VCI-Position kompakt

Moderne Landwirtschaft und Ernährung

Fruchtbares Ackerland ist eine begrenzte Ressource, die nicht beliebig erweitert werden kann und sich durch Klimawandel und zum Schutz der Biodiversität weiter verknappen dürfte. Ohne eine möglichst effiziente Bewirtschaftung der zur Verfügung stehenden Flächen ist die Versorgung der wachsenden Weltbevölkerung nicht zu sichern.

Nur eine moderne Landwirtschaft erlaubt den Anbau von Lebensmitteln auch unter schwierigsten Bedingungen. In Deutschland erzielt die moderne Landwirtschaft beim Anbau der wichtigsten Kulturpflanzen auf gleicher Fläche doppelt so viel Ertrag wie ökologisch wirtschaftende Betriebe, die auf Mineraldünger und die meisten chemischen Pflanzenschutzmittel verzichten. Zudem werden durch die effizienteren Bewirtschaftungsmethoden erheblich weniger Treibhausgase je Einheit emittiert.

EU-Strategie blendet Zielkonflikte aus

Die EU-Kommission plant in ihrer „Farm to Fork-Strategie“ unter anderem, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bis 2030 um die Hälfte und zugleich den von Düngemitteln um mindestens 20 Prozent zu verringern. Zusätzlich soll der ökologische Landbau auf mindestens 25 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen ausgeweitet werden.

Solche starren quantitativen Reduktionsziele sind nicht zielführend, da der Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln je nach Situation und Bedarf einer Pflanze abweicht, sodass mit erheblichen Ernteeinbußen zu rechnen ist. Gleiches gilt für die geplante Ausweitung des ökologischen Landbaus, die darüber hinaus höhere Treibhausgasemissionen je Einheit nach sich zieht. Dies muss vermieden werden, da der Bedarf an landwirtschaftlichen und nachwachsenden Rohstoffen eher steigen als sinken wird – zum einen aufgrund der wachsenden Weltbevölkerung, zum anderen durch die steigende Nachfrage nach Biomasse zur Energiegewinnung.

Das Gebot der Stunde: Innovative Lösungen

Die beschriebenen Zielkonflikte dürfen nicht ausgeblendet, sondern müssen in einer ganzheitlichen Strategie aufgelöst werden, die den Klima- und Biodiversitätsschutz und die Sicherung der Ernährung durch eine verbesserte landwirtschaftliche Produktion in Einklang bringt.

Forschung zu und Weiterentwicklung von Pflanzenschutz und Düngung sind dafür entscheidend – und münden bestenfalls in möglichst schonenden Wirkstoffen, Biologika und Biostimulanzien sowie hocheffizienten Mineraldüngern.

Darüber hinaus bieten die Digitalisierung und das sogenannte Precision Farming neue Möglichkeiten, um Nachhaltigkeit und Effizienz in der Landwirtschaft weiter zu steigern. Sie tragen dazu bei, dass der Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln weiter reduziert und klimaschädliche Stickstoffüberschüsse gesenkt werden können. Neue biotechnologische Verfahren ermöglichen zudem die Züchtung widerstandsfähiger und an den Klimawandel angepasster Sorten, die wiederum ebenfalls den Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln reduzieren und dennoch Erträge sichern oder gar steigern.

DAFÜR SETZT SICH DER VCI EIN

  • Effiziente und nachhaltige Bewirtschaftung der knappen Ressourcen
    Die Zielkonflikte zwischen Klima-, Biodiversitäts- und Umweltschutz auf der einen und der weltweiten Nahrungsmittelversorgung auf der anderen Seite können nur mit einer ganzheitlichen Strategie gelöst werden, die eine moderne Landwirtschaft als Chance begreift und nutzt. Innovationen aus der chemischen und biotechnischen Industrie dürfen nicht stigmatisiert werden, sondern müssen rein wissenschaftsbasiert beurteilt und den Landwirten zugänglich gemacht werden.
  • Netzausbau im ländlichen Raum vorantreiben
    Um Pflanzenschutz- und Düngemittel möglichst zielgerichtet und effizient anzuwenden, sind Landwirte auf innovative Technologien angewiesen. Damit diese vollumfänglich genutzt werden können, muss der Ausbau leistungsfähiger Datennetzwerke gerade auch in den ländlichen Regionen mit aller Kraft vorangetrieben werden.

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Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Michael Henning

E-Mail: henning@berlin.vci.de