Stichwort „Eigenstrom“: 5-teilige Serie zur Bedeutung der Eigenstromversorgung für die deutsche Chemie-Industrie

Teil 2: Eigenstromversorgung: In vielen Bereichen alternativlos

Durch Eigenstrom- und Wärmeversorgung werden die Bedürfnisse der deutschen Industriestandorte optimal und kostengünstig gedeckt.

Kraft-Wärme-Kopplung liefert Wärme in Form von Dampf und zugleich Strom - direkt vor Ort, wo es benötigt wird. Effizienter geht es nicht. © Bigstock: zlikovec
Kraft-Wärme-Kopplung liefert Wärme in Form von Dampf und zugleich Strom - direkt vor Ort, wo es benötigt wird. Effizienter geht es nicht. © Bigstock: zlikovec

Teil 2 der 5-teiligen Serie zur Bedeutung der Eigenstromversorgung für die deutsche Chemie-Industrie:

Die Eigenversorgung mit Strom und Wärme über Kraft-Wärme-Kopplung stellt sicher, dass die deutschen Chemiestandorte ausreichend Energie für ihre Produktionsprozesse zur Verfügung haben. Und dass diese so effizient wie möglich hergestellt wird.

Da die chemische Industrie für ihre Produktionsprozesse in erster Linie Wärme in Form von Dampf braucht, ist die Herstellung dieses Dampfes direkt an den Standorten am sinnvollsten und kostengünstigsten. Bei der Dampferzeugung in den Kraftwerken wird durch Kraft-Wärme-Kopplung zugleich Strom "mitproduziert". Diese Art der Eigenenergieversorgung ist sehr effizient.

Und sie trägt auch zur Wettbewerbsfähigkeit bei: Durch ihre Eigenstrom- und Wärmeversorgung werden die Bedürfnisse der deutschen Industriestandorte optimal und kostengünstig gedeckt. Nur so haben die Unternehmen im internationalen Wettbewerb angesichts hoher Energiepreise in Deutschland eine Chance. Somit ist die Eigenerzeugung eine wichtige Voraussetzung, um zugleich industrielle Prozesse zu sichern und die Unternehmen mit ihren Arbeitsplätzen zu erhalten. Selbstverständlich beziehen viele Unternehmen vor allem Strom - und in kleinem Maßstab auch Wärme - auch von außen. An jenen Standorten, an denen sich Kraft-Wärme-Kopplung aber etabliert hat und die Produktion darauf ausgerichtet ist, macht eine Umstellung keinen Sinn, solange die Brennstoffpreise und die politischen Rahmenbedingungen stimmen.

Wenn man über "Alternativen" spricht, könnte man auch über erneuerbare Energien nachdenken. Es ist auf heutigem Stand jedoch nicht möglich, die Eigenstromversorgung der Chemie auf erneuerbare Energien umzustellen. Zwar gibt es keine Zahlen darüber, wie hoch genau der Anteil der Erneuerbaren an der heutigen Eigenstromproduktion ist, er dürfte aber in der chemischen Industrie verschwindend gering ausfallen. Regenerative Energiequellen sind aufgrund ihrer unzureichenden Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit nicht geeignet, um große Anlagen mit Grundlaststrom zu versorgen. Zudem würde hier der Faktor Effizienz (gleichzeitige Produktion von Wärme und Strom) wegfallen. Gerade durch ihre hohe Effizienz braucht die Eigenstromerzeugung aber auch aus klimapolitischer Hinsicht keine "Alternative". Kraft-Wärmekopplung trägt aufgrund der hohen Wirkungsgrade wesentlich zur Versorgungssicherheit bei und schont gleichzeitig Ressourcen und Klima.

Hier finden Sie die anderen Teile zu unserer Eigenstrom-Serie: