Produktverantwortung

Leitfaden für die Zusammenlagerung von Chemikalien

Der VCI hat einen "Leitfaden für die Zusammenlagerung von Chemikalien" für Lagerbetreiber, Kunden, Wiederverkäufer und Anwender erarbeitet. Diese stehen häufig vor der Frage, welche Produkte mit unterschiedlichen Gefahrenmerkmalen zusammen gelagert werden können und welche Bedingungen dabei eingehalten werden müssen.

Leitfaden für die Zusammenlagerung von Chemikalien

Mit Veröffentlichung der TRGS 510 im Oktober 2010 fand eine Konsolidierung der speziellen Regelungen zur Lagerung von Gefahrstoffen in einer neuen umfassenden Regelung statt. Gleichzeitig ist das VCI-Konzept für die Zusammenlagerung von Chemikalien in angepasster Form in diese Technische Regel integriert worden. Das VCI-Konzept ist damit abgelöst und bleibt nur noch aus Bestandsschutzgründen für eine Übergangszeit von uns weiter veröffentlicht.

In der Praxis steht man häufig vor der Frage, ob Produkte mit unterschiedlichen Gefahrenmerkmalen zusammengelagert werden können und welche Bedingungen dabei eingehalten werden müssen. Auch die Frage, inwieweit Produkte, die keiner Gefahrenkennzeichnung bedürfen, einem Gefahrstofflager zugeleitet werden können, ist von Interesse.

Das Konzept beinhaltet die aus der Sicht der Lagersicherheit erforderliche Klassifizierung aller zu lagernden Produkte entsprechend ihren produktspezifischen Gefahrenmerkmalen in so genannten Lagerklassen. Darauf bauen sich dann Regeln für die Separat- bzw. Zusammenlagerung von Produkten unterschiedlicher Lagerklassen auf. Grundlagen dieses Systems sind Gesetze, Vorschriften und Technische Regeln der Bundesrepublik Deutschland, die sich mit der Lagerung von Chemikalien befassen. Darüber hinaus werden auch Zusammenlagerungsregeln für nichtgefährliche Produkte empfohlen, um das Gefährdungspotential beim Lagern umfassend beurteilen zu können.

Dieser Leitfaden entbindet in keinem Fall von der Verpflichtung zur Beachtung der gesetzlichen Vorschriften. Der Leitfaden wurde mit großer Sorgfalt erstellt. Dennoch übernehmen der Verfasser und der Verband der Chemischen Industrie e.V. (VCI) keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben, Hinweise, Ratschläge sowie für eventuelle Druckfehler. Aus etwaigen Folgen können deswegen keine Ansprüche weder gegen den Verfasser noch gegen den Verband der Chemischen Industrie e.V. geltend gemacht werden. Der VCI haftet nicht für Schäden durch die Nutzung der zur Verfügung gestellten Informationen. Dies gilt nicht, wenn sie vom VCI oder seinen Erfüllungsgehilfen vorsätzlich oder grob fahrlässig verursacht wurden.

Das Urheberrecht dieses Leitfadens liegt beim VCI. Die vollständige oder auszugsweise Verbreitung des Textes ist nur gestattet, wenn Titel und Urheber genannt werden.

Inhalt

  1. Einleitung
  2. Lagerklassen (LGK)
    1. Gründe für die Bildung von Lagerklassen
    2. Einstufung in Lagerklassen
    3. Beschreibung der Lagerklassen
  3. Regeln für die Zusammenlagerung von Produkten
    1. Allgemeine Regeln
    2. Zusammenlagerungstabelle
    3. Ausnahmeregeln für die Hinzulagerung von Kleinmengen in Lägern über
    4. Ausnahmeregelungen für Kleinläger bis 5 t.3
    5. Tabelle: „Ausnahmeregelungen für Kleinmengen und Kleinläger“
  4. Abkürzungsverzeichung

Einleitung

Chemikalien müssen sicher gelagert werden. Dieser "Leitfaden für die Zusammenlagerung" hilft Betreibern, Kunden, Wiederverkäufern und Anwendern dabei. Die chemische Industrie fördert damit Kenntnis und Verständnis über den Umgang mit Chemikalien - ganz im Sinne der internationalen Responsible-Care-Initiative.

Dieser Leitfaden enthält Zusammenlagerungsregeln für Chemikalien. Grundlage dieses Leitfadens sind deutsche Gesetze, Vorschriften und Technische Regeln, die sich mit der Lagerung von Chemikalien befassen. Darüber hinaus werden Empfehlungen, Veröffentlichungen und Diskussionspapiere von Verbänden und Firmen berücksichtigt.

Der Leitfaden gilt insbesondere für chemische Stoffe, Zubereitungen, Erzeugnisse sowie Hilfs- und Betriebsstoffe (nachfolgend Produkte genannt), wenn diese in Verpackungen und ortsbeweglichen Behältern gelagert werden. Sollen z. B. Packmittel oder technische Materialien zusammen mit chemischen Produkten gelagert werden, so ist auf sie das Konzept sinngemäß anzuwenden.

Das Konzept findet keine Anwendung auf:

  • ortsfeste Behälter, Tanklager
  • Massengutläger (z.B. Schüttgüter, Fließgüter)
  • Bereitstellungsflächen