VCI-Position kompakt

Agrar und Biodiversität

Die Biodiversität ist zurückgegangen. Dieser Rückgang hat viele Ursachen. Die Chemieindustrie bekennt sich zur Biodiversität als Gemeinschaftsaufgabe und möchte in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft ihren Beitrag leisten. Es gilt, in einem Diskurs mit allen Beteiligten ganzheitliche Lösungen zu entwickeln, um die Erfordernisse einer produktiven Landwirtschaft mit den Zielen des Naturschutzes in Einklang zu bringen. Die moderne Landwirtschaft ist dabei ein Teil der Lösung.

Die Förderung von Biodiversität ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. - Bild: © prudkov - Fotolia.com
Die Förderung von Biodiversität ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. - Bild: © prudkov - Fotolia.com

Die Biodiversität ist in den vergangenen Jahrzehnten zurückgegangen. Es ist im Interesse aller, diesen Trend umzukehren. Der Rückgang hat zahlreiche Ursachen. Unbestritten ist, dass auch die Landwirtschaft eine Mitverantwortung trägt.

Moderne Landwirtschaft ist Teil der Lösung

Der Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln steht oft in der Kritik. Dabei wird der Beitrag übersehen, den diese Mittel für eine produktive Landwirtschaft leisten: Durch ihren Einsatz werden natürliche Ressourcen geschont und die hochwertige Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung gewährleistet.

Produktive Landwirtschaft und Schutz der Biodiversität schließen sich keineswegs aus: Die moderne Landwirtschaft kann als größter Flächennutzer einen wichtigen Beitrag leisten, um die Artenvielfalt zu fördern, indem geeignete Lebensräume in der Agrarlandschaft bereitgestellt werden. Schon heute gibt es viele Maßnahmen, die sich gut in die Abläufe auf den Feldern integrieren lassen, ohne dabei deren primären Zweck – die Versorgung mit Lebensmitteln, Energiepflanzen und nachwachsenden Rohstoffen – aus den Augen zu verlieren. Durch den Einsatz von Mineraldüngern und Pflanzenschutzmitteln ist der Flächenbedarf der deutschen Landwirtschaft erheblich geringer als ohne diese Mittel: Würde darauf verzichtet, müssten anderswo mehr Flächen bewirtschaftet werden, um die Nachfrage zu bedienen.

Pflanzenschutzmittel durchlaufen vor ihrer Zulassung in der EU eine extrem strenge Prüfung. Die Industrie unterstützt Landwirte seit langem bei der fachgerechten und sicheren Anwendung dieser Mittel. Denn Pflanzenschutzmittel sollten nur dorthin gelangen, wo sie ihre Wirkung entfalten, um Unkräuter, Pilze und Schädlinge unter Kontrolle zu halten. Zukünftig bietet die Digitalisierung zum Beispiel in Form moderner Ausbringungstechniken große Chancen, um die Nachhaltigkeit und Effizienz der Landwirtschaft zu steigern.

Das ist angesichts der wachsenden Weltbevölkerung auf rund 10 Milliarden Menschen bis 2050 auch dringend nötig: Die Weltgesundheitsorganisation WTO schätzt, dass der Nahrungsmittelbedarf bis dahin um rund 70 Prozent steigt. Diese gewaltige Herausforderung ist ohne moderne Betriebsmittel nicht zu bewältigen.

Notwendig ist ein offener Dialog

Die Förderung von Biodiversität ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nur im Konsens und durch Beiträge jedes Einzelnen realisiert werden kann. Studien zeigen, dass besonders der Verlust von Lebensräumen und die monotone Gestaltung urbaner sowie industriell und landwirtschaftlich geprägter Landschaften zu einer geringeren Artenvielfalt führen. Auch im Aktionsprogramm Insektenschutz der Bundesregierung ist dieser gesamtgesellschaftliche Aspekt klar angesprochen.

Die Chemieindustrie bekennt sich zur Biodiversität als Gemeinschaftsaufgabe und möchte mit der Landwirtschaft ihren Beitrag leisten. Es gilt, im Diskurs mit allen Beteiligten Lösungen zu entwickeln, um die Erfordernisse einer produktiven Landwirtschaft mit dem Schutz der Umwelt in Einklang zu bringen.

DAFÜR SETZT SICH DER VCI EIN

  • Einen ganzheitlichen Ansatz fördern
    Die Förderung von Biodiversität ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und erfordert einen ganzheitlichen Ansatz. Das gilt sowohl für das Aktionsprogramm Insektenschutz der Bundesregierung als auch für die kommende „Farm to Fork“-Strategie der EU-Kommission. Um diesen Ansatz zu entwickeln, bringt sich die Chemieindustrie in einem offenen Dialog entlang der gesamten Wertschöpfungskette ein.
  • Wahrnehmung der modernen Landwirtschaft als Teil der Lösung
    Primäre Aufgabe der Landwirtschaft ist die Versorgung mit Nahrungsmitteln. Eine Landwirtschaft ohne Mineraldüngung und Pflanzenschutz würde nahezu die doppelte Fläche benötigen. Ein erhöhter Flächenbedarf würde weiteren Lebensraumverlust für viele Arten bedeuten. Diese Diskrepanz muss berücksichtigt werden, damit Belange des Umweltschutzes und der Ernährungssicherheit in Einklang gebracht werden.
  • Digitalisierung als Chance zur Effizenzsteigerung nutzen
    Pflanzenschutz- und Düngemittel sollten zielgerichtet und effizient angewandt werden. Um die dafür erforderlichen innovativen Techniken nutzen zu können, muss der Ausbau leistungsfähiger Datennetzwerke in den ländlichen Regionen vorangetrieben werden.

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Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Jenni Glaser

E-Mail: glaser@vci.de