Auf dem Prüfstand: Das EEG schafft viele Probleme

EEG hat Ausbau erneuerbarer Energien eingeleitet. EEG verursacht Probleme, über die wir reden müssen. Versorgung, technischer Umbau und gesellschaftliche Fragen stehen bei EEG Reform zur Debatte.

Die Probleme des EEG gehören auf die Tagesordnung unserer Volksvertreter. - Foto: © Marco2811 - Fotolia.com
Die Probleme des EEG gehören auf die Tagesordnung unserer Volksvertreter. - Foto: © Marco2811 - Fotolia.com

Mittlerweile gehören Windparks und Solardächer zu Deutschland wie Premium-Autos und Oktoberfest. Es ist gut, dass Deutschland sich für den Ausbau erneuerbarer Energien einsetzt. Diese sind aber weit davon entfernt, die alleinige Verantwortung für die Versorgung eines Industrielandes übernehmen zu können. Zudem sorgt der Umbau des Energiesystems für viele technische und gesellschaftliche Probleme:

  • Wie stark muss das Netz ausgebaut werden?
  • Entlang welcher Strecken erfolgt der Netzausbau?
  • Wie kann er mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien Schritt halten?
  • Wie ist der Flächenbedarf für den Ausbau von Windenergie an Land mit dem immer knapper werdenden Flächenangebot vereinbar?
  • Und viele weitere Probleme.

Um diese zu beheben, muss die Politik eine Reparatur nach der anderen planen und ständig neue energiewirtschaftliche Regelungen schaffen, um die Stellschrauben der Energiewende immer wieder zu justieren. Es entsteht zunehmend der Eindruck, dass die Politik das Problem nicht in den Griff bekommt.

Stichwort Versorgungssicherheit: Mit steigendem Anteil erneuerbarer Energien wird auch die Frage immer dringender, wie zuverlässig Energie zur Verfügung steht. Visionen à la „Im Jahr XY haben wir 100 Prozent Erneuerbare“ klingen gut, treffen in der Realität aber schnell auf Grenzen. Denn die Ausbauziele zu schaffen ist nur die halbe Miete: Bereits heute liefern Wind, Sonne und Co. an guten Tagen mehr Strom als nötig, an sonnenarmen Tagen mit wenig Wind dagegen viel zu wenig. Die Vollversorgung eines Industrielands können Erneuerbare erst übernehmen, wenn es zum Beispiel entsprechende Stromspeicher gibt, die diese Schwankungen ausgleichen. Die Chemie und viele andere Branchen brauchen aber eine sichere Versorgung und teilen dieses Interesse mit den privaten Haushalten. Heute kann die Versorgungssicherheit zu den Zeiten, in denen erneuerbare Energien wenig Strom liefern, nur mit konventionellen Kraftwerken gewährleistet werden.

Es gibt weitere offene Fragen: Bereits jetzt gibt es Engpässe beim Stromtransport. Wie kommt der Windstrom von Deutschlands Küsten in die Verbraucherzentren im Süden und Westen? Hier stehen wir vor einer Mammutaufgabe. Der Netzausbau kostet eine Menge Geld und sorgt für viel Diskussionsstoff bei Bürgerversammlungen in ganz Deutschland. Windstrom ja, Strommasten nein, heißt es vielerorts. Die Sorgen und Bedenken der Bürger muss die Politik ernst nehmen, sonst wird das gesamtgesellschaftliche Projekt Energiewende nicht gelingen. Für den Ausbau der erneuerbaren Energien heißt das: Er muss sich an dem Ausbau der Netze orientieren. Sonst droht ein Überangebot an Strom, der in ausländische Netze gedrängt werden muss, dort die Märkte durcheinanderbringt und Deutschland viel Geld kostet. Oder aber erneuerbare Anlagen müssen immer häufiger ihre Produktion drosseln, werden aber trotzdem für die nicht produzierte Menge Strom vergütet.