Arbeitssicherheit

Neue TRBA 200 „Anforderungen an die Fachkunde nach Biostoffverordnung“ veröffentlicht

Wer im Rahmen der Biostoffverordnung eine Gefährdungsbeurteilung durchführt, muss eine Fachkunde nachweisen können. Bei hohen Schutzstufen brauchen auch die Beschäftigten eine solche Fachkunde. Wie genau die aussieht, konkretisiert die neue Technische Regel für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA) 200 "Anforderungen an die Fachkunde nach Biostoffverordnung", die Ende Juni 2014 im Gemeinsamen Ministerialblatt (GMBl) veröffentlicht wurde.

​Am 30.6.2014 wurde die Technische Regel für Biologische Arbeitsstoffe 200, Anforderungen an die Fachkunde nach Biostoffverordnung (TRBA 200) im Gemeinsamen Ministerialblatt veröffentlicht und ist somit in Kraft.

Klarstellend nimmt die TRBA 200 zunächst den Gedanken der Biostoffverordnung (BiostoffV) auf, dass die Anforderungen an die Fachkunde der betroffenen Personen unterschiedlich sind, je nachdem, ob die Gefährdungsbeurteilung (hier geht es um die Fachkunde des Arbeitgebers), die konkrete Tätigkeit (hier geht es um die Fachkunde der Beschäftigten) oder die sachverständige Person (hier geht es um die Fachkunde der zu benennenden Person) in Rede steht. Während die Fachkundeanforderungen für den Arbeitgeber oder eine andere verantwortliche Person bereits ab Arbeiten mit Biostoffen der Risikogruppe 1 gelten, wird die Fachkunde für Beschäftigte und die zu benennende Person erst für Tätigkeiten mit Biostoffen ab der Risikogruppe 3 gefordert. Für alle drei ist in der BiostoffV festgelegt, dass die für die Fachkunde erforderlichen Kenntnisse zunächst durch eine geeignete Berufsausbildung und eine zeitnahe einschlägige berufliche Tätigkeit nachzuweisen sind. In Abhängigkeit von der Aufgabe und der Höhe der Gefährdung kann zusätzlich die Teilnahme an spezifischen Fortbildungsmaßnahmen erforderlich sein. Hier spricht die TRBA 200 auch nur davon, dass die Kompetenz im Arbeitsschutz nachgewiesen werden muss und auf welche arbeitsschutzrechtlichen Inhalte sich die Kompetenz zu beziehen hat.

Für Laborbereiche - ohne Schutzstufenzuordnung - muss sich die Kompetenz bereits auf das Arbeitsschutzgesetz, die Biostoffverordnung, die Arbeitsmedizinische Vorsorgeverordnung und die einschlägigen TRBA beziehen. Bereits ab der Schutzstufe 2 sollen Kenntnisse des Gentechnikgesetzes, des Infektionsschutzgesetzes und der Tierseuchenerregerverordnung hinzukommen.

Für die „benannte Person“ in Schutzstufe 3und 4 ist zusätzlich aufgenommen, dass sie sich bezogen auf die Fachkunde aktuell halten muss (Zif. 6 Abs. 4 S. 1 TRBA-E 200). Eine zeitliche Vorgabe für die Erneuerung bzw. Wiederholung des Fachkundenachweises gibt die BiostoffV und damit auch die TRBA nicht vor.

Die TRBA 200 steht als PDF bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zum Download zur Verfügung: http://www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Biologische-Arbeitsstoffe/TRBA/TRBA-200.html

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