Aus dem chemie report 01-2010

Die guten Beispiele zum Vorbild nehmen

Im Editorial des chemie report 01-2010 lobt der Präsident des VCI das Engagement für Produktsicherheit auf globaler Ebene. ​​

Prof. Dr. Ulrich Lehner © VCI
Prof. Dr. Ulrich Lehner © VCI

Es hat sich viel getan in unserer Branche, seit der VCI vor einem Jahr in einer Spezialausgabe des chemie report die Motive, Ziele und Inhalte der globalen Produktstrategie (GPS) des Weltchemieverbandes ICCA vorgestellt hat. Zur Erinnerung: Zentrales Anliegen des Programms ist es, die großen Unterschiede im Chemikalienmanagement zwischen Entwicklungs-, Schwellen- und Industrieländern zu verringern und so mehr Produktsicherheit und gleichzeitig faire Spielregeln für den Wettbewerb auf globaler Ebene zu schaffen. Was als theoretisches Konzept schnell auf Zustimmung stößt, muss aber auch in die Praxis umgesetzt werden. Dafür braucht es Vorbilder, an denen sich andere Unternehmen orientieren können.

Fünf Mitgliedsunternehmen des VCI haben diese Aufgabe übernommen und bei der Umsetzung von GPS Vorarbeit geleistet. Sie stellen in dieser Ausgabe des chemie report beispielhaft vor, wie sie die globale Produktstrategie mit Leben erfüllen − hier in Deutschland, in Osteuropa, den USA, China oder Indien. Diese Spanne zeigt: Produktverantwortung in den deutschen Chemieunternehmen reicht schon heute weit über die nationalen Grenzen hinaus. Die Fallbeispiele belegen auch: Produktverantwortung setzt auf Transparenz durch geeignete Information gegenüber der Öffentlichkeit. Dazu eignen sich vor allem firmeneigene Internetseiten. Und sie sucht aktiv den Dialog mit Kunden und Lieferanten über den sicheren Umgang mit chemischen Stoffen.

Synergien mit REACH und GHS erleichtern die Umsetzung von GPS in Deutschland und der EU erheblich. Die formalen Anforderungen zu Stoffinformationen und zur Kommunikation in der Wertschöpfungskette sind dadurch bereits weitestgehend von den Unternehmen erfüllt. Denn für wohl keinen anderen Industriezweig in der EU − insbesondere in Deutschland − gilt ein so dichtes Netz von gesetzlichen Vorschriften wie für die Chemie. Dabei haben umweltschonende Produktion und sichere Verwendung ihrer Produkte für die chemische Industrie unabhängig von gesetzlichen Vorgaben einen besonderen Stellenwert. Unsere brancheninterne Initiative „Responsible Care” ist seit vielen Jahren Ausdruck dieses Selbstverständnisses.

In einer Zeit globalisierter Warenströme muss sich Produktverantwortung möglichst global definieren. Tatsache ist: Im Jahr 2008 wurden weltweit chemische Erzeugnisse im Wert von rund 1,1 Billionen Euro exportiert. Treten Gesundheits- oder Umweltprobleme bei der Anwendung chemischer Stoffe auf, bleiben die Folgen in der Regel nicht auf das Herkunftsland beschränkt. Und negative Schlagzeilen überspringen durch das Internet nationale Grenzen in Bruchteilen von Sekunden. Sie können daher die Akzeptanz der chemischen Industrie bei Kunden und Investoren, Konsumenten, Behörden und breiter Öffentlichkeit weltweit beeinträchtigen.

Deshalb liegt es im ureigenen Interesse der deutschen Branche als eine der führenden Chemienationen, dass weltweit vergleichbare Sicherheitsstandards für die Produktion und Handhabung von Chemikalien etabliert werden. Die Umsetzung der globalen Produktstrategie trägt langfristig dazu bei, das Vertrauen der Kunden und der Öffentlichkeit in die Sicherheit unserer Produkte rund um den Globus zu festigen. Ich fordere daher die Mitgliedsfirmen des VCI auf: Unterstützen Sie das Projekt, nehmen Sie diese Beispiele als Anregung für die eigene Umsetzung.

Professor Dr. Ulrich Lehner
Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI)

Hier gelangen Sie zum chemie report spezial 01/2010 .

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Stud. Ass. Manfred Ritz

E-Mail: ritz@vci.de