Standpunkt

Die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Branche sichern

Neues denken und Neues wagen ist notwendig, um nicht zurückzufallen. Auch die neue vergleichende Standortstudie von Oxford Economics belegt: Innovationsfähigkeit ist ein Schlüssel, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Dafür braucht es mehr Entfaltungsspielraum für die Forschung und weniger Hemmnisse für Neuerungen. In einer Innovationsoffensive sollten Gesellschaft, Industrie und Politik sich dazu gemeinsam auf den Weg machen.

VCI-Präsident Dr. Marijn Dekkers © Bayer AG
VCI-Präsident Dr. Marijn Dekkers © Bayer AG

Deutschland gehört heute zu den führenden Chemienationen weltweit. Bei Kenngrößen wie Umsatz oder Forschungsaufwendungen belegen wir einen Platz im internationalen Spitzenfeld. Aber wir müssen Neues denken und Neues wagen, sonst fallen wir zurück. Das unterstreicht die vergleichende Standortstudie von Oxford Economics. Sie zeigt: Wir verlieren stetig Anteile auf dem globalen Exportmarkt. Und der Abwärtstrend hat sich in den letzten Jahren sogar verstärkt. Das ist ein deutliches Signal, dass die internationale Wettbewerbsfähigkeit der chemischen Industrie in Deutschland gefährdet ist.

Die Branche stellt sich dieser Herausforderung mit Fokussierung auf Spezialchemikalien und höheren Forschungsaufwendungen. Seit 2009 haben sich die Investitionen der Chemie in Forschung und Entwicklung um gut 2,5 Milliarden auf 10,5 Milliarden Euro im Jahr erhöht. Wir benötigen aber auch Rückenwind durch bessere politische Rahmenbedingungen. Mit steuerlicher Förderung der Innovationskraft der Unternehmen und niedrigeren Energiekosten kann die Politik die Weichen auf einen Kurs stellen, der zu mehr Wettbewerbsfähigkeit für den Chemiestandort Deutschland führt. Auch das ist ein zentrales Ergebnis der Studie von Oxford Economics.

Wenn das Industrieland Deutschland und mit ihm die chemisch-pharmazeutische Industrie weiterhin auf den Weltmärkten erfolgreich sein wollen, müssen wir innovativer werden. Innovationsfähigkeit ist ein Schlüssel, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Als rohstoffarme und exportorientierte Nation braucht Deutschland Unternehmen, die beständig neue Produkte entwickeln und zügig und erfolgreich auf den Markt bringen. Mehr Entfaltungsspielraum für die Forschung und weniger Innovationshemmnisse helfen, dieses Ziel zu erreichen. Eine gemeinsame Innovationsoffensive von Gesellschaft, Industrie und Politik sollte den Weg dafür bereiten.

Dr. Marijn E. Dekkers,
Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI)

Ansprechpartner

dialog@vci.de

Zum chemie report 10/2014 mit Leitartikel und Bericht über eine Podiumsdiskussion zur neuen Studie von Oxford Economics

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Stud. Ass. Manfred Ritz

E-Mail: ritz@vci.de

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