So wird Deutschland Innovationsweltmeister

Kooperationen vereinfachen

Für Menschen gilt dasselbe wie für Unternehmen: Den passenden Partner zu finden, ist eine entscheidende Grundlage für eine erfolgreiche gemeinsame Zukunft. Dies gilt umso mehr, wenn brillante Ideen in neue Produkte umgewandelt werden sollen. Damit dies gelingt, kooperieren die Chemieunternehmen mit anderen. Das allein reicht aber nicht. Auch der Rahmen muss stimmen. Dafür kann die Politik einiges tun. Zum Beispiel mit weniger Bürokratie und mit besseren Rahmenbedingungen für Wagniskapital.

Nützlich für alle: Kooperationen zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Gründern. - Foto: © vege - Fotolia.com
Nützlich für alle: Kooperationen zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Gründern. - Foto: © vege - Fotolia.com

Kooperationen sind Alltag, wenn es um die Entwicklung von Ideen und deren Umsetzung in marktreife Produkte geht. Dafür gibt es gute Beispiele, gerade in der chemischen Industrie: Über zwei Drittel der Chemieunternehmen forschen in gemeinsamen Projekten mit Universitäten, Fachhochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen, Start-ups und anderen Betrieben in der Wertschöpfungskette. Und das schon seit vielen Jahren. Sie verstehen sich dabei als langfristige Partner mit strategischen Zielen.

Aber die Zusammenarbeit zwischen Forschern, Entwicklern und Tüftlern aus den Unternehmen und der Wissenschaft könnte noch leichter organisiert werden, wenn die Strukturen in Deutschland stimmten. Denn die Innovationszyklen werden schneller und komplexer, die globale Vernetzung beschleunigt sich. Das macht Kooperationen zwischen Partnern immer wichtiger. Deutschland hat hier allerdings Nachholbedarf. So ist das Zusammenspiel zwischen Industrie und Hochschulen häufig noch zu starr und bürokratisch. Das gilt beispielsweise für die Patentverwertungseinrichtungen und die komplexen Kooperationsverträge. Doch es gibt bereits gute bundes- und EU-weite Musterverträge. Diese könnten die Forschungspartner ganz pragmatisch nutzen. Damit vermeiden sie langwierige Verhandlungsrunden, um komplizierte Spezialverträge auszuhandeln.

Schwellenland Deutschland? Mehr Wagniskapital muss fließen

Gute Rahmenbedingungen für Kooperationen sind die eine Seite der Medaille. Die Finanzierung ist die andere. Deutschland ist eine hoch entwickelte Industrienation. Doch betrachtet man die Finanzierung junger Unternehmen, so könnte man den hiesigen Standort eher als Schwellenland bezeichnen. Denn ein Blick beispielsweise in die USA zeigt: Dort sind die Wagniskapital-Investitionen in Start-ups etwa zehn Mal so hoch wie bei uns.

Damit mehr Wagniskapital fließen kann und so die deutsche Gründerszene gestärkt wird, sind vor allem zwei Ansätze erfolgversprechend:

  • Das Steuerrecht für Investoren sollte optimiert werden, indem man die Abschreibungsmöglichkeiten für ihre Investitionen verbessert.
  • Die Bremsen für mehr Wagniskapital könnten gelöst werden, in dem endlich ein Wagniskapitalgesetz auf den Weg gebracht wird.

Weitere Vorschläge, um Deutschland zum Innovationsweltmeister zu machen:


Die Chemie- und Pharma-Branche ist überzeugt: Gute und nachhaltige Industriepolitik ist nicht nur für die betroffenen Unternehmen relevant – sondern für die Gesellschaft als Ganzes. Deshalb regen wir einen Diskurs über die industriepolitischen Aspekte der Bundestagswahl am 24. September 2017 an: Mehr auf unserer Seite www.vci.de/btw17