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Der Schlüssel liegt in den Kooperationen

Mit Biotechnologie gegen Corona

© Paulista/Fotolia.com

Die Corona-Pandemie begleitet die Welt nun fast ein ganzes Jahr und stellt die Völkergemeinschaft vor große Herausforderungen. Insbesondere durch die moderne Biotechnologie ist es gelungen, das Virus zu entschlüsseln, Nachweistests einzuführen, Therapien zu entwickeln und nicht zuletzt den Weg für einen Impfstoff zu finden. Welche Rolle der Standort Deutschland beim Kampf gegen Corona spielt, war Thema eines Webseminars von VCI und Deutscher Industrievereinigung Biotechnologie (DIB). Dabei diskutierte der Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach mit vfa-Präsident Han Steutel und dem DIB-Vorsitzenden Matthias Braun.

In seinem Eingangsstatement führte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach aus, dass die Kooperation zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik in Deutschland verbessert und intensiviert werden sollte. Im internationalen Vergleich habe Deutschland hier eine Schwäche. Ein Modell für Deutschland könnten beispielsweise die großen und oft erfolgreichen systematischen Verbindungen zwischen Universitäten und Wirtschaft sein, wie sie in den USA bestehen. Kooperationen dieser Art seien in Deutschland nicht üblich und würden durch die Medien oft kritisiert. Denkbar wären auch neue Formate in der Form staatlicher Einrichtungen, etwa nach dem Vorbild des National Institutes of Health in den USA, die die Forschungs- und Entwicklungskooperation zwischen Ministerien und Industrie deutlich verbessern könnten.

Riesiges Tempo bei Corona-Forschung

Der Präsident des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (vfa), Han Steutel, betonte anschließend in der Online-Diskussion, dass auch aus seiner Sicht die Kooperationen untereinander gestärkt werden müsse. Er führte weiter aus, dass zusätzlich zum menschlichen Leid ein wirtschaftlicher Schaden von 400 Milliarden Dollar weltweit entstünde. Das Tempo bei der Erforschung des Virus sei riesig, mehr als 200 Forschungsprojekte weltweit arbeiten an Therapien und Impfstoffen. Europa spiele dabei eine herausragende Rolle, sowohl bei der Forschung als auch bei der anstehenden Produktion. Die besondere Stärke liege in den internationalen Kooperationen, die die Fortschritte ermöglichen. Allein in Deutschland seien 60 Standorte mit einbezogen.

Internationale Partnerschaften nötig

Matthias Braun, Mitglied der Geschäftsführung von Sanofi-Aventis Deutschland und Vorsitzender des DIB-Vorstands des VCI erläuterte am Beispiel seines Unternehmens die herausragende Rolle der Biotechnologie im Kampf gegen das Virus. Weiter führte er auch die Besonderheiten der Impfstoffentwicklung und -produktion sowie die Bedeutung industrieller Netzwerke mit internationaler Arbeitsteilung und Kooperationen aus. Denn normalerweise dauere der Prozess zu einem wirksamen Produkt 14 bis 25 Jahre. Außerdem sei es, aufgrund der weltweiten Nachfrage an Impfstoffen, keinem Unternehmen möglich, allein die notwendigen Mengen herzustellen. Durch nationale und internationale Partnerschaften könne man dem Ziel, den weltweiten Bedarf zu bedienen, näherkommen.

Die Diskussion mit den Teilnehmenden brachte noch vielfältige weitere Aspekte in die Runde ein. Große Einigkeit zeigte sich dabei vor allen Dingen bei Lauterbachs Empfehlung, die Kooperation von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik stärker zu institutionalisieren.

Vorträge / Impulse

© Karl Lauterbach



  • Prof. Dr. Karl Lauterbach,
    MdB, SPD-Gesundheitsexperte

© Sanofi-Aventis Deutschland GmbH




  • Dr. Matthias Braun,
    Geschäftsführer Chemie & Biotechnik Sanofi, DIB Vorstand

© vfa




  • Han Steutel,
    Präsident des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (vfa)

  • Moderation: Dr. Sarah Borg, VCI

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Mitschnitt zum Webseminar

VCI

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Ort

Web

Veranstalter

VCI und DIB

Ansprechpartner

Dr. Sarah Borg

E-Mail: borg@berlin.vci.de