Standpunkt

Mit Forschung Zukunft gestalten

Aus Kreativität und Wissensdurst entstehen Innovationen und die Technologien der Zukunft. Mehr Wohlstand mit weniger Ressourcenverbrauch und Umweltbelastung - um diese Herausforderung zu meistern, ist Forschung unersetzlich. Forschergeist braucht aber auch die richtigen Rahmenbedingungen und die gesellschatliche Akzeptanz neuer Technologien.

VCI-Präsident Dr. Karl-Ludwig Kley © Merck KGaA, Darmstadt Deutschland
VCI-Präsident Dr. Karl-Ludwig Kley © Merck KGaA, Darmstadt Deutschland

Als Maler schenkte er uns Meisterwerke wie die Mona Lisa und das Abendmahl. Seine anatomischen Studien und naturwissenschaftlichen Arbeiten waren der Zeit weit voraus. Der Universalgelehrte Leonardo da Vinci entwickelte außerdem schon vor gut 500 Jahren Konzepte für Hubschrauber, Taucheranzüge und Automobile. Mit seiner Forschung wollte der Visionär das Leben der Menschen leichter und produktiver machen. Aus heutiger Sicht würde man auch sagen: Er wollte es nachhaltiger machen.

Die Herausforderung unserer Zeit lautet, mehr Wohlstand und Lebensqualität mit weniger Ressourcenverbrauch und Umweltbelastung für den Globus zu verbinden. Mehr denn je brauchen wir deshalb Menschen mit Fähigkeiten und Visionen, die mit Leidenschaft nach neuen Antworten suchen. Wir brauchen Forscher, Wissenschaftler, Tüftler, Entdecker. Aus ihrer Kreativität und ihrem Wissensdurst entstehen Innovationen und die Technologien der Zukunft.

Für die volle Entfaltung dieses Forschergeistes spielen Rahmenbedingungen, die in Deutschland ein positives Klima für Innovationen schaffen, eine wichtige Rolle. So brauchen unsere Forscher und Wissenschaftler das Gefühl, in der Mitte der Gesellschaft zu stehen. Gesellschaftliche Akzeptanz für neue Technologien und ein Verständnis für das bewusste Überschreiten von Grenzen, das mit Forschung einhergeht, sind besonders wichtig. Leider sind wir hier in Bereichen wie der Pflanzenbiotechnologie oder Fracking auf keinem guten Pfad.

Mit Forschungs- und Entwicklungs-Ausgaben von zuletzt 9,6 Milliarden Euro zählt die Chemische Industrie zu den forschungsintensivsten Branchen in Deutschland. Damit setzen wir mehr Technologie-Impulse für die Wirtschaft als jeder andere Industriezweig. Allein aus der Chemie kommt ein Fünftel aller Patente für Erfindungen, von denen auch andere Wirtschaftszweige profitieren. Über 40.000 Mitarbeiter in den Entwicklungslabors machen aus Ideen marktfähige Produkte: Ohne Chemie dreht sich kein Windrad, fährt kein Elektroauto, gibt es keine energiesparenden Fernseher. Die Chemische Industrie bietet neue Wege in eine nachhaltige Zukunft.

Forschung ist spannend, Forschung ist kreativ. Forschung kann auch politische Debatten und gesellschaftliche Kontroversen auslösen. Aber sie ist unersetzlich, wenn wir neue Antworten auf die Fragen und die Herausforderungen unserer Zeit finden wollen. Das gilt für uns genauso wie seinerzeit für den Visionär aus der Toskana.

Dr. Karl-Ludwig Kley,
Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI)

Ansprechpartner:
dialog@vci.de

Zum chemie report spezial 08/2013: „Chemie: Forschen für eine nachhaltige Zukunft"