VCI-Position kompakt

Biodiversität

15. März 2021 | Position

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Die EU-Kommission hat die „Biodiversitätsstrategie 2030“ als wichtiges Element ihres „Green Deals“ veröffentlicht. Sie umfasst Maßnahmen für ein kohärentes Netz der Schutzgebiete, einen EU-Plan zur Wiederherstellung der Natur sowie einen Fahrplan zur Erreichung noch zu formulierender Biodiversitätsziele.

Der Anspruch, der damit verbunden ist: eine internationale Führungsposition beim Schutz der Biodiversität einzunehmen. Die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie bekennt sich zur Biodiversitätskonvention CBD sowie zu den Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen und setzt sich für den Schutz und die nachhaltige Nutzung von Biodiversität und Ökosystemleistungen ein.

Herausforderungen kennen und angehen

Die Maßnahmen und Ziele der europäischen Biodiversitätsstrategie sind sorgfältig auf ihre wirtschaftlichen Auswirkungen und die globale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in der EU zu prüfen. Der Verlust der Wettbewerbsfähigkeit führt dazu, dass Produktionsstandorte in Ländern mit weniger strengen Auflagen an Attraktivität gewinnen. Zudem sind mögliche Zielkonflikte zu bedenken – etwa zwischen dem Ausbau von Wind- und Wasserkraftanlagen oder der extensiven Flächennutzung zur Lebensmittelproduktion auf der einen und dem Arten- und Habitatschutz auf der anderen Seite. Hierzu ist eine enge Vernetzung der unterschiedlichen Strategien unter dem Dach des „Green Deal“ unerlässlich. Der aktuelle EU-Plan zur Wiederherstellung der Natur sieht den Schutz von Habitaten als Ganzes vor. Daran sollte festgehalten werden, denn intakte Habitate sind die Grundlage für Artenschutz. Bestehende Regulierungen, wie zum Beispiel die deutschen Regelwerke zum Bodenschutz, sollten berücksichtigt und Doppelregulierungen oder gar Widersprüche vermieden werden. Lokale Lösungen können passgenauer sein und sollten im Zweifel bevorzugt werden.

Ziele messbar machen

Die Entwicklung von Biodiversitätszielen und Indikatoren auf EU-Ebene muss praxistauglich sein und auch betriebs- und volkswirtschaftliche Zusammenhänge berücksichtigen. Daher sollten Experten aus der Unternehmenspraxis an der Diskussion beteiligt werden. Laut EU-Plan sind bestehende naturwissenschaftliche Datenlücken eine Herausforderung für die Entwicklung von Indikatoren und das Monitoring. Eine umfassende und qualitativ hochwertige Datengrundlage zur Biodiversität ist für die Weiterentwicklung der Prozesse und der industriellen Produktion mit ihren Innovationen wichtig, zum Beispiel bezüglich natürlicher Gegebenheiten am Standort oder der Verfügbarkeit biologischer Ressourcen. Deshalb unterstützt die Chemie- und Pharmabranche auch das auf Bundesebene beschlossene nationale Monitoringzentrum zur Biodiversität.

Zusätzliche Berichtspflichten für Unternehmen und die EU-Mitgliedstaaten sollten, gerade wegen der bereits bestehenden Belastungen für kleinere und mittlere Unternehmen, vermieden werden.


DAFÜR SETZT SICH DER VCI EIN

  • Biodiversität ganzheitlich und als gesamtgesellschaftliche Aufgabe angehen
    Die Förderung der Biodiversität muss umfassend betrachtet werden und betriebs- und volkswirtschaftliche Perspektiven einbeziehen. Probleme und Zielkonflikte müssen identifiziert und pragmatisch gelöst werden. Die Strategien des „Green Deal“ der EU sollten konsequent mit den Aktivitäten der Mitgliedstaaten harmonisiert werden, um kontroverse und ineffiziente Parallelprozesse zu vermeiden.
  • Vielfältige Hebel nutzen
    Die Politik sollte die Breite der Beiträge der Chemie- und Pharmaindustrie anerkennen und fördern: Die Branche setzt auf Forschung und Innovationen, um den Nachhaltigkeitsbeitrag von Prozessen und Produkten zu erhöhen. Sie trägt zudem durch nachhaltige Nutzung biologischer Ressourcen zu mehr Gesundheit bei. Es braucht eine nachhaltige Landwirtschaft, die die Ernährung klima- und umweltschonend sichert. Rohstoffe und Ressourcen müssen effizient und nachhaltig gewonnen und genutzt sowie Kreisläufe geschlossen werden.
  • Innovationsfreundliche Rahmenbedingungen für den Wandel schaffen
    Um die genannten Potenziale für einen tiefgreifenden Wandel noch stärker nutzen zu können, sind technologieoffene Rahmenbedingungen nötig, die Unternehmen Planungssicherheit für Innovationen und Investitionen geben und bestehende positive Beispiele stärken.

Hier geht's zum DownloadPDF | 399 kB | Stand: 19. April 2021



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Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Dipl.-Geogr. Anne Armbruster

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Dipl.-Geogr. Anne Armbruster

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