Der Fonds der Chemischen Industrie – Das Förderwerk des VCI

Erfolgsmodell „Schulpartnerschaft Chemie“

In den Tiefen der Ozeane oder auf der Erdkruste finden sich wichtige Bodenschätze. Den Rohstoff Bildung finden wir jedoch nebenan. Zum Beispiel in den Schulen. Mit seiner Schulpartnerschaft Chemie hilft der Fonds der Chemischen Industrie, diesen Schatz frühzeitig zu heben und zu veredeln – von der Grundschule bis zum Gymnasium.

Mit Experimenten kann man die Neugierde junger Forscher wecken. - Foto: © WavebreakMediaMicro - Fotolia.com
Mit Experimenten kann man die Neugierde junger Forscher wecken. - Foto: © WavebreakMediaMicro - Fotolia.com

Mit ihrer 2001 initiierten Schulpartnerschaft Chemie wollte die Branche dem Negativtrend in der naturwissenschaftlichen Bildung an Schulen entgegenwirken und den Chemieunterricht stärken. Rund 32,3 Millionen Euro (Stand 12/2016) hat der Fonds seit dem Start der Initiative, die eine ganze Reihe an Fördermöglichkeiten anbietet, in die drei Säulen Unterricht, Lehrer und Schüler investiert.

Finanzspritzen für den experimentellen Chemieunterricht

Schwerpunkt der Schulpartnerschaft ist die Förderung des experimentellen Unterrichts. Denn gelungene Experimente sind das Salz in der Suppe. Sie wecken Interesse und machen Lust auf Lernen. Maximal 5.000 Euro können allgemeinbildende Schulen in Deutschland sowie Schulen im Ausland erhalten. Mit den Mitteln aus diesem Fördertopf ist es möglich, Geräte zum experimentellen Arbeiten, Chemikalien, Fachliteratur, Software oder Molekül-Modelle zu finanzieren.

Bis heute hat der Fonds in Zusammenarbeit mit Chemiedidaktikern, Fachleuten aus der Industrie und Fachwissenschaftlern aus Universitäten zwölf verschiedene Unterrichtsmaterialien selbst herausgegeben und weitere gefördert. Mit diesen Materialien hält der Fonds Lehrer wie Schüler der Sekundarstufen I und II über aktuelle Entwicklungen in der Chemie auf dem Laufenden und gibt den Lehrkräften mit Arbeitsblättern und Experimentieranleitungen Hilfen für den Unterricht an die Hand. Die Themen reichen von der Chemie im Alltag wie in „Bauchemie“ oder „Pflanzenernährung“ bis hin zu modernen Zukunftstechnologien wie der Rolle der Chemie bei der Gewinnung, Speicherung und Umwandlung von Energie in „Chemie – Schlüssel zur Energie von morgen“.

Spitzen- und Breitenförderung

In der zweiten Fördersäule „Schüler“ unterstützt der Fonds Chemie-Schülerwettbewerbe wie „Jugend forscht“ oder auch große Experimental-Schülerwettbewerbe in den Bundesländern. Er betreibt damit sowohl Spitzen- als auch Breitenförderung. In die Fördersäule „Schüler“ gehören auch sogenannte Mentoring-Projekte. Hier geht es um Partnerschaften zwischen Hochschulen und Schulen, beispielsweise beim Betrieb von Experimentierlabors für Schülergruppen.

Qualifikation von Lehrern stärken

In der dritten Fördersäule „Lehrer“ trägt der Fonds dazu bei, dass die Qualifikation der Chemielehrkräfte deutschlandweit auf hohem Niveau ist. Er unterstützt die sieben regionalen Lehrerfortbildungszentren der Gesellschaft Deutscher Chemiker. Daneben gibt es in der Fördersäule „Lehrer“ Geld für Forschungsprojekte von Chemiedidaktikern an Hochschulen und Stipendien für angehende Chemielehrer.


Bildungspolitische Forderungen der Chemie: Schule

Die Schule sollte junge Menschen so ausbilden, dass sie in der Lage sind, einen Beruf zu erlernen oder ein Studium zu absolvieren. Hierfür ist auch solides naturwissenschaftliches Grundwissen unverzichtbar. Deshalb fordert die Chemie, dass

  • man an allen Grundschulen naturwissenschaftlich-technisch orientierten Sachunterricht einführt. Das Ziel ist, Begeisterung der Kinder für Phänomene aus Natur und Technik zu wecken;
  • an den weiterführenden Schulen jede dritte Stunde auf die MINT-Fächer entfällt;
  • Deutsch, Mathematik, Englisch, zwei naturwissenschaftliche Fächer, Geschichte und Gesellschaftskunde/Politik obligatorische Unterrichtsfächer in der Sekundarstufe II sind;
  • man für alle Schulabschlüsse bundesweit verbindliche Qualitätsstandards einführt;
  • im Abitur mindestens ein naturwissenschaftliches Fach für alle Abiturienten verpflichtendes Prüfungsfach ist;
  • das Abitur zentral auf Landesebene durchgeführt wird, um die Qualität dieser Prüfung als Nachweis der Studierfähigkeit zu sichern;
  • die Vermittlung ökonomischer Grundkenntnisse sichergestellt wird.

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