Innovations-Update Nr. 7: Stets liquide

Wieviel Chemie steckt in Solarthermie?

Sonnenkollektoren sind eine technische Innovation, die die Energiewende unterstützt – und an der die Chemie ihren Anteil hat.

Spätestens die Stromrechnung weist aus, wieviel Energie für die Warmwasserbereitung benötigt wird. Wie gut, dass man die Badewanne auch mithilfe der Sonne befüllen kann. © Fotolia - reimax16
Spätestens die Stromrechnung weist aus, wieviel Energie für die Warmwasserbereitung benötigt wird. Wie gut, dass man die Badewanne auch mithilfe der Sonne befüllen kann. © Fotolia - reimax16

Was steckt in einer Solarthermie-Anlage? Unter anderem Wärmeträgerflüssigkeiten. Sie sind das „Blut“ im Organismus einer solarthermischen Anlage. Den steten Fluss der Trägerflüssigkeit ermöglichen chemikalische Anwendungen. Liquidität ist nicht nur eine Frage des Geldes, sondern eine Zentralfunktion der Chemie.

Ein wichtiges „Bauteil“ der Solarthermie-Anlage ist flüssig: die Wärmeträgerflüssigkeit. Sie nimmt die Sonnenwärme auf und transportiert sie vom Kollektor zum Wärmespeicher. Die Anforderungen für diesen Job liegen nahe: Die Substanz muss leichtflüssig sein, Wärme gut speichern und transportieren und darf keine Ablagerungen im System hinterlassen. Wasser bringt alle diese Eigenschaften mit sich. Solarthermie-Systeme sind aber ganzjährig mit der Flüssigkeit befüllt. Deshalb muss in der Regel ein Frostschutzmittel zugegeben werden. Hier kommt meist Propylenglykol zum Einsatz. Es verhindert das Gefrieren des Wassers bis zu 28° C. Soweit der „Hausgebrauch“ zur Warmwassergewinnung. Für Solarkraftwerke, die in industriellem Maßstab Strom erzeugen, werden derzeit hitzestabile Silikonöle oder Salzschmelzen als Wärmeträgerfluid getestet.

Für die Entwicklung solcher Innovationen braucht die chemische Industrie eine verlässliche Energiepolitik. Diese Innovationskraft setzt das EEG heute nur bedingt frei.

Wir als chemische Industrie plädieren für eine Reform des EEG, zu der Sie hier weitere Gesichtspunkte kennenlernen können .