VCI-Position kompakt

Steuerliche Wettbewerbsfähigkeit

28. Juni 2021 | Position

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Die chemisch-pharmazeutische Industrie investiert hierzulande jedes Jahr mehr als 18 Milliarden Euro. Damit dies so bleibt, muss die künftige Bundesregierung die richtigen Antworten auf die internationalen steuerpolitischen Entwicklungen finden.

Seit der letzten großen Reform 2008 wurde wenig unternommen, um die steuerlichen Bedingungen zu verbessern. Im Gegenteil: Politische Entscheidungen haben zu Mehrbelastungen geführt. So wurden unter anderem die Bemessungsgrundlage deutlich verbreitert und die Gewerbesteuer schleichend erhöht. Aktuell wird durch die Corona-Pandemie sogar der Ruf nach einer Vermögensteuer laut, um die enormen Belastungen gegenzufinanzieren.

Mit Wachstum aus der Pandemie

Für die durch die Pandemie in Bedrängnis geratenen Unternehmen ist der Erhalt der Liquidität oberstes Gebot. Umso mehr ist ein Nachsteuern bei der Verlustverrechnung der Corona-Verluste dringend geboten. Eine faire Verlustverrechnung wirkt unmittelbar und stellt in einer zeitlichen Gesamtbetrachtung kein Steuergeschenk dar. Darüber hinaus sollte gerade jetzt eine Steuerreform angegangen werden. Denn nur eine international wettbewerbsfähige Wirtschaft wird auch auf lange Sicht für Steuereinnahmen sorgen. Derzeit ist das Gegenteil der Fall: Deutschland fällt im internationalen Standortwettbewerb deutlich zurück. In Europa liegen die Unternehmens-steuersätze im Durchschnitt unter 21 Prozent – hierzulande hingegen deutlich über 30 Prozent. Auch die in den USA und Großbritannien angekündigte Erhöhung von 21 auf 28 beziehungsweise von 19 auf 25 Prozent ändert nichts an der negativen Spitzenposition Deutschlands bei der Steuerbelastung. Durch die schleichende Erhöhung der Gewerbesteuer in vielen Städten und Gemeinden sind die Steuersätze für die Unternehmen sogar auf bis zu 35 Prozent gestiegen.

Hohe Verbundenheit mit dem Standort

Viele international tätige Unternehmen in Deutschland zahlen hierzulande einen überproportional hohen Anteil ihrer Ertrag-steuern: Obwohl laut einer VCI-Umfrage manche Firmen nur noch rund 20 Prozent ihres weltweiten Umsatzes in Deutschland erzielen, entrichten sie hier bis zu 60 Prozent der weltweiten Ertragsteuern. Hinzu kommen Energie- und Grundsteuern sowie auch positive Aufkommenseffekte wie Lohnsteuer und Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung durch die überproportional hohe Mitarbeiterzahl im Inland.

Steuerbelastungen reduzieren

Aufgrund der bereits hohen Steuerbelastung müssen Verschärfungen des Außensteuerrechts oder Doppelbesteuerungen bei grenzüberschreitenden Aktivitäten der Unternehmen in Deutschland vermieden werden. In einem weiteren Schritt muss die Belastung auf ein international vergleichbares Niveau und damit auf mindestens 25 Prozent reduziert werden.

DAFÜR SETZT SICH DER VCI EIN

  • Verlustverrechnung fair gestalten und Unternehmensteuern senken
    Eine faire Berücksichtigung von Corona-Verlusten ist ein sehr wirkungsvoller Hebel, um die Liquidität in Bedrängnis geratener Unternehmen zu erhalten. Zudem muss der Reformstau beseitigt werden, damit Deutschland international Schritt halten kann. Die Unternehmensteuern müssen auf ein international wettbewerbsfähiges Niveau von mindestens 25 Prozent gesenkt werden.
  • Unternehmensteuerrecht wettbewerbsfähig gestalten und Bürokratieaufwand senken
    Deutschland braucht eine moderneres Unternehmensteuerrecht. Auslandsaktivitäten sollten gegenüber vergleichbaren Inlandstätigkeiten nicht mehr zu einer höheren Steuerbelastung in Deutschland führen. Hierzu muss endlich die Anrechnung ausländischer Steuern auf die Gewerbesteuer ermöglicht und die viel zu hohe Niedrigsteuerlandschwelle im Außensteuergesetz von 25 auf 15 Prozent gesenkt werden.
  • Neue Belastungen vermeiden, um Unternehmen zu stärken
    Die OECD-Entwürfe zur Neuordnung der internationalen Besteuerungsrechte und globalen Mindestbesteuerung müssen radikal vereinfacht werden, um keine neuen bürokratischen Lawinen auszulösen. Eine Vermögenssteuer besteuert die Unternehmenssubstanz und bringt Unternehmen in der Rezession zu Fall.

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RAin Chin Chin King

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