Kurzfassung einer Studie von SANTIAGO für den VCI

Erwartungen der Kundenbranchen an die Chemieindustrie

Die Industrie erfährt einen starken Veränderungsdruck, den Endkunden-Branchen unmittelbarer spüren als solche, die in der Wertschöpfungskette weiter am Anfang stehen. Dieser Druck erreicht über die Kunden auch die Vorlieferanten. Daraus ergeben sich auch für die chemische Industrie Impulse zur Veränderung. Die vorliegende Studien-Kurzfassung fasst die Analyse der Wünsche von sechs zentralen Kundenbranchen prägnant zusammen. Sie ist eine von drei Studien, die unter dem Dach „Chemie ist Zukunft" helfen sollen, die Zukunftsfähigkeit der Branche am Standort Deutschland zu sichern.

Studie „Erwartungen der Kundenbranchen an die Chemieindustrie
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Publikation
12 Seiten / DIN A5

Zielgruppe:
VCI-Mitgliedsunternehmen; Kundenbranchen der Chemie; Politik; breite Öffentlichkeit

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Hintergrund

Die Welt ändert sich immer schneller und teilweise grundlegend. Was heute als gesetzt gilt, kann morgen in Frage gestellt werden. Technologien, die seit mehr als 100 Jahren im Einsatz sind, wie der Verbrennungsmotor, stehen vor der Ablösung. Die Digitalisierung schafft Optionen, die bis vor kurzem nicht vorstellbar waren. Die Forderungen nach geschlossenen Kreisläufen, mehr Klimaschutz und Ressourcenschonung stellen neue Anforderungen an das Produktdesign und erfordern ganz neue Technologien.

Die Industrie erfährt einen starken Veränderungsdruck, den Endkundenbranchen unmittelbarer spüren als solche, die in der Wertschöpfungskette weiter am Anfang stehen. Der Druck wird von den Kunden an die Vorlieferanten weitergeben. Insofern ergibt sich auch ein Veränderungsdruck für die chemische Industrie.

Studiendesign: Qualitative Experteneinschätzungen

Vor diesem Hintergrund hat der VCI die Unternehmensberatung SANTIAGO beauftragt, die Wünsche von sechs zentralen Kundenbranchen zu ermitteln. Dazu wurden qualitative Interviews mit Experten aus den Kundenbranchen und den Mitgliedsunternehmen des VCI durchgeführt.

Die Ergebnisse der Studie beruhen auf 58 qualitativen Interviews, die das Beratungsunternehmen Santiago mit Experten aus sechs zentralen Kundenbranchen und aus Mitgliedsunternehmen des VCI durchführte. Der Schwerpunkt der Befragung lag auf Deutschland und Europa. Die europäischen Ergebnisse wurden durch die Befragung einer Reihe von asiatischen und amerikanischen Experten abgesichert. Die interviewten Experten verteilen sich in ihrer Funktion über die Managementebenen Unternehmensleitung, Geschäftsbereichsleitung, Abteilungsleitung und Experten. Sie stammen aus den Bereichen Forschung und Entwicklung, Marketing und Vertrieb, Einkauf, IP, Regulatory, Legal, Sustainability und New Business Development. Dadurch wurde sichergestellt, dass eine branchen- und funktionsübergreifende Bewertung stattfinden konnte und dabei stets eine Entscheiderperspektive eingenommen wurde.

Untersuchte Kundenbranchen

Bei der Auswahl der Unternehmen wurde darauf geachtet, die jeweiligen Branchen möglichst repräsentativ abzubilden und Unternehmen unterschiedlicher Größenklassen und Tätigkeitsfelder zu berücksichtigen. Die Studie untersucht aktuelle Megatrends und deren Auswirkungen auf die sechs wichtigsten Kundenindustrien der chemischen Industrie:

  • Transport
  • Wohnungsbau
  • Elektronik
  • Konsumgüter
  • Energie
  • Ernährung

Sie leitet daraus die Anforderungen ab, die die Chemieindustrie erfüllen muss, wenn sie ihre Kundenbranchen auch zukünftig erfolgreich bedienen möchte.

Globale Megatrends bestimmen das Kundenverhalten

Der Endkunde entscheidet letztlich, welche Produkte gekauft werden und welche nicht. Seine Entscheidungen werden durch Trends beeinflusst. Diese Trends sind für die künftigen Entwicklungen der Endkundenbranchen folglich mitentscheidend.

Nach Einschätzung der befragten Experten werden in den nächsten Jahren folgende Megatrends die Entwicklungen in den Branchen – und damit auch in der chemischen Industrie – beeinflussen:

  • Prio 1: Ökologie und Nachhaltigkeit
  • Prio 2: Ethik- und Sozialstandards
  • Prio 3: Digitalisierung, Individualisierung und Beschleunigung
  • Prio 4: Demografie und Urbanisierung

Ökologie und Nachhaltigkeit dominieren

Die Experten der Ernährungs-, Konsumgüter-, Energie- und Wohnungsbauindustrie sehen „Ökologie und Nachhaltigkeit“ als den dominierenden Trend. Nur Elektronik- und Transportindustrie setzen abweichend vom oben genannten Ranking den Trend „Digitalisierung, Individualisierung und Beschleunigung“ als Prio 1 vor „Ökologie und Nachhaltigkeit“ als Prio 2. Das Bedürfnis nach mehr „Ökologie und Nachhaltigkeit“ ist nicht neu, hat aber nach einer längeren Entwicklungsphase in den letzten Jahren reale Wirksamkeit erlangt und wird diese in den nächsten Jahren weiter verstärken.

„Ökologie und Nachhaltigkeit“ beschreiben den Wunsch vieler Menschen nach mehr „Natürlichkeit“ oder nach einem besseren Einklang von Natur und Wirtschaft. Hinter diesem Megatrend versammelt sich eine Vielzahl von Themen, die auch einzeln die aktuelle Diskussion bestimmen. Hierzu gehören unter anderem:

  • der Schutz des Klimas
  • ein schonenderer Umgang mit den globalen Ressourcen
  • die Verwendung „natürlicherer“ Rohstoffe und Produktionsverfahren

Aus den Trends resultieren Anforderungen an die Kundenbranchen der chemischen Industrie, die sie wiederum als Anforderungen an den Vorlieferanten chemische Industrie weitergeben. Die Studie beschreibt diese Anforderungen.

Kontext der Studie

„Chemie ist Zukunft." Damit diese Aussage auch morgen noch gilt, hat der VCI drei Studien in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse sollen helfen, die Zukunftsfähigkeit der Branche am Standort Deutschland zu sichern:

Mehr zum Thema

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Dr. Hans-Jürgen Klockner

E-Mail: klockner@vci.de