Gemeinsames Positionspapier von BAVC und VCI

„Gute Bildung ist Schlüsselressource für den Innovationsmotor Chemie"

Gute Bildung ist eine Schlüsselressource für den Innovationsmotor Chemie. Um diese zu sichern, ist das gesamte Bildungssystem gefordert. Neben der Vermittlung fundierter fachlicher Kenntnisse vor allem in den MINT-Fächern werden die adäquate Schulung außerfachlicher Qualifikationen und digitaler Kompetenz immer wichtiger für die Arbeitswelt der kommenden Generationen. Der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) und der VCI formulieren daher den aus Sicht der Branche bestehenden Handlungsbedarf in der Bildungspolitik.

Hochqualifizierte Wissenschaftler, Ingenieure sowie Fachkräfte aus der beruflichen Bildung sind der Schlüssel für Innovation und technischen Fortschritt. Was das aus Sicht der Chemie- und Pharmaindustrie für die Lernorte Schule, Ausbildung/berufliche Bildung und Hochschule bedeutet, erläutert ein gemeinsames bildungspolitisches Positionspapier von Bundesarbeitgeberbiverband Chemie (BAVC) und VCI. - Foto: © DragonImages/stock.adobe.com
Hochqualifizierte Wissenschaftler, Ingenieure sowie Fachkräfte aus der beruflichen Bildung sind der Schlüssel für Innovation und technischen Fortschritt. Was das aus Sicht der Chemie- und Pharmaindustrie für die Lernorte Schule, Ausbildung/berufliche Bildung und Hochschule bedeutet, erläutert ein gemeinsames bildungspolitisches Positionspapier von Bundesarbeitgeberbiverband Chemie (BAVC) und VCI. - Foto: © DragonImages/stock.adobe.com

In ihrem jetzt aktualisierten Positionspapier „Gute Bildung ist eine Schlüsselressource für den Innovationsmotor Chemie“ machen der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) und der VCI deutlich, dass Deutschland gut ausgebildete Arbeitnehmer benötigt, um international wettbewerbsfähig zu sein. Hochqualifizierte Wissenschaftler, Ingenieure sowie Fachkräfte aus der beruflichen Bildung sind der Schlüssel für Innovation und technischen Fortschritt. Die Forderungen beider Verbände betreffen Schule, Ausbildung/berufliche Bildung und Hochschule. Um den Fachkräfte-Engpässen vor allem im sogenannten MINT-Bereich entgegenzuwirken, ist neben dem Engagement der Wirtschaft auch die Politik maßgeblich gefordert, geeignete Rahmenbedingungen für gute Bildung zu schaffen. Diese muss dabei schon in der Schule beginnen. Darum fordern VCI und BAVC, dass naturwissenschaftlich-technisch orientierter Sachunterricht an allen Grundschulen verbindlich eingeführt wird und jede dritte Unterrichtsstunde an weiterführenden Schulen auf MINT-Fächer entfällt. Auch die Grundbildung digitaler Kompetenzen sollten Schulen vermitteln.

Zukunftsperspektive Ausbildung

Weiter setzen sich beide Organisationen dafür ein, dass die berufliche Bildung gestärkt und so als chancenreicher Karriereweg mit sehr guten Zukunftsperspektiven in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Wichtig ist vor allem eine bessere Unterrichtsqualität an Berufsschulen, aber auch die Qualifizierung der Lehrkräfte, Modernisierung der Gebäudestruktur sowie der Einsatz zeitgemäßer Lehrmittel und Lernmethoden.

Auch an den Hochschulen halten VCI und BAVC weitere Reformen für notwendig. Gefragt sind unter anderem international attraktive Bachelor- und Master-Studiengänge. Die chemische Industrie spricht sich weiter für eine größere Autonomie der Hochschulen aus, um so den Wettbewerb unter den Hochschulen zu stärken. Auch beim Aufbau bedarfsgerechter dualer Studiengänge und der Entwicklung modularer Studienangebote für Berufstätige sehen beide Verbände noch Nachholbedarf.

Die Kernforderungen der Verbände im Überblick

Schule

  • Verbindliche Einführung von naturwissenschaftlich-technisch orientiertem Sachunterricht an allen Grundschulen.
  • In allen weiterführenden Schulen durchgängig ein Drittel der Stundentafel Unterricht in MINT-Fächern.
  • Vermittlung guter Kenntnisse und Fertigkeiten in den MINT-Fächern.
  • Ausreichende Versorgung mit guten, motivierten MINT-Lehrkräften.
  • Grundbildung digitaler Kompetenzen.
  • Sicherstellen der Ausbildungsfähigkeit für die berufliche Bildung.
  • Qualitätssicherung des Abiturs als Grundlage der Studierfähigkeit.

Ausbildung/Berufliche Bildung

  • Stärkung der beruflichen Bildung in der öffentlichen Wahrnehmung als chancenreicher Karriereweg mit sehr guten Zukunftsperspektiven.
  • Investitionsoffensive Berufsschule: Verbesserung der Unterrichtsqualität, Sicherung des Fachlehrernachwuchses, Qualifizierung bestehender Lehrkräfte, Modernisierung der Gebäudeinfrastruktur, Einsatz zeitgemäßer Lehrmittel und Lernmethoden.
  • Gewährleistung einer standortnahen Beschulung, insbesondere im ländlichen Raum.
  • Ausbau von Studiengängen, die zum/zur BerufsschullehrerIn qualifizieren, sowie bessere Vermarktung bestehender Angebote bei Studieninteressenten.
  • Zeitgemäße Berufsorientierung im Sekundarbereich I und II, die neben der individuellen Talententfaltung auch die Zukunfts- und Arbeitsmarktchancen in den Blick nimmt.

Hochschule

  • Schaffung international attraktiver Bachelor- und Master-Studiengänge.
  • Sicherung hoher Qualitätsstandards und der Studierbarkeit in Regelstudienzeit.
  • Vermittlung fundierter fachlicher Kenntnisse und außerfachlicher Qualifikationen.
  • Vermittlung einschlägiger digitaler Qualifikationen und Kompetenzen.
  • Stärkung der Autonomie der Hochschulen und des Wettbewerbs unter den Hochschulen.
  • Aufbau bedarfsgerechter dualer Studiengänge und Entwicklung modularer Studienangebote für die Weiterqualifizierung Berufstätiger.


Das vollständige Positionspapier mit einem Umfang von 5 Seiten finden Sie als PDF-Datei im Download-Bereich im Kopf dieser Seite (sogenannte „Langfassung").

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Dr. Denise Schütz

E-Mail: schuetz@vci.de