VCI-Position kompakt

Pandemie-Politik

Die chemisch-pharmazeutische Industrie leistet nicht nur mit der Entwicklung von Impfstoffen in Rekordzeit sowie mit Medikamenten, Desinfektionsmitteln, Hygieneprodukten, Werkstoffen für Schutzkleidung und weiteren Erzeugnissen direkte Beiträge zur Pandemiebekämpfung. Sie beweist auch, dass durch wirksame Hygienekonzepte in den Betriebsstätten, Homeoffice und konsequente Digitalisierung ein sicherer Betrieb trotz Pandemie gewährleistet werden kann.

Angesichts rückläufiger Infektionszahlen, einer gewissen „Lockdown-Müdigkeit” der Bevölkerung und einer für manche sogar existenzgefährdenden Dauer des Shutdowns hat die Debatte um Lockerungen Fahrt aufgenommen. Zugleich droht wegen hochansteckender Mutationen eine erneute Infektionswelle. Zudem wird ein umfassender Impfschutz wohl frühestens im Spätsommer möglich sein. Die forschende Pharmaindustrie tut ihr Möglichstes, um auf die rasante Entwicklung mit Anpassungen zu reagieren. Die Politik muss daher eine Strategie für die kommenden Monate finden, die Gesundheit, Bürgerrechte und wirtschaftliche Stabilität vernünftig ausbalanciert.

Fahrplan für ein sicheres Ende des Lockdowns

Die Chemieindustrie hat die bisherigen Beschlüsse der Politik stets mitgetragen. Wenn das Infektionsgeschehen aber wieder unter Kontrolle ist, sollte der Lockdown beendet werden. Dies muss schrittweise und für Bevölkerung und Wirtschaft nachvollziehbar erfolgen. Das Öffnen von Einzelhandel, Gaststätten oder Veranstaltungen sowie von Schulen und Kitas sollte an Auflagen gekoppelt sein. Ein bundeseinheitlicher Ausstieg aus dem Lockdown ist anzustreben. Bis dahin sind die besonders betroffenen Unternehmen wirksam und pragmatisch zu unterstützen, um Arbeitsplätze zu schützen und Insolvenzen zu verhindern. Zudem muss es darum gehen, die Instrumente zur Eindämmung der Pandemie so zu ertüchtigen, dass die Schwellenwerte für Lockerungen möglichst hoch liegen können, ohne eine neue Infektionswelle zu riskieren.

Das Infektionsgeschehen in Schach halten

Um einen exponentiellen Anstieg zu verhindern, müssen Infektionen umfassend erkannt, Kontakte rasch und lückenlos nachverfolgt und Infizierte konsequent isoliert werden. Hier besteht noch erheblicher Handlungsbedarf. Die zweite Säule einer effizienten Kontrolle des Infektionsgeschehens bilden bundeseinheitliche Vorgaben wie Hygieneregeln, Maskenpflicht oder eine Test- und Quarantänepflicht für Reisen. Diese sollten nicht gelockert werden. So lässt sich die Inzidenz dauerhaft niedrig und ohne größere wirtschaftliche Schäden halten.

Dank der Erfolge von Medizin und Pharmaindustrie scheint ein baldiges Ende der Pandemie in Sicht. Wenn die Bevölkerung durch Impfung geschützt ist und wirksame Therapien gegen Covid-19 zur Verfügung stehen, kann sich das Leben endlich wieder normalisieren. Politik und Behörden müssen die Impfzentren vor Ort mit optimalen Strukturen und bestmöglicher Ausstattung dazu befähigen, die vorhandenen Impfdosen so schnell wie möglich zu verimpfen und Fortschritte in der Therapieentwicklung unterstützen.

DAFÜR SETZT SICH DER VCI EIN

  • Lockdown sicher beenden
    Das bisherige Auf-Sicht-Fahren muss durch einen klaren Plan zur Beendigung des Lockdowns ersetzt werden. Zugleich sind die Voraussetzungen zu schaffen, dass dies auch bei höheren Inzidenzen erfolgen kann.
  • Pandemie erfolgreich bekämpfen und Mindeststandards für Infektionsschutz definieren
    Die Testkapazitäten sind auszubauen. Gut ausgestattete Gesundheitsbehörden haben eine rasche und lückenlose Kontaktnachverfolgung sowie die konsequente Quarantäne von Infizierten zu gewährleisten. Auch nach dem Ende des Lockdowns müssen Hygieneregeln, Masken- und Testpflicht bei Reisen sowie Obergrenzen für Versammlungen und Homeoffice eine Verbreitung des Virus verlangsamen. Sie sollten unabhängig vom Infektionsgeschehen nicht gelockert werden und bundesweit gelten.
  • Impfung beschleunigen und Therapieentwicklung unterstützen
    Der Staat muss Anreize schaffen, damit Impfstoffforschung und -produktion ausgebaut werden. Die erforderliche Logistik muss damit Schritt halten. Die Forschungsförderung für Therapien ist auszubauen.

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Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Dr. Henrik Meincke

E-Mail: meincke@vci.de