Stichwort „Eigenstrom“: 5-teilige Serie zur Bedeutung der Eigenstromversorgung für die deutsche Chemie-Industrie

Teil 1: Modell für Effizienz und Klimaschutz

Rund ein Viertel ihres Gesamtbedarfs an Strom wird durch die chemische Industrie „inhouse“ erzeugt und verbraucht.

Die Chemie setzt vielerorts auf Kraft-Wärme-Kopplung. Damit erzeugt sie nicht nur Strom, sondern auch die Wärmeenergie für Ihre Prozesse. © Fotolia: travaganT
Die Chemie setzt vielerorts auf Kraft-Wärme-Kopplung. Damit erzeugt sie nicht nur Strom, sondern auch die Wärmeenergie für Ihre Prozesse. © Fotolia: travaganT

Teil 1 der 5-teiligen Serie zur Bedeutung der Eigenstromversorgung für die deutsche Chemie-Industrie:

Eigenstromversorgung spielt in der deutschen Chemie-Industrie eine große Rolle: An vielen Standorten gibt es eigene Kraftwerke, welche die dortigen Industrieanlagen in erster Linie mit Wärme (Dampf), aber darüber hinaus auch mit Strom versorgen. Betrieben werden diese weit überwiegend mit Erdgas. Sie gelten als besonders effizient und als wichtiger Beitrag zum Klimaschutz.

Wärme ist Grundvoraussetzung, um chemische Prozesse betreiben zu können. Wie wichtig sie ist, kann man schon an einer einzigen Zahl ablesen: Mehr als 90 Prozent ihrer benötigten Wärme erzeugt die Chemie selbst. Sie tut das vor allem in Kraftwerken mit sogenannter Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Der Vorteil: Zusätzlich zur Wärme wird aus den Brennstoffen auch Strom erzeugt. Indem die Chemie auf Kraft-Wärme-Kopplung setzt und zusätzlich Reststoffe aus ihrer Produktion verbrennt, kann sie etwa 20 Prozent ihres Strombedarfs decken. Die Chemie erzeugt und verbraucht auf diese Weise heute etwa 13 Millionen MWh Strom selbst, sie deckt damit rund ein Viertel ihres Gesamtbedarfs an Strom (rund 52 Mio. MWh).

Diese Form der Energieproduktion ist besonders ressourcenschonend: Durch die gleichzeitige Erzeugung von Wärme und Strom wird der Brennstoff teils über 85 Prozent energetisch genutzt. Dahingegen lässt selbst ein modernes, jedoch nur Strom produzierendes Kondensationskraftwerk (zum Beispiel mit Kohle betrieben) etwa die Hälfte des Energiegehaltes des Brennstoffs ungenutzt. Zudem betreibt die Chemie vielfach Verbundstandorte, die auch energetisch optimal vernetzt sind. So kann zum Beispiel anfallende Wärme aus der einen Produktion in einem anderen Produktionszweig verwendet werden.

Sowohl Kraft-Wärme-Kopplung als auch die Reststoffverbrennung sind seit Jahrzehnten integraler Bestandteil der Eigenenergieversorgung der chemischen Industrie. Auch in der Politik gelten sie als Vorzeigeprojekte für effiziente Energieerzeugung und als Leuchttürme für Klimaschutz. Durch die hohe Effizienz sind sie zusätzlich Garant für die Wettbewerbsfähigkeit und damit Teil des Markenkerns der Verbundstandorte in Deutschland.

Hier finden Sie die anderen Teile zu unserer Eigenstrom-Serie: