VCI-Position kompakt

Moderne Landwirtschaft und Ernährung

28. Juni 2021 | Position

Downloads

Fruchtbares Ackerland ist eine begrenzte Ressource, die nicht beliebig erweitert werden kann und sich durch Klimawandel und zum Schutz der Biodiversität weiter verknappen dürfte.

Ohne eine effiziente und ertragreiche Bewirtschaftung der zur Verfügung stehenden Flächen ist die Versorgung der wachsenden Weltbevölkerung nicht zu sichern. Die moderne Landwirtschaft erlaubt den Anbau von Lebensmitteln auch unter schwierigsten Bedingungen.

In Deutschland erzielt die moderne Landwirtschaft beim Anbau der wichtigsten Kulturpflanzen auf gleicher Fläche doppelt so viel Ertrag wie ökologisch wirtschaftende Betriebe, die auf Mineraldünger und die meisten chemischen Pflanzenschutzmittel verzichten. Zudem werden durch die effizienteren Bewirtschaftungsmethoden erheblich weniger Treibhausgase je Einheit emittiert.

EU-Strategien blenden Zielkonflikte aus

Die EU-Kommission plant in ihrer „Farm to Fork“- und „Biodiversitätsstrategie“, bis 2030 den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln um die Hälfte und den von Düngemitteln um mindestens 20 Prozent zu verringern. Zugleich soll der ökologische Landbau auf mindestens 25 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen ausgeweitet werden. Solche starren quantitativen Reduktionsziele sind nicht zielführend. Der Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln weicht je nach Situation und Bedarf einer Pflanze ab, sodass mit erheblichen Ernteeinbußen zu rechnen ist. Gleiches gilt für die geplante Ausweitung des ökologischen Landbaus, die zudem höhere Treibhausgasemissionen je Einheit nach sich zieht. Dies muss vermieden werden, da der Bedarf an landwirtschaftlichen und nachwachsenden Rohstoffen eher steigen als sinken wird – zum einen aufgrund der wachsenden Weltbevölkerung, zum anderen durch die steigende Nachfrage nach Biomasse zur Energiegewinnung.

Das Gebot der Stunde: Innovative Lösungen

Die beschriebenen Zielkonflikte dürfen nicht ausgeblendet, sondern sollten in einer ganzheitlichen Strategie aufgelöst werden, die den Schutz von Klima und Biodiversität sowie die Sicherung der Ernährung durch eine verbesserte landwirtschaftliche Produktion in Einklang bringt. Forschung zu und Weiterentwicklung von innovativem Pflanzenschutz und Dünger sind dafür entscheidend – und münden bestenfalls in möglichst schonenden Wirkstoffen, Biologika und Biostimulanzien sowie hocheffizienten Mineraldüngern.

Zudem bietet die Digitalisierung („Precision Farming“) neue Möglichkeiten, um den Einsatz von Pflanzenschutz und -düngung situations- und bedarfsgerecht zu reduzieren. Deren ziel- und punktgenaue Ausbringung trägt wesentlich zur Nachhaltigkeit und Effizienz in der Landwirtschaft bei und senkt zusätzlich klimaschädliche Stickstoffüberschüsse.

Neue biotechnologische Verfahren ermöglichen darüber hinaus die schnellere, sichere sowie präzise Züchtung widerstandsfähiger und an den Klimawandel angepasster Sorten. Dies ermöglicht ebenfalls eine erhebliche Reduktion des Einsatzes von Pflanzenschutz- und Düngemitteln während Erträge gesichert oder gar gesteigert werden können.

DAFÜR SETZT SICH DER VCI EIN

  • Innovationen für eine möglichst effiziente und nachhaltige Bewirtschaftung nutzen
    Es braucht eine ganzheitliche Strategie, um den Folgen des Klimawandels und des Verlusts der Artenvielfalt wirksam zu begegnen und die damit einhergehenden Zielkonflikte zu meistern. Die moderne Landwirtschaft schafft die dringend benötigten Methoden für eine effiziente und nachhaltige Bewirtschaftung knapper Ressourcen. Innovationen aus der chemischen und biotechnischen Industrie sollten rein wissenschaftsbasiert beurteilt und den Landwirten zugänglich gemacht statt stigmatisiert werden.
  • Netzausbau im ländlichen Raum vorantreiben, um Potenziale der Digitalisierung zu heben
    Um Pflanzenschutz- und Düngemittel möglichst zielgerichtet und effizient anzuwenden, sind Landwirte auf Präzisionstechnologien angewiesen. Damit diese vollumfänglich genutzt werden können, muss der Ausbau leistungsfähiger Datennetzwerke in den ländlichen Regionen mit aller Kraft vorangetrieben werden.

Kontakt

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

 Michael Henning

Kontaktperson

Michael Henning

Lobbytransparenz, Handelspolitik, Argarkoordination, Bürokratieabbau