VCI-Konsultationsbeitrag

Überarbeitung der EU-Handelsstrategie

07. September 2020 | Bericht

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Die Generaldirektion Handel der Kommission hat im Sommer 2020 eine Konsultation zur Überarbeitung ihrer Handelsstrategie begonnen. Es geht darum, die Handelspolitik der EU stärker an den Zielen des Green Deal, der veränderten geopolitischen Situation und gestiegenen Resilienz-Anforderungen auszurichten, ohne die Offenheit der EU und das Bekenntnis zum regelgebundenen Handel aufzugeben. Mit dem Trade Policy Review soll auch der Ansatz der „offenen strategischen Autonomie“ der EU konkretisiert und mit Leben gefüllt werden. Der VCI hat sich an der Konsultation beteiligt.

Handelskommissar Dombrovskis ist für die Handelsstrategie zuständig. - Foto: © Europäische Union 2020
Handelskommissar Dombrovskis ist für die Handelsstrategie zuständig. - Foto: © Europäische Union 2020

Der VCI setzt sich traditionell für offene Märkte und regelbasierten Handel im Rahmen internationaler Abkommen und Verträge ein. Auch in einem veränderten Umfeld – geopolitische Spannungen, Systemwettbewerb mit China und Schwäche des regelbasieren Systems, Nachhaltigkeits-Herausforderungen, Transformation und Green Deal, internationale Risiken durch Covid19 – hält der VCI an dieser grundsätzlichen Ausrichtung fest. Er unterstützt den Rahmen und die Modernisierung der WTO und plädiert dafür, dass die EU ihr Netzwerk bilateraler Abkommen mit Partnern konsequent weiterentwickelt. Politik und Wirtschaft müssen dabei zunehmend im Blick haben, dass der bisherige Regelungsrahmen für eine zunehmend von geopolitischen Differenzen geprägte Welt nicht mehr ausreicht, und dass für verschiedene Partner und Wettbewerber verschiedene Ansätze für Kooperation, Dialog, Interessenaus-gleich oder im Bedarfsfall auch Konfrontation nötig geworden sind. EU-Handels- und -Außenpolitik müssen daher eng abgestimmt agieren, ohne dass die Handelspolitik zum Instrument der Außenpolitik degradiert wird.

Die deutsche chemisch-pharmazeutische Industrie ist sich der Notwendigkeit bewusst, sich im Sinne einer globalen nachhaltigen Entwicklung verändern zu müssen, und will diesen Veränderungsprozess als Chance aufgreifen. Sie ist davon überzeugt, dass diese Transformation neben einer industrie- auch einer handelspolitischen Begleitung bedarf. Um die zu bewältigenden globalen Probleme aber wirklich zielführend angehen zu können, muss die chemisch-pharmazeutische Industrie global agieren können, und hierzu braucht es internationalen Dialog, Kooperationen und Vereinbarungen, aber keine Abschottung und Protektionismus.

Bei ihren politischen Weichenstellungen sollte sich die neue Kommission stets bewusst sein: Eine starke Wirtschaft und Industrie sind das unerlässliche Fundament für eine starke EU in der Welt, und nur ein erfolgreicher Umbau, der die Leistungsfähigkeit der Industrie erhält, wird anderen Regionen als Vorbild dienen.

Ansprechpartner

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Dr. Matthias Blum

Kontaktperson

Dr. Matthias Blum

Bereichsleitung: Außenwirtschaft, Industriepolitik