Aus dem chemie report 07-2009

Gute Ausgangsposition, um die Krise zu meistern

Im Editorial des chemie report 07-2009 nennt der Präsident des VCI Gründe, weshalb die deutsche Chemieindustrie in der Wirtschaftskrise gewappnet ist.​

Prof. Dr. Ulrich Lehner © VCI
Prof. Dr. Ulrich Lehner © VCI

Die globale Wirtschaftskrise hat unserer Branche in der ersten Hälfte des Jahres schwer zugesetzt. Das Produktionsniveau, auf dem wir uns aktuell bewegen, entspricht dem Stand von 2003. Nach 2003 wurde allerdings die verfügbare Produktionskapazität um mehr als 20 Prozent ausgebaut, was bei der derzeit geringen Auslastung die Fixkosten nach oben treibt. Die chemische Industrie in Deutschland hat sich aber in der Vergangenheit eine gute Ausgangsposition erarbeitet, um diese Krise zu meistern:

Unsere Geschäftsfelder sind vielfältiger als in anderen Chemienationen. Denn unsere Produkte fließen auf allen Stufen der Wertschöpfungsketten ein. Außerdem ist die deutsche Chemie mit allen anderen Industriebranchen im Land, ihren Kunden und Lieferanten, eng vernetzt. Davon profitieren Produktqualität und Innovationsleistung unserer Unternehmen.

Ein weiterer Vorteil der Chemie in Deutschland ist die intensive Arbeitsteilung zwischen kleinen, mittleren und großen Unternehmen. Während die Herstellung von Grundchemikalien eine besondere Domäne der rund 150 Großunternehmen darstellt, verarbeiten über 1.500 kleine und mittlere Firmen diese Produkte zu Fein- und Spezialchemikalien. Der Mittelstand ist fast mit allen seinen Produkten auf den Weltmärkten vertreten und besetzt dort ausgesprochene Nischen. Enge Kooperation und gemeinsame Nutzung von Ressourcen sind zudem die Grundlage für das Konzept der Chemieparks, das sich an rund 40 Standorten bewährt hat.

Die Zusammenarbeit erstreckt sich jedoch nicht allein auf die Branche selbst. Die chemische Industrie unterhält traditionell Forschungskooperationen mit der Wissenschaft, um Innovationen aufzuspüren. Rund ein Drittel der Chemieunternehmen arbeitet mit Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen zusammen. Dabei suchen die Firmen ihre Kooperationspartner nicht nur in Deutschland, sondern inzwischen weltweit.

Die Durststrecke der globalen Rezession durchzustehen, wird eine enorme Herausforderung. Mit ihren spezifischen Stärken ist die deutsche Chemie aber dafür besser aufgestellt als die meisten ihrer Wettbewerber auf dem Weltmarkt.

Professor Dr. Ulrich Lehner
Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI)

Hier gelangen Sie zum chemie report 07/2009.

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Stud. Ass. Manfred Ritz

E-Mail: ritz@vci.de