Steuerpolitik

Steuerlast nicht weiter steigern

Die deutsche Wirtschaft leistet durch Steuerzahlungen einen wichtigen Beitrag zur Finanzierung des Gemeinwesens. Die Unternehmen dürfen allerdings angesichts des internationalen Wettbewerbs nicht überfordert werden.

Die Bundesrepublik gilt als Hochsteuerland. Das erschwert unternehmerisches Handeln im internationalen Wettbewerb. © Stefan Rajewski - Fotolia.com
Die Bundesrepublik gilt als Hochsteuerland. Das erschwert unternehmerisches Handeln im internationalen Wettbewerb. © Stefan Rajewski - Fotolia.com

Die Steuereinnahmen hierzulande steigen seit Jahren, das Steueraufkommen der Unternehmen sogar überproportional. Sie zahlen bereits mehr als 130 Milliarden Euro in Form von Gewerbe-, Körperschaft- und Einkommensteuer – und das Aufkommen wird weiter steigen. Die Bundesrepublik braucht eine maßvolle Steuerpolitik, die diesem Trend entgegenwirkt und Raum für Investitionen lässt.

Im internationalen Wettbewerb bestehen

Eine große Industrienation wie Deutschland muss ein wettbewerbsfähiges Steuerrecht haben. Große Volkswirtschaften wie die USA, Großbritannien und Frankreich haben eine Senkung der Unternehmenssteuersätze angekündigt. Der internationale Steuerwettbewerb wird voraussichtlich zunehmen. Eine Senkung des Unternehmenssteuersatzes oder eine Abschaffung der Gewerbesteuer in Deutschland kann helfen, den Wirtschaftsstandort Deutschland steuerlich fit zu machen. Außerdem müssen sensible Steuerdaten vor Wettbewerbern geschützt werden. Eine allgemeine Publizitätspflicht schadet deutschen Unternehmen und gefährdet den Wirtschaftsstandort.

Faire Erbschaftsteuer nötig

In mittelständischen Familienunternehmen steht eine Vererbungswelle an. Beim Generationswechsel muss die Erbschaftsteuer die Substanz der Unternehmen – Eigenkapital und Liquidität – verschonen, um den Fortbestand inklusive der Arbeitsplätze nicht zu gefährden.

Auf Niedrigzinspolitik reagieren

Die anhaltenden Niedrigzinsen bekommen auch die Unternehmen zu spüren. Die Rückstellungen für die Betriebsrenten der Mitarbeiter zu erwirtschaften, wird immer schwieriger. Gleichzeitig eröffnet die andauernde Niedrigzinsphase finanzpolitischen Spielraum für Reformen in der Steuerstruktur.


Die Chemie- und Pharma-Branche ist überzeugt: Gute und nachhaltige Industriepolitik ist nicht nur für die betroffenen Unternehmen relevant – sondern für die Gesellschaft als Ganzes. Deshalb regen wir einen Diskurs über die industriepolitischen Aspekte der Bundestagswahl am 24. September 2017 an: Mehr auf unserer Seite www.vci.de/btw17