So wird Deutschland Innovationsweltmeister

Barrieren abbauen

Viele Chemie-Betriebe empfinden die Hürden zu hoch, um neue Produkte einzuführen. Abhilfe könnten besser gemachte Gesetze, ein Innovations-Check und ein schnellerer Vollzug von Vorschriften schaffen.

Unternehmen müssen viele und zum Teil hohe Hürden nehmen, um technische Neuerungen auf den Markt zu bringen. - Foto: © cxvalentina - Fotolia.com
Unternehmen müssen viele und zum Teil hohe Hürden nehmen, um technische Neuerungen auf den Markt zu bringen. - Foto: © cxvalentina - Fotolia.com

Für den Chemie-Mittelstand gleicht die Einführung von Innovationen oftmals einem Hindernislauf. Die VCI-Studie „Innovationen den Weg ebnen“ zeigt: Die Zulassungs- und Genehmigungsverfahren sind für 55 Prozent der Unternehmen mit starken oder mittelstarken Hemmnissen verbunden. Die europäische Chemikalienverordnung REACH trägt dazu bei, den Schutz von Mensch und Umwelt zu verbessern. Aber sie erschwert auch Neues: Knapp die Hälfte der Unternehmen erleben Beeinträchtigungen durch Kosten und personellen Aufwand, die mit REACH verknüpft sind. Wie hilft man dem Mittelstand über diese Hürden? Drei pragmatische Lösungsvorschläge, die sich der Forschungsstandort Deutschland zunutze machen könnte.

  1. Rechtsetzung verbessern
    Behörden und Bürokratie haben erheblichen Einfluss darauf, wie innovativ ein Standort ist. Umso wichtiger wäre es, dass Regulierungen selbst gut und sachgerecht gemacht sind. Dazu gehören beispielsweise schnellere Zulassungs- und Genehmigungsverfahren.
  2. Die Folgen von Gesetzen auf Innovationen prüfen
    Mehr als 60 Prozent der Unternehmen, so die VCI-Studie, bewerten regulatorische Hemmnisse in Deutschland höher als in anderen Ländern. Hier muss der deutsche Forschungsstandort aufholen. Schließlich darf man nicht vergessen: Andere globale Wettbewerber bringen sich in Position. Gesetzgebung und Regulierung sollten daher auch die Folgen von Vorschriften, Regelungen und Gesetzen auf die Innovationstätigkeit von Wirtschaft und Wissenschaft berücksichtigen. Dabei könnte ein Innovations-Check in der Gesetzesfolgenabschätzung helfen. Mit ihm könnte der Gesetzgeber prüfen, ob beispielsweise Umsetzungsfristen, Veränderungen von Standards und Normen oder der Umsetzungsaufwand die Entwicklung neuer Produkte erschweren.
  3. Vollzug verbessern
    Weniger ist oft mehr: Das gilt auch für die hohe Zahl der beteiligten Behörden und Ämter in Deutschland an den Zulassungs- und Genehmigungsverfahren. Hier wäre es gut, klare Verantwortlichkeiten zu schaffen und Zuständigkeiten zu bündeln. Der Vorteil: Der Abstimmungsaufwand für Behörden und Unternehmen sinkt, ohne dass die Sicherheits- und Schutzstandards darunter leiden.

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Die Chemie- und Pharma-Branche ist überzeugt: Gute und nachhaltige Industriepolitik ist nicht nur für die betroffenen Unternehmen relevant – sondern für die Gesellschaft als Ganzes. Deshalb regen wir einen Diskurs über die industriepolitischen Aspekte der Bundestagswahl am 24. September 2017 an: Mehr auf unserer Seite www.vci.de/btw17