Die Energiewende neu ausrichten: Das EEG um neue Dimensionen erweitern

EEG springt zu kurz, wenn Energiewende allein auf Deutschland fokussiert. Europäische Dimension konzeptionell in EEG Reform einbeziehen: umfassende Energienetze, Einsatz deutscher Technik in wärmeren Gegenden. Auch Klimaschutz braucht internationale Lösungen. Große Vision der Energiewende heißt Europa!

Die Energiewende ebenso wie Klimaschutz und Emissionshandel brauchen internationale Lösungen. Eine Reform des EEG muss daher die europäische Dimension gleich mit denken. - Foto: © INFINITY - Fotolia.com
Die Energiewende ebenso wie Klimaschutz und Emissionshandel brauchen internationale Lösungen. Eine Reform des EEG muss daher die europäische Dimension gleich mit denken. - Foto: © INFINITY - Fotolia.com

Europa bietet Vorteile – auch in der Energiepolitik. Warum ist das beim EEG wichtig? Eine europäische Dimension der Energiewende hat viel zu bieten. Beispielsweise liefert eine Solarzelle in Südeuropa viel mehr „Sonnenausbeute“ (sprich: Energie) als beispielsweise im Schwarzwald. Bei der Gasversorgung, aber auch in der konventionellen Energieversorgung, denken wir schon europäisch. Bei der Stromversorgung mit erneuerbaren Energien aber zu wenig. Die Möglichkeiten für eine stärkere Vernetzung sind längst da: Europa hat ein funktionierendes Stromnetz, das noch weiter ausgebaut werden muss. Damit könnten die Versorgung leichter gesichert und die Kosten gesenkt werden. Die Energiewende sollte deshalb stärker an Europa andocken, nach dem Motto: Wir können vieles gut, aber nicht alles am besten; und ganz oft auch nicht allein.

Ein anderer Punkt wird selten beachtet: Das EEG ist auch als Instrument für den Klimaschutz gedacht. Es stimmt: Deutschland kann seine eigene CO2-Bilanz aufpolieren, indem erneuerbare Energien die CO2-intensivere Stromproduktion aus Kohle- und Gaskraftwerken ersetzen. Allerdings bringt das für das Weltklima direkt nichts. Denn der CO2-Ausstoß in der Stromerzeugung wird europaweit geregelt, über den europäischen Emissionshandel. Im Rahmen des Emissionshandels werden exakt so viele Emissionsberechtigungen zur Verfügung gestellt, wie die Klimaschutzziele an Emissionen noch zulassen. Deshalb ist der Emissionshandel auch das einzige Instrument, das die Erfüllung der Klimaziele garantiert.

Deutschland ist Teil dieses Systems: Wenn hierzulande mehr erneuerbare Energien installiert werden, die weniger CO2 verursachen, werden dadurch auf europäischer Ebene CO2-Zertfikate frei. Diese können in anderen Bereichen oder in anderen EU-Ländern zur CO2-Emission eingesetzt werden. Insgesamt wird deshalb europaweit kein Gramm weniger CO2 ausgestoßen, wenn Deutschland bei der Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien CO2 einspart. Die Emissionen werden nur verschoben, insgesamt aber nicht gemindert. Dieser Zusammenhang wird aus VCI-Sicht in der Debatte häufig außer Acht gelassen. Erneuerbare Energien sind eine Möglichkeit, Klimaschutz zu betreiben, keine Frage. Das können sie aber effektiv innerhalb des Emissionshandels nicht tun.