Beitrag zur Konsultation zum 9. Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Kommission

VCI-Position zu „Horizon Europe"

Der VCI begrüßt den Vorschlag der Europäischen Kommission zum 9. Forschungsrahmenprogramm „Horizon Europe", in dem die Industrie eine zentrale Position einnehmen soll. Bei der Ausgestaltung der „Forschungs- und Innovationsmissionen" und bei der Förderung der Schlüsseltechnologien muss diese Rolle jedoch konkretisiert werden. Vor allem muss die Beteiligung der Industrie durch die Schaffung innovationsfreundlicher Rahmenbedingungen und einen wirksamen Schutz des geistigen Eigentums gewährleistet werden.

Für den VCI wichtige Punkte beim neuen Forschungsrahmenprogramm der EU: Es sollte technologieneutral das Potenzial aller Schlüsseltechnologien der Zukunft nutzen, innovationsfreundliche Rahmenbedingungen schaffen und einen wirksamen Schutz geistigen Eigentums gewährleisten. - Bild: © European Commission / iStock/BraunS
Für den VCI wichtige Punkte beim neuen Forschungsrahmenprogramm der EU: Es sollte technologieneutral das Potenzial aller Schlüsseltechnologien der Zukunft nutzen, innovationsfreundliche Rahmenbedingungen schaffen und einen wirksamen Schutz geistigen Eigentums gewährleisten. - Bild: © European Commission / iStock/BraunS

Der VCI begrüßt den Vorschlag der Europäischen Kommission zu ihrem 9. Forschungsrahmenprogramm „Horizon Europe" für den Zeitraum 2021 bis 2027. Der Industrie wird darin eine wichtige Rolle zugewiesen – und zwar in der zentralen Säule „Globale Herausforderungen und industrielle Wettbewerbsfähigkeit”.

Empfehlungen des VCI zur Ausgestaltung des Programms

Um das volle Innovationspotenzial von „Horizon Europe" auszuschöpfen, empfiehlt der VCI die Konkretisierung bestimmter Programmelemente, um Europas globale Wettbewerbsfähigkeit und potenzielle Marktführerschaft zu stärken. Die Formulierung von Forschungs- und Innovationsmissionen wird dem europäischen Innovationspotenzial einen klaren Fokus und mehr Momentum geben.

Nach Meinung des VCI ist die Beteiligung von Vertretern der Industrie an der Formulierung der Forschungs- und Innovationsmissionen maßgeblich für einen beschleunigten Markteintritt der Projektergebnisse. Außerdem sind Technologieneutralität und die Abdeckung des gesamten Innovationsprozesses wichtig. Schlüsseltechnologien der Branche wie Biotechnologie, Nanotechnologie, neue Werkstoffe, Katalysatoren und chemiebasierte Produktionstechnologien sind in der Lage, alle Gruppen der zentralen Säule „Globale Herausforderungen und industrielle Wettbewerbsfähigkeit” zu adressieren. Daher empfiehlt der VCI, das volle Potenzial der verschiedenen Schlüsseltechnologien zu nutzen und sich nicht nur auf die Digitalisierung und eine zirkuläre, kohlenstoffarme Wirtschaft zu fokussieren, um die Wirkung von „Horizon Europe" zu vergrößern.

Zur Steigerung der Beteiligung der chemischen Industrie sollte ihre Expertise sowohl in der Phase der Themenfindung als auch bei der Projektdurchführung der öffentlich-privaten Partnerschaften einbezogen werden, um einen europäischen Mehrwert zu generieren. Der Europäische Innovationsrat sollte innovative Unternehmen jeder Größe in gezielter Weise fördern, indem er die einzelnen Forschungs- und Entwicklungsprogramme nach den Maßgaben des Exzellenzprinzips bündelt und koordiniert. Die Beteiligungsregeln sollten nach Ansicht des VCI weiter vereinfacht und entbürokratisiert werden. Die Fördermöglichkeiten für kleine und mittelständische Unternehmen sollten deutlich verbessert werden.

Der zunehmende Wettbewerbsdruck der globalen Marktwirtschaft erfordert zudem klare rechtliche Rahmenbedingungen basierend auf dem Innovationsprinzip sowie wirksame Instrumente zum Schutz des geistigen Eigentums. Dieser Schutz muss auch angesichts des Ziels eines offeneren Zugangs zu Projektdaten gewährleistet werden.


Hinweis:
Das vollständige Positionspapier des VCI in englischer Sprache und mit einem Umfang von 3 Seiten finden Sie im Download-Bereich im Kopf dieser Seite (sogenannte „Langfassung").


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Ansprechpartner

Dr. Denise Schütz

E-Mail: schuetz@vci.de