Standpunkt

Mehr Mut zur Innovation spürbar

In der Politik besteht ein parteiübergreifender Konsens dafür, endlich eine steuerliche Forschungsförderung für Unternehmen auf den Weg zu bringen. Sie würde deren Innovationskraft stärken und mehr Wachstum und Steuereinnahmen erzeugen. VCI-Präsident Kurt Bock plädiert dafür, die Förderung so zu gestalten, dass sie allen Unternehmen offensteht. Das käme einem wichtigen deutschen Erfolgsfaktor zugute: der engen Zusammenarbeit zwischen Unternehmen aller Größen in den industriellen Wertschöpfungsketten.

VCI-Präsident Kurt Bock.- Foto: © BASF SE
VCI-Präsident Kurt Bock.- Foto: © BASF SE

Positive Signale für alle, die forschen, entwickeln und sich für Innovation engagieren, spürten wir in den jüngsten Gesprächen des VCI in Berlin mit Vertretern aller Bundestagsfraktionen. Bereits seit langem erkennt die Politik die Bedeutung der Industrie für Wachstum und Wohlstand in Deutschland und würdigt die wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Leistungen der Chemie. Neu ist jedoch nun: Die Politik stellt in Aussicht, in der nächsten Legislaturperiode die Bedingungen für Innovationen konkret zu verbessern.

Vor allem in einem Punkt besteht ein wichtiger parteiübergreifender Konsens: endlich eine steuerliche Forschungsförderung für Unternehmen neben der staatlichen Projektförderung auf den Weg zu bringen.

Neben anderen Branchen hat sich insbesondere die Chemie als besonders forschungsintensiver Sektor jahrelang für dieses Instrument eingesetzt. Doch andere finanzielle Prioritäten der Bundesregierung verhinderten die Umsetzung – trotz der guten Argumente, nicht zuletzt auch aus dem Forschungsministerium: Studien und Untersuchungen zeigen übereinstimmend, dass eine steuerliche Forschungsförderung die Innovationskraft von Unternehmen stärkt und somit mehr Wachstum und Steuereinnahmen erzeugt. Auch Wissenschaftsorganisationen und Expertenkommissionen plädieren deshalb geschlossen dafür. Zumal zwei Drittel der OECD-Staaten mit dem Instrument sehr positive Erfahrungen machen.

Daher brauchen wir auch in Deutschland schnellstmöglich die steuerliche Forschungsförderung, um vergleichbare Bedingungen mit anderen Forschungsstandorten in der Welt zu schaffen. Die Bundesregierung sollte die Förderung so gestalten, dass sie allen Unternehmen offensteht. Dies würde die enge Zusammenarbeit zwischen großen, mittleren und kleinen Unternehmen in den industriellen Wertschöpfungsketten weiter stärken. Sie ist eine Besonderheit des Wirtschaftsstandorts Deutschland und ein wichtiger Erfolgsfaktor.

2.000 Unternehmen in der chemisch-pharmazeutischen Industrie setzen darauf, dass das langjährige Projekt der steuerlichen Forschungsförderung endlich auch in Deutschland Realität wird.

Dr. Kurt Bock
Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI)

Ansprechpartner:
dialog@vci.de

Zum chemie report 04/2017


Die Chemie- und Pharma-Branche ist überzeugt: Gute und nachhaltige Industriepolitik ist nicht nur für die betroffenen Unternehmen relevant – sondern für die Gesellschaft als Ganzes. Deshalb regen wir einen Diskurs über die industriepolitischen Aspekte der Bundestagswahl am 24. September 2017 an: Mehr auf unserer Seite www.vci.de/btw17

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