Position von VCI und Deutscher Industrievereinigung Biotechnologie (DIB)

Verbesserung der Rahmenbedingungen für Wagniskapital

In den USA ist es gute Tradition, dass private Investoren Geldgeber für Start-ups sind. Von 2011 bis 2013 wurden dort rund 87 Milliarden US-Dollar in Venture Capital investiert. Das ist 30 Mal so viel wie in Deutschland. Ein neues Positionspapier des VCI und der Deutschen Industrievereinigung Biotechnologie (DIB) führt sechs Vorschläge auf, wie man den Markt für Risikokapital hierzulande fördern kann.

VCI und DIB: Die Finanzierungsmöglichkeiten für junge, technologieorientierte Unternehmen müssen verbessert werden. Dazu muss das Steuerrecht innovations- und investitionsfreundlicher werden. - Foto: © Gina Sanders - Fotolia.com
VCI und DIB: Die Finanzierungsmöglichkeiten für junge, technologieorientierte Unternehmen müssen verbessert werden. Dazu muss das Steuerrecht innovations- und investitionsfreundlicher werden. - Foto: © Gina Sanders - Fotolia.com

Wagniskapital als Finanzierungsform für innovative Geschäftsideen hat sich im Ausland, vor allem in den USA als vielversprechende Möglichkeit erwiesen, um Innovationen in Unternehmen zu stimulieren. Deutschland bringt hier vergleichsweise wenig Mittel auf und zieht auch wenig ausländisches Förderkapital an. Unternehmen der chemisch-pharmazeutischen Industrie sehen darin ein bedeutendes Innovationshemmnis. Das geht aus der aktuellen VCI-Studie „Innovationen den Weg ebnen“ hervor.

Um diesem Standort-Nachteil zu begegnen, haben einige Unternehmen der chemischen Industrie beispielsweise eigene Corporate Venture Capital Funds eingerichtet. Sie sollen der Branche ermöglichen, in strategisch wichtigen Technologiefeldern eine Start-up-Szene in Deutschland zu etablieren.

Deutschland braucht ein innovationsfreundliches Steuerrecht

Doch solche Initiativen alleine reichen nicht aus, die Regierung ist gefordert. Deshalb setzen sich VCI und DIB in ihrem Positionspapier „Verbesserung der Rahmenbedingungen für Wagniskapital“ besonders für ein innovations- und investitionsfreundliches deutsches Steuerrecht ein: Ein geeignetes Wagniskapital-Gesetz sollte so rasch wie möglich eingeführt werden. Auch müsse die restriktive Regelung zur Verlustrechnung überarbeitet werden. „Unser Hauptkritikpunkt hierbei ist, dass später erzielte Gewinne teilweise gar nicht mit den Verlusten der Vorjahre verrechnet werden können“, erläutert Jürgen Klockner, Bereichsleiter Forschung im VCI. Nach Auffassung beider Organisationen sollten die Verlustvorträge beim Wechsel der Anteilseigner erhalten bleiben. Denn die Realität habe gezeigt, dass sonst Wachstumsfinanzierungsrunden scheitern können. „Diese Regelung muss wieder auf ihren ursprünglichen Kern zurückgeführt werden, nämlich auf reine Missbrauchsfälle wie den sogenannten Mantelkauf“, sagt Klockner.

Die Finanzierung mit Venture-Kapital wird ebenso durch die Mindestbesteuerung bei allen forschungs- und sachinvestitionsintensiven Unternehmensgründungen erheblich erschwert. Daher schlagen VCI und DIB vor, die Mindestbesteuerung auf den Prüfstand zu stellen. Denn eine solche Besteuerung sei international unüblich. Um den Markt für Wagniskapital anzukurbeln, sollte man außerdem darauf verzichten, den Erlös aus Streubesitzverkäufen zu besteuern. Ebenso sollte die Große Koalition die Regelungen zur Funktionsverlagerung rechtssicher machen.

Das ausführliche Positionspapier von VCI und DIB mit einem Umfang von 12 Seiten finden Sie im Downloadbereich im Kopf dieser Seite (sog. "Langfassung"). Es beleuchtet die aktuelle Situation von Wagniskapital in Deutschland, in der EU und in den USA, beschreibt aktuelle politische Initiativen sowie Vorschläge aus dem Verbändebereich auf dem Gebiet des Wagniskapitals und stellt schließlich die Position von VCI und DIB dar.


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Ansprechpartner

Dr. Ricardo Gent

E-Mail: gent@dib.org

Dr. Hans-Jürgen Klockner

E-Mail: klockner@vci.de