VCI-Position kompakt

Moderne Landwirtschaft und Ernährung

22. Juni 2022 | Position

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Fruchtbares Ackerland ist eine begrenzte Ressource, die nicht beliebig erweitert werden kann und sich durch Klimawandel und Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität weiter verknappen wird.

Ohne eine effiziente und ertragreiche Bewirtschaftung der zur Verfügung stehenden Flächen ist die Versorgung der wachsenden Weltbevölkerung nicht zu sichern. Die moderne Landwirtschaft erlaubt den Anbau von Lebensmitteln auch unter schwierigsten Bedingungen.

In Deutschland erzielt die moderne Landwirtschaft beim Anbau der wichtigsten Kulturpflanzen auf gleicher Fläche doppelt so viel Ertrag wie ökologisch wirtschaftende Betriebe, die auf Mineraldünger und die meisten chemischen Pflanzenschutzmittel verzichten. Zudem werden durch die effizienteren Bewirtschaftungsmethoden weniger Treibhausgase je Einheit emittiert.

„Farm-to-Fork“ blendet Zielkonflikte aus

Die EU-Kommission plant in ihrer „Farm to Fork“- und „Biodiversitätsstrategie“, den Einsatz und die Risiken von Pflanzenschutzmitteln sowie die Nährstoffverluste bis 2030 um die Hälfte zu verringern. Zugleich soll der ökologische Landbau auf mindestens 25 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen ausgeweitet werden. Solche starren Reduktionsziele sind nicht zielführend, da der Bedarf an Pflanzenschutz- und Düngemitteln von verschiedenen Faktoren abhängt und variiert. Stehen die Mittel nicht zur Verfügung, ist mit erheblichen Ernteeinbußen zu rechnen. Gleiches gilt für die geplante Ausweitung des ökologischen Landbaus, die unweigerlich den Rückgang der inländischen landwirtschaftlichen Produktion nach sich zieht. Angesichts wachsender Unsicherheiten auf den globalen Rohstoffmärkten durch den Krieg in der Ukraine wird der Bedarf jedoch eher steigen als sinken. Das gilt auch für Deutschland und Europa, die ihre landwirtschaftliche Produktion robuster machen müssen, um die eigene, aber auch die globale Versorgung, abzusichern.

Das Gebot der Stunde: Innovative Lösungen

Die genannten Zielkonflikte dürfen nicht ausgeblendet, sondern sollten in einer ganzheitlichen Strategie aufgelöst werden, die den Schutz von Klima und Biodiversität sowie die Sicherung der Ernährung durch eine leistungsfähige landwirtschaftliche Produktion in Einklang bringt. Forschung zu und Weiterentwicklung von innovativen Pflanzenschutz- und Düngeprodukten sind dafür entscheidend. Sie münden in innovativen – auch biologischen – Wirkstoffen im Pflanzenschutz, in Biostimulanzien zur besseren Nährstoffverwertung und für robustere Pflanzen sowie in hocheffizienten und klimafreundlichen Mineraldüngern.

Zudem bietet die Digitalisierung („Precision Farming“) enormes Potenzial, um den Einsatz von Pflanzenschutz und Düngung situations- und bedarfsgerecht zu reduzieren. Die ziel- und punktgenaue Ausbringung trägt wesentlich zur Nachhaltigkeit und Effizienz in der modernen Landwirtschaft bei.

Neue biotechnologische Verfahren ermöglichen darüber hinaus die schnellere, sichere sowie präzise Züchtung ertragreicherer, widerstandsfähiger und an den Klimawandel angepasster Sorten. Dies ermöglicht ebenfalls eine erhebliche Reduktion des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln, während Erträge gesichert oder gar gesteigert werden können.

DAFÜR SETZT SICH DER VCI EIN

  • Innovationen für eine möglichst effiziente und nachhaltige Bewirtschaftung nutzen
    Es braucht eine ganzheitliche Strategie, um den Folgen des Klimawandels und des Verlusts der Artenvielfalt wirksam zu begegnen und die damit einhergehenden Zielkonflikte zu meistern. Die moderne Landwirtschaft nutzt die dringend benötigten Methoden für eine effiziente und nachhaltige Bewirtschaftung knapper Ressourcen. Innovationen aus der chemischen und biotechnischen Industrie sollten rein wissenschaftsbasiert beurteilt und den Landwirten rasch zugänglich gemacht werden.
  • Netzausbau im ländlichen Raum vorantreiben, um Potenziale der Digitalisierung zu
    Um Pflanzenschutz- und Düngemittel möglichst zielgerichtet und effizient anzuwenden, sind Landwirte auf Präzisionstechnologien angewiesen. Damit diese vollumfänglich genutzt werden können, muss der Ausbau leistungsfähiger Datennetzwerke in den ländlichen Regionen mit aller Kraft vorangetrieben und die Landwirtschaft bei Investitionen in neue Geräte finanziell unterstützt werden.

Kontakt

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

 Michael Henning

Kontaktperson

Michael Henning

Lobbytransparenz, Argarkoordination, Bürokratieabbau, Handelspolitik