Bericht über das Datenjahr 2014

Responsible-Care-Bericht 2015

Dieser Bericht erläutert die Ergebnisse der Responsible-Care-Datenerhebung aus dem Jahr 2015 über das Jahr 2014. Die VCI-Datenumfrage entstand auf Grundlage der deutschen und internationalen Key Performance Indikatoren (KPI) für Responsible Care. Die Daten sind Gegenstand einer Validierung durch den TÜV Rheinland im Rahmen eines Audits über das deutsche Responsible-Care-Programm. Daten aus dem gesetzlich vorgeschriebenen PRTR-System des Umweltbundesamtes ergänzen die Berichterstattung. Der Bericht wird zum dritten Mal vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeitsinitiative Chemie³ veröffentlicht.

Responsible-Care-Bericht 2015

Broschüre
20 Seiten / DIN A4

Zielgruppe:
Mitgliedsunternehmen, breite Öffentlichkeit

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Vorwort

Jahr für Jahr beschreibt die chemische Industrie in ihrem Responsible-Care-Bericht die Entwicklung von Umweltschutz, Gesundheit und Sicherheit. Der vorliegende Bericht infomiert über die Fortschritte in den sechs Handlungsfeldern, auf der Grundlage von Daten über das Jahr 2014.

2016 wird Responsible Care (RC) in Deutschland 25 Jahre alt. Im März 1991 führte die Branche ihre Leitlinien „Chemie und Umwelt“ in das deutsche Responsible-Care-Programm über. Der VCI folgte damit dem britischen und dem französischen Chemieverband mit einem nationalen RC-Programm, musste jedoch nicht bei null anfangen. Denn mit „Chemie und Umwelt“ war bereits über Umweltschutz berichtet worden.

Mit Responsible Care änderte sich jedoch einiges: Die Daten, die für die Berichterstattung zusammengetragen wurden, orientierten sich nun an Vorgaben des Weltchemieverbandes ICCA. Sie wurden transparenter, valider und nachvollziehbarer. Seit einigen Jahren wird das deutsche RC-Programm von externen Auditoren validiert und testiert. Und noch eines hatte sich durch Responsible Care verändert: Ab sofort waren nicht mehr allein die Geschäftsführer, sondern alle Mitarbeiter der chemischen Industrie in die Verantwortung genommen, den Umweltschutz, den Gesundheitsschutz und die Sicherheit an ihren Arbeitsplätzen zu verbessern.

25 Jahre Responsible Care bedeuten zweierlei: einerseits den traditionellen Rückblick auf eine Idee, die erfolgreich zum Alltag in den Betrieben wurde. Und andererseits den Blick auf die künftige Entwicklung mit all ihren Herausforderungen für Klimaschutz, Sicherheit, Umwelt und Gesundheit. Dabei zeigt sich, dass Responsible Care in den Unternehmen ein wichtiger und konkreter Beitrag zu Nachhaltigkeit geworden ist. Neben die beständige Verbesserung der Leistungsfähigkeit der Unternehmen in den klassischen Handlungsfeldern von Responsible Care tritt künftig das Bestreben, durch RC auch zukunftsfähiger denn je zu werden. Eine lohnende Aufgabe für die nächsten 25 Jahre verantwortlichen Handelns.

Über diesen Bericht

Mit dem Responsible-Care-Bericht genügt der VCI seinen Berichtspflichten aus den deutschen und internationalen Leitlinien. Ergänzend wird über wesentliche Entwicklungen im Rahmen der Inititative berichtet.

Der Bericht wird zum dritten Mal vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeitsinitiative Chemie veröffentlicht. Mit Chemie³ will die deutsche chemische Industrie ihre Beiträge zur Nachhaltigkeit darlegen. Responsible Care deckt dabei die ökologischen Aspekte von Chemie³ weitgehend ab und liefert darüber hinaus weitere einzelne Beiträge zu ökonomischen oder sozialen Aspekten der Nachhaltigkeitsinitiative.

Daten aus dem gesetzlich vorgeschriebenen PRTR-System des Umweltbundesamtes (UBA) zu Umweltemissionen ergänzen diesen Bericht. Sie sind in Bezug auf die Grundgesamtheit der chemischen Industrie einvernehmlich mit dem UBA angepasst. Damit soll die Vergleichbarkeit mit früheren freiwilligen Datenerhebungen verbessert werden. Die Anpassung bezieht sich wesentlich auf die Einbeziehung der Chemieparks und von deren Emissionsdaten. Im amtlichen Register werden diese Chemieparks nicht der chemischen Industrie, sondern anderen Branchen zugeordnet.

Der Bericht umfasst folgende Aspekte:

  • Nachhaltigkeit und Responsible Care
  • Dialog
  • Managementsysteme
  • Anlagensicherheit
  • Werkfeuerwehren
  • Transport von Chemikalien
  • Arbeitsunfälle
  • Produktverantwortung
  • Wassernutzung
  • Energieverbrauch
  • Nanomaterialien

Für die inhaltliche Ausrichtung der nationalen Responsible-Care-Programme ist die Responsible Care Global Charta des internationalen Chemieverbands ICCA wegweisend, die im Jahre 2006 veröffentlicht. Eine überarbeitete Version wurde im Oktober 2015 auf der ICCM-4 in Genf vorgestellt.

Nachhaltigkeit und Responsible Care

Für die inhaltliche Ausrichtung der nationalen Responsible-Care-Programme ist seit 2006 die „Responsible Care Global Charter“ des internationalen Chemieverbands ICCA wegweisend. In dieser Charta wird Responsible Care als wichtiger Beitrag der Branche zur Nachhaltigkeit gesehen. Dies drückt sich auch in der internationalen Beischrift zum Logo aus: „RC – Our commitment to Sustainability“.

Mit einer im Oktober 2014 vorgestellten neunen „Global Charter, passte der ICCA die Leitlinien den aktuellen Entwicklungen bei der internationalen Nachhaltigkeitsdebatte an und bezog zusätzliche Aspekte wie „Security“ oder die „Global Product Stradegy“ ein. Sie richtet sich an global tätige Chemieunternehmen und wurde im Oktober 2015 der Internationalen Chemikalien-Management-Konferenz ICCM-4 des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) vorgestellt. Vorstandsvorsitzende von rund 100 weltweit tätigen und führenden Unternehmen wurden um ihre Unterschrift unter die neue „Global Charter“ gebeten, darunter auch zahlreiche VCI-Mitgliedsunternehmen. Insgesamt haben 17 VCI-Mitgliedsfirmen diese Charta unterzeichnet.

Die Umsetzung der Leitlinien zu Responsible Care unterscheidet sich von Kontinent zu Kontinent und ist abhängig davon, wie Sustainability verstanden wird. Dabei spannt sich das Verständnis von „Nachdrücklichkeit/Ernsthaftigkeit/Beständigkeit“ zum auch in Deutschland üblichen Begriff der Nachhaltigkeit als der nachhaltigen zukunftsverträglichen Entwicklung.

Der VCI hatte bereits 1994 öffentlich eine solche Position zu Sustainable Development bezogen und als einer der ersten Branchenverbände auf den ausgewogenen Dreiklang von Wirtschaftlichkeit, Umweltschutz und gesellschaftlichen Belangen hingewiesen. Dieser Ansatz von Nachhaltigkeit stand aus Sicht der RC-Fachleute als Dach über der klassischen Leistungsinitiative Responsible Care. Insofern wurde Responsible Care in Deutschland nicht als Synonym für Nachhaltigkeit aufgefasst, sondern stets als konkreter Beitrag zur Nachhaltigkeit verstanden.

Die Bedeutung dieses Ansatzes ist unter dem Dach der Nachhaltigkeitsinitiative Chemie³ wichtiger denn je. Denn mit Responsible Care können die Chemieunternehmen aller Größen konkret belegen, dass sie verantwortlich entscheiden und handeln. Auch wenn sich die Leistungsinitiative RC im Alltag auf die Aspekte Umweltschutz, Arbeits- und Gesundheitsschutz, Sicherheit, Security und Standort-Dialog bezieht, so kann hiermit seit fast einem Vierteljahrhundert belegt werden, was sich verändert oder verbessert hat. Hierzu tragen die Daten dieses Berichtes bei.

Datenlage und Methodik

Der Responsible-Care-Bericht basiert auf überwiegend zwei Quellen:

  • Der Datenerhebung des VCI bei den Mitgliedsunternehmen des Verbandes und
  • einer Sonderauswertung von Daten des deutschen PRTR-Registers in Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt.

Die vom VCI erhobenen Daten decken im mehrjährigen Mittel über 75 Prozent der Belegschaftsstärke der Mitgliedsunternehmen des VCI ab. Dies entspricht im mehrjährigen Mittel mehr als 600 Standorten beziehungsweise rund 400 bis 500 Unternehmen. Die Beteiligung an der Datenerhebung für 2014 lag deutlich über der Beteiligung der Vorjahre.

Bei der Auditierung des vorherigen Berichts haben die Auditoren bereits einige Gründe genannt, weshalb eine breite Datenerhebung eine Herausforderung darstellt. Sie schrieben: „Der VCI bewegt sich mit seinem Programm der RC-Datenerhebung in einem strukturellen Umfeld, das für die Datenvalidität und –zuverlässigkeit durch einige erhebliche Herausforderungen gekennzeichnet ist, die sich aufgrund laufend wechselnder Grundgesamtheit ergeben. Letztere resultieren aus einem kontinuierlichen Struktur- und Organisationswandel in der chemischen Industrie, insbesondere mit den Parametern:

  1. laufende Konsolidierungen bzw. Änderungen der Organisations- und Rechtsform in der Industrie;
  2. laufende Weiterentwicklung der Chemieparks;
  3. laufende personelle Veränderungen bei den Zuständigkeiten für Responsible Care in den Mitgliedsunternehmen."

Im internationalen Vergleich bleibt die Beteiligung von Unternehmen an der RC-Datenerhebung in Deutschland gleichwohl hoch. Schwankungen der zurückliegenden Jahre können auf die heterogene Zusammensetzung der VCI-Mitgliedschaft zurückzuführen sein. Denn in der Mitgliedschaft des VCI finden sich zahlreiche Unternehmen, die in anderen nationalen RC-Programmen bereits zur Lieferkette zählen und nicht mehr zur klassischen chemischen Industrie.

Die Daten des Umweltbundesamtes sind auf Grundlage einer Sonderauswertung für den VCI repräsentativ für die Chemie in Deutschland und schließen die Chemieparks ein.

Valide und nachvollziehbar

Der TÜV Rheinland hat nach umfangreicher Prüfung für das deutsche Responsible-Care-Programm das sogenannte „Eingeschränkte Testat" erteilt. Damit wird dem VCI bescheinigt, dass seine Datenerhebung für Responsible Care und die Umsetzung des Programms nachvollziehbar und schlüssig sind. Der Verband erfüllt somit erneut eine wesentliche Anforderung des internationalen Chemieverbandes ICCA an die nationale RC-Umsetzung. Das vollständige Testat ist Bestandteil des Berichtes 2015 (Seite 13).

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Dipl.-Ing. Bernd Berressem

E-Mail: berressem@vci.de

Martina Schönnenbeck

E-Mail: schoennenbeck@vci.de