EU-Chemikalienstrategie

Was ist sicheres und nachhaltiges Design?

26. Juli 2021 | Bericht

Mit einem neuen Konzept will die EU-Kommission Anreize für die Produktion und Verwendung sicherer und nachhaltiger Chemikalien und Materialien schaffen.

Bis 2022 sollen Kriterien für sicheres und nachhaltiges Produktdesign entstehen. © Delux/stock.adobe.com
Bis 2022 sollen Kriterien für sicheres und nachhaltiges Produktdesign entstehen. © Delux/stock.adobe.com

Mit dem Europäischen Green Deal will die EU-Kommission Wirtschaft und Gesellschaft nachhaltiger gestalten. Ein wichtiger Baustein in dem Konzept ist die EU-Chemikalienstrategie, die dem Schutz von Mensch und Umwelt vor negativen Auswirkungen gefährlicher Chemikalien große Aufmerksamkeit widmet. Gleichzeitig sollen sichere und nachhaltige Alternativen gefördert werden. Daher hat die Kommission in der Chemikalienstrategie unter anderem Kriterien für sicheres und nachhaltiges Produktdesign angekündigt. Diese sollen bis 2022 entstehen.

Das Konzept für „Safe and Sustainable by Design“ (SSbD) soll Anreize für die Produktion und Verwendung sicherer und nachhaltiger Chemikalien und Materialien schaffen. Gleichzeitig könnte es aber auch Schwerpunkte im Chemikalienrecht verschieben. Eine zusätzliche Chemikalienregulierung, ergänzend zu den schon existierenden Verordnungen, könnte entstehen.

Studie veröffentlicht

Zum Auftakt der Diskussion über das SSbD-Konzept hat die Generaldirektion für Forschung und Innovation (GD RTD) der EU-Kommission im April 2021 eine Studie herausgegeben. Sie soll als Basis für die Identifizierung von Kriterien für ein sicheres und nachhaltiges Produktdesign dienen. Die Studie beschäftigt sich daher mit der Identifizierung bereits bestehender Maßnahmen und Initiativen zur Umsetzung von Sicherheits- und Nachhaltigkeitskriterien für Chemikalien.

Im Juni 2021 fand dann eine öffentliche Anhörung zum SSbD-Konzept statt, an der sich der VCI für die Branche beteiligt hat. Demnach ist es aus Sicht der chemisch-pharmazeutischen Industrie nötig, zwischen sicherheits- und nachhaltigkeitsbezogenen Kriterien zu unterscheiden.

Alternativen erforschen

Für eine nachhaltige Verwendung von Chemikalien muss der gesamte Lebenszyklus berücksichtigt werden. Dazu zählen für den VCI neben den Auswirkungen auf Mensch und Umwelt auch soziale Aspekte und die Wirtschaftlichkeit ihres Einsatzes. Die Funktion oder die Reaktivität von Stoffen sind oft mit gefährlichen Eigenschaften verbunden. Letztlich entscheidend muss sein, dass diese Chemikalien sicher und unter Ausschluss großer Risiken verwendet werden können.

Alternativen für den Einsatz gefährlicher Chemikalien in der Produktion sollten nach vorheriger Priorisierung entwickelt werden. Aus Sicht des VCI sollte diese Arbeit für Stoffe, die unter REACH als SVHC in Verbraucherprodukten laufen, zuerst beginnen. Um mit einer solchen Substitution gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, sollte nach Lösungen gesucht werden, die einen signifikanten Beitrag zur Senkung von Treibhausgasemissionen über den gesamten Lebenszyklus des Produkts leisten.


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 Martina Schönnenbeck

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Martina Schönnenbeck

Responsible Care, Sustainable Consumption and Production (SCP)