale von Wind und Sonne auch im Auto eingesetzt werden“, so Engel. Der Einsatz von Strom aus erneuerbaren Energien in Elektrofahrzeugen setzt allerdings Investitionen in die Infrastruktur voraus. Denn der Strom aus Wind- und Sonnenenergie muss dorthin transportiert werden, wo er gebraucht wird.

Engel unterstrich, wie wichtig die Elektromobilität für den Industriestandort Deutschland ist. „Sie öffnet technologische Türen zum Wohlstand des 21. Jahrhunderts. Die Anwendung und Produktion dieser Technologien ist daher für das Industrieland Deutschland extrem wichtig.“ Vorsichtig geschätzt ginge es international um einen dreistelligen Milliarden-Euro-Markt.

Zur Rede von VCI-Präsident Dr. Engel

Sonderprogramm Elektromobilität soll fortgesetzt werden

„Das Thema Elektromobilität ist in Deutschland angekommen“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Hans-Joachim Otto (FDP), in seiner Rede. Deutschland bringe die Voraussetzungen mit, bei der Elektromobilität Marktführer zu werden. „Die chemische Industrie leistet dazu einen wichtigen Beitrag“, so Otto. Vor allem in den Schwellenländern sieht der Staatssekretär ein „Riesenpotenzial“. „Wir müssen so viel besser sein wie wir teurer sind.“ Auch für moderne Recyclingverfahren „brauchen wir die Chemie“, zumal Deutschland ein rohstoffarmes Land sei.

Otto hob auch das Engagement der Bundesregierung hervor, etwa mit der Einrichtung der Nationalen Plattform für Elektromobilität und bereitgestellten Forschungsgeldern von 500 Millionen Euro. Zudem kündigte der Parlamentarische Staatssekretär an, dass es ab 2012 eine Fortsetzung des Sonderprogramms Elektromobilität aus dem Sonderkonjunkturprogramm II geben werde.

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Ansprechpartner

Dr. Martin Reuter

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