Studie von ZEW und CWS im Auftrag des VCI

Innovationsindikatoren Chemie 2019 - Auszug zu Chemie-Start-ups

Die Publikation ist eine Auskopplung des Schwerpunktthemas „Chemie-Start-ups" aus der im Oktober/November 2019 erscheinenden Gesamtstudie „Innovationsindikatoren Chemie 2019". Die Studie stellt im jährlichen Turnus die Innovationsleistung der deutschen Chemieindustrie dar. Ziel im diesjährigen Fokus ist es, einen möglichst vollständigen Überblick über Chemie-Startups in Deutschland in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu geben. Die Start-ups werden nach Themen und Märkten klassifiziert und beschrieben. Eine Betrachtung der Wagniskapital-Investitionen im Bereich Chemie sowie ein internationaler Vergleich zu Start-up-Aktivitäten in der Branche ergänzen die Analyse.

Innovationsindikatoren Chemie 2019 - Auszug zu Chemie-Start-ups

Broschüre
8 Seiten / DIN A4

Zielgruppe:
Mitgliedsunternehmen, Ministerien, Behörden, Politiker, Medien, breite Öffentlichkeit

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Die vorliegende Publikation ist ein Auszug aus der im Oktober/November 2019 erscheinenden Studie „Innovationsindikatoren Chemie 2019". Diese wird im Auftrag des VCI jährlich erstellt von der ZEW - Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH, Mannheim und dem Center für Wirtschaftspolitische Studien (CWS) der Leibniz Universität Hannover.

Im jährlichen Standardteil der Studie werden sowohl Indikatoren zur wissenschaftlichen Seite der Chemie beleuchtet als auch Input- und Output-Indikatoren der Innovationsleistung der Chemieindustrie. Untersucht wird dabei die chemische Industrie im engeren Sinne, also ohne die pharmazeutische Industrie. Die chemische Industrie umfasst somit im Hauptteil der Studie die Herstellung von Chemikalien ohne die Herstellung von Arzneimitteln, also Abteilung 20 der Wirtschaftszweigsystematik 2008. Der vorliegende Fokus-Teil der Studie zu Chemie-Start-ups hat diese Einschränkung nicht.

Schwerpunktthema Chemie-Start-ups: Zusammenfassung

Das „Forum Startup Chemie" und das ZEW haben 281 Chemie-Startups in Deutschland identifiziert, die Anfang 2019 wirtschaftsaktiv waren. Viele Chemie-Start-ups bieten spezialisierte Dienstleistungen an: 34 Prozent erbringen FuE-Dienstleistungen, 13 Prozent sind im Bereich IT-Dienste tätig, 32 Prozent setzen Technologieplattformen und 30 Prozent biotechnologische Verfahren ein. Eine Klassifizierung der Produktangebote der Chemie-Start-ups zeigt, dass über die Hälfte Werkstoffe und Materialien anbieten. Auch viele der auf FuE spezialisierten Start-ups weisen in diesem Bereich Produktangebote auf. Jeweils 20 Prozent bieten Analytik-Dienstleistungen und Softwareprogrammierungsdienste an.

Der mit Abstand wichtigste Zielmarkt von Chemie-Start-ups ist die Chemieindustrie. Vier von fünf - zählen die Chemieindustrie zu ihren Kundenbranchen. Die Unternehmens-Datenbank des „Forum Startup Chemie" ist über den hier unterlegten Link erreichbar.

Die Untersuchung von ZEW und CWS zeigt auch, dass die Wagniskapital-Investitionen in deutsche Chemieunternehmen 2018 einen Tiefststand erreichten (2,4 Millionen Euro). In den Jahren 2015 bis 2018 flossen nur 0,3 Prozent der gesamten Wagniskapital-Investitionen in Deutschland in den Bereich Chemie. Deutlich mehr Wagniskapital wurde im gleichen Zeitruam in Deutschland in die Digitalwirtschaft (46 Prozent) sowie in die Biotech- und Gesundheitsbranche (19 Prozent) investiert. In vielen anderen, auch kleineren EU-Ländern wird deutlich mehr Wagniskapital im Bereich Chemie bereitgestellt.

Bedeutung von Gründungen in der Chemieindustrie

  • Unternehmensgründungen bringen neue Ideen in den Markt und beleben den Wettbewerb um die besten Lösungen für Kunden und Nutzer von Chemieprodukten.
  • Gründungen erschließen neue Anwendungsmöglichkeiten und neue Technologien, wenn die Nachfrage für einen Markteintritt durch etablierte Unternehmen zunächst zu gering ist.
  • Gründungen überführen neue Forschungsergebnisse in die Marktanwendung. Dies gilt für Start-ups aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen ebenso wie für innovationsorientierte Gründungen aus bestehenden Unternehmen ("Corporate Spinoffs").
  • Unternehmensgründungen kompensieren für den Verlust im Unternehmensbestand aufgrund von Schließungen oder Übernahmen und tragen zu Beschäftigung und Wachstum in der Chemie bei.

Chemie-Start-ups als innovative Erneuerer der Chemiebranche

  • Chemie-Start-ups, d.h. junge Unternehmen, die auf Basis von chemischem Wissen und chemischen Technologien innovative Produkte und Dienstleistungen anbieten, erschließen primär neue Geschäftsfelder außerhalb der traditionellen Chemie.
  • Viele Chemie-Start-ups bieten spezialisierte Dienstleistungen an: 34 Prozent erbringen FuE-Dienstleistungen, 13 Prozent sind im Bereich IT-Dienste tätig.
  • 32 Prozent der Chemie-Start-ups setzen Technologieplattformen und 30 Prozent biotechnologische Verfahren ein.
  • Die Hälfte der Gründer von Chemie-Start-ups hat promoviert. Die Mitarbeiterzahl liegt höher als bei anderen innovativen Start-ups.

Schwache Entwicklung des Wagniskapital-Marktes

Die Wagniskapital-Investitionen in deutsche Chemieunternehmen erreichten 2018 einen Tiefststand (2,4 Millionen Euro). 2015 bis 2018 flossen nur 0,3 Prozent Wagniskapital-Investitionen in Deutschland in den Bereich Chemie.

In vielen anderen, auch kleineren EU-Ländern wird deutlich mehr Wagniskapital im Bereich Chemie bereitgestellt.


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Ansprechpartner

Dr. Denise Schütz

E-Mail: schuetz@vci.de