Interview mit dem Hauptgeschäftsführer des VCI

Utz Tillmann zum VCI-Vorschlag für die Finanzierung des künftigen Ausbaus erneuerbarer Energien

Die chemisch-pharmazeutische Industrie schlägt vor, neue Anlagen für Strom aus erneuerbaren Energien ab 2019 aus dem Bundeshaushalt fördern. VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann erklärt den Stellenwert des VCI-Ansatzes zur Haushaltsfinanzierung für die Branche.

VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann erläutert den Vorschlag des VCI für eine Finanzierung des künftigen Ausbaus erneuerbarer Energien.aus dem Bundeshaushalt. Auch bei den Parteien und in der Öffentlichkeit sei die Erkenntnis angekommen, dass die bisherige Finanzierung über die EEG-Umlage nicht nachhaltig ist. © VCI / René Spalek
VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann erläutert den Vorschlag des VCI für eine Finanzierung des künftigen Ausbaus erneuerbarer Energien.aus dem Bundeshaushalt. Auch bei den Parteien und in der Öffentlichkeit sei die Erkenntnis angekommen, dass die bisherige Finanzierung über die EEG-Umlage nicht nachhaltig ist. © VCI / René Spalek

Herr Tillmann, warum schlägt der VCI vor, den Ausbau der erneuerbaren Energien aus dem Bundeshaushalt zu finanzieren?

Nur sehr wenige mittelständische Unternehmen können Ausnahmeregelungen in Anspruch nehmen. Wir fordern deshalb seit Jahren eine Entlastung für den Mittelstand. Die immer höheren Energiekosten werden allem durch die steigende EEG-Umlage verursacht. Bislang sind die Reformversuche der Politik zu zaghaft geblieben, so dass die Belastung für die Unternehmen stetig gewachsen ist. Wir haben daher einen Vorschlag entwickelt, von dem wir glauben, dass er für die Politik innerhalb der fiskalischen Spielräume realistisch umsetzbar ist und mittelfristig eine Entlastung für alle Verbraucher bringt.

An der derzeitigen EEG-Umlage würde sich dadurch unmittelbar nichts ändern, sollte man nicht auch an die EEG-Altlasten ran?

Wir haben verschiedene Modelle geprüft - auch die Option, dass die bestehende EEG-Umlage aus Bundesmitteln finanziert wird. Allerdings ist die Umlage mittlerweile auf über 24 Milliarden Euro im Jahr angewachsen. Das über den Haushalt zu finanzieren ist unrealistisch. Wir setzen daher auf einen Systemwechsel, mit dem die Kosten aus dem heutigen EEG erstens nicht weiter steigen und zweitens mittelfristig kontinuierlich sinken. Das ist entscheidend für die Planungssicherheit der Unternehmen.

Welche Chance sehen Sie, dass sich das VCI-Modell auch in den Programmen der Parteien für die Bundestagswahl widerspiegelt?

Wir stellen unseren Ansatz den Parteien vor und werden dafür als beste Lösung für die Verbraucher in Sachen Energiewende werben. Wir haben bisher unterschiedliches Feedback in politischen Gesprächen erhalten. Ein Grundgedanke kommt aber bei vielen der Gespräche auf: Die Finanzierung des Ausbaus der erneuerbaren Energien mittels der EEG-Umlage ist nicht nachhaltig. Hier muss sich etwas ändern. Dass das Motto einer alternativen Finanzierung in den Parteien und der Öffentlichkeit angekommen ist, sehe ich ein Stück weit auch als Erfolg unserer politischen Arbeit und unserer Kommunikationsstrategie an: Die Politik kann das Thema nicht weiter ignorieren.

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Ansprechpartner

Sebastian Kreth

E-Mail: kreth@vci.de