MINT-Frühjahrsreport 2018

Fachkräftemangel so groß wie nie

Den Unternehmen fehlten im April knapp 315.000 Arbeitskräfte im sogenannten MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik), das ist mehr als doppelt so viel wie Anfang 2015. Diese „MINT-Lücke“ hat damit ein neues Allzeit-Hoch seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2011 erreicht.

Besonders im IT-Bereich fehlen Fachkräfte. - Foto: © Smileus/stock.adobe.com
Besonders im IT-Bereich fehlen Fachkräfte. - Foto: © Smileus/stock.adobe.com

Die aktuelle Studie zeigt: In den zurückliegenden Jahren hat sich die Struktur der MINT-Lücke verändert. Der Anteil der nichtakademischen Berufskategorien wie Facharbeiter, Meister und Techniker an der gesamten MINT-Arbeitskräftelücke ist in den letzten Jahren gestiegen und liegt mittlerweile bei 67 Prozent. Ferner ist die Binnenstruktur der MINT-(Experten-)-Arbeitskräftelücke in den letzten Jahren IT-lastiger geworden. So hat sich die Lücke bei den IT-Experten in den letzten vier Jahren von 16.000 im April 2014 auf 39.600 im April 2018 mehr als verdoppelt. Thomas Sattelberger, Vorstandsvorsitzender der Initiative „MINT Zukunft schaffen“, sagte: „Ohne eine ausreichende Zahl von MINT-Fachkräften wird uns der digitale Strukturwandel nicht gelingen. Die Fachkräftelücke wird zum Nadelöhr des digitalen Wandels.“

Vor dem Hintergrund der engen Verknüpfung von MINT, Innovationen und Wachstum ist es eine gute Nachricht, dass die Erwerbstätigkeit von MINT-Akademikern in der gesamten Volkswirtschaft von rund 2.366.000 Personen im Jahr 2011 auf rund 2.697.400 Personen im Jahr 2015 und damit um 14 Prozent gestiegen ist. Besonders hohe Zuwächse gab es dabei unter Frauen (plus: 21,8 Prozent), Älteren ab 55 Jahren (plus: 25,3 Prozent) und Zuwanderern (plus: 27,7 Prozent).

Der MINT-Report wird zweimal jährlich vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln erstellt. Die Studie entsteht im Auftrag der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, des Bundesverbands der Deutschen Industrie, des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall und der Initiative „MINT Zukunft schaffen“.

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Dieser Artikel ist im chemie report 06/2018 erschienen.

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