Aus dem chemie report spezial 01-2009

Mehr Sicherheit und fairer Wettbewerb

Im Editorial des chemie report spezial 01-2009 betont der Präsident des VCI die Notwendigkeit weltweit gültiger Standards für Produktsicherheit. ​​​​​​

Prof. Dr. Ulrich Lehner © VCI
Prof. Dr. Ulrich Lehner © VCI

Die Akzeptanz der chemischen Industrie hängt wesentlich davon ab, dass wir der Gesellschaft glaubhaft vermitteln: Unsere Branche nimmt Produktverantwortung sehr ernst – und zwar weltweit. Nur wenn es uns gelingt, über alle geografischen Grenzen hinweg vergleichbare Sicherheitsstandards für die Produktion und Handhabung von Chemikalien zu etablieren, wird uns die Gesellschaft auch in Zukunft das notwendige Vertrauen entgegenbringen. Denn wir wissen aus Erfahrung: In der heutigen Welt der globalisierten Warenströme bleiben Probleme mit der Sicherheit von Produkten nicht auf das Ursprungsland beschränkt. Sie beeinträchtigen die Akzeptanz der chemischen Industrie in vielen Regionen oder Märkten.

Durch die Globalisierung rückt unsere Welt trotz aller kulturellen, religiösen und historischen Unterschiede enger zusammen. Nicht nur wirtschaftlich sondern auch politisch. Internationale Abkommen bauen heute immer häufiger Brücken, die alle Kontinente miteinander verbinden. Die Aktivitäten der Vereinten Nationen, der Welthandelsorganisation WTO, der OECD und anderer internationaler Organisationen wirken sich auch auf die Tätigkeit der Unternehmen unserer Branche in Europa und weltweit aus. Beispiele sind das Rotterdam-Abkommen zum Handel mit gefährlichen Chemikalien, das GHS-System zur Einstufung und Kennzeichnung von chemischen Stoffen oder eben die Strategie zur Minimierung der negativen Auswirkungen von Chemikalien auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt, kurz SAICM.

Basierend auf den Zielsetzungen der Vereinten Nationen hat der Weltchemieverband ICCA die Initiative ergriffen und „Global Product Strategy” (GPS) ins Leben gerufen. Der VCI hat an Struktur und Inhalt dieser Initiative intensiv mitgearbeitet. Die GPS-Initiative soll das Niveau der Produktverantwortung in der chemischen Industrie weltweit verbessern und angleichen. Sie ist vor allem für Regionen und Nationen gedacht, die bislang keine oder nur geringe Standards für einen sicheren Umgang mit Chemikalien besitzen. Auf diesem Weg sollen die gravierenden Unterschiede zwischen Entwicklungs-, Schwellen- und Industrieländern verringert werden, um so gleichzeitig mehr Sicherheit und einen fairen Wettbewerb auf globaler Ebene zu schaffen. Für Chemieunternehmen in der EU geht die Umsetzung von REACH, GHS und GPS Hand in Hand. Wichtig ist, dass die GPS-Anforderungen auch für Stoffe gelten, die an Standorten außerhalb der EU hergestellt und von dort vermarktet werden.

Die GPS-Strategie trägt dazu bei, das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Sicherheit unserer Produkte rund um den Globus weiter zu festigen. Diese Maßnahme sichert so letztlich auch unsere Produktionsstandorte hier in Deutschland. Ich appelliere daher an alle Mitgliedsfirmen des VCI, das Projekt nach Kräften zu unterstützen. Es ist zu unser aller Vorteil.

Professor Dr. Ulrich Lehner
Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI)

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Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Stud. Ass. Manfred Ritz

E-Mail: ritz@vci.de