Auswirkung einer industriepolitischen Kurskorrektur quantifiziert

Wirtschaftspolitik für Innovation und Investitionen könnte deutsches Inlandsprodukt um über 80 Milliarden Euro in 2030 steigern

Berechnung von VCI/Prognos zeigt alternativen Entwicklungspfad bis 2030 auf ++ Gegenüber „Weiter-so-Politik“ könnte das deutsche Inlandsprodukt im Jahr 2030 um 86 Mrd. Euro (+2,6%) höher liegen ++ Chemiebranche würde 600 Mio. Euro (+10%) mehr investieren; die Forschungsbudgets der Branche könnten sogar um 900 Mio. Euro (+7%) steigen.

Ergebnis einer Berechnung des Forschungsinstituts Prognos für den VCI: Durch einen Mix aus Maßnahmen, die ein günstigeres Umfeld für Innovationen und Investitionen schaffen, ließen sich Bruttoinlandsprodukt, Einkommen der Bürger und Produktion der Industrie bis 2030 gegenüber dem Status quo deutlich steigern. - Foto: © Marco2811 - Fotolia.com
Ergebnis einer Berechnung des Forschungsinstituts Prognos für den VCI: Durch einen Mix aus Maßnahmen, die ein günstigeres Umfeld für Innovationen und Investitionen schaffen, ließen sich Bruttoinlandsprodukt, Einkommen der Bürger und Produktion der Industrie bis 2030 gegenüber dem Status quo deutlich steigern. - Foto: © Marco2811 - Fotolia.com

Der deutschen Wirtschaft geht es derzeit gut, aber das ist kein Garant für die Zukunft. Deshalb sollte die nächste Bundesregierung die Weichen für künftiges Wachstum stellen und eine wirtschaftspolitische Kurskorrektur zur Stärkung von Innovationen und Investitionen vornehmen, betont der Verband der Chemischen Industrie (VCI). Bruttoinlandsprodukt, Einkommen der Bürger und Produktion der Industrie lassen sich durch einen Mix aus Maßnahmen gegenüber dem Status quo deutlich steigern. Das zeigt eine Modellrechnung des Forschungsinstituts Prognos für den VCI. Sie ergänzt die gemeinsame Analyse aus dem letzten Jahr, wie sich die chemisch-pharmazeutische Industrie bis 2030 entwickeln wird.

Kurt Bock - Foto:
Kurt Bock - Foto: © BASF SE
„Ein positives Umfeld für Innovationen und Investitionen kombiniert mit effizienter Regulierung und Augenmaß in der Energiepolitik setzt Kräfte frei, die die gesamtwirtschaftliche Leistung Deutschlands mobilisieren. Das schafft langfristig Wohlstand für Deutschland“, unterstreicht VCI-Präsident Kurt Bock.






Den Berechnungen liegen folgende Kernannahmen zugrunde:

  • Bund, Länder und Gemeinden erhöhen die Ausgaben für die Verbesserung der Infrastruktur und die Förderung von Bildung und Forschung.
  • Eine für alle Unternehmen geltende steuerliche Forschungsförderung, technologieoffene Projektförderung und ein leichterer Zugang zu Wagniskapital regen zusätzliche Innovationen in der Wirtschaft an.
  • Der Bund beteiligt sich zukünftig an den Kosten der Energiewende. Durch den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien entstehen keine zusätzlichen finanziellen Belastungen für die Verbraucher. Dadurch verbessert sich die Planungssicherheit für die Investitionen energieintensiver Unternehmen.
  • Der Abbau von regulatorischen Innovations- und Investitionshemmnissen erhöht die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft.

Was eine Kurskorrektur bewirken kann

Eine Änderung der industriepolitischen Rahmenbedingungen würde bei den Unternehmen zusätzliche Innovationen und Investitionen anregen. Der technologische Fortschritt würde dadurch beschleunigt. Neue Technologien fänden in der Industrie rasch Anwendung. Der Anlagenpark wäre effizienter, produktiver und wettbewerbsfähiger. Dies könnte die Wirtschaftsleistung in Deutschland beflügeln: Nach den Berechnungen von Prognos würde die jährliche Wachstumsrate des BIP um 0,2 Prozentpunkte steigen. Dann läge das Bruttoinlandsprodukt 2030 um 86 Milliarden Euro (+2,6%) über dem Basisszenario, das jährlich erwirtschaftete BIP je Einwohner wäre 2030 real 1.100 Euro höher als in der Basisprognose. Die Produktion der Industrie fiele rund 3 Prozent höher aus.

In der innovationsstarken chemisch-pharmazeutischen Industrie würde die wirtschaftspolitische Kurskorrektur besonders große Früchte tragen: Unter den veränderten Rahmenbedingungen liegen die Investitionen der Chemie-unternehmen im Jahr 2030 um rund 600 Millionen Euro (+10%) und die Forschungsbudgets um mehr als 900 Millionen Euro (+7%) höher. Die Chemieproduktion läge im Jahr 2030 um 3,5 Prozent über dem Basisszenario. Das Pharmageschäft und die Spezialchemie profitieren in der Modellrechnung besonders stark, während die Basischemie wegen der im internationalen Vergleich hohen Rohstoffkosten bis 2030 trotz der besseren Rahmenbedingungen kaum wachsen würde. Das attraktivere Investitionsklima befördert die Energieeffizienz der Produktion. Dadurch sänke der Energieverbrauch der Branche bis 2030 um mehr als 5 Prozent. Die zusätzlichen Investitionen in Anlagen und Forschung können einen wertvollen Beitrag zur langfristigen Wettbewerbsfähigkeit des Chemiestandorts Deutschland leisten.

Die Modellrechnung zeigt, so der VCI, dass sich ein positives Umfeld für Innovationen und Investitionen für Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt auszahlt. VCI-Präsident Bock: „Alle Parteien sollten daran denken, wenn sie um das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger werben und politische Verantwortung für das Land in der nächsten Legislaturperiode übernehmen wollen: Industriepolitik ist Zukunftspolitik für Deutschland.“

Grafik: Auswirkungen kluger Industriepolitik - Klick auf's Bild führt zu jpg-Datei in druckfähiger Auflösung!
Grafik: Auswirkungen kluger Industriepolitik - Klick auf's Bild führt zu jpg-Datei in druckfähiger Auflösung! © VCI

Grafiktext: Durch einen Mix aus Maßnahmen, die ein günstigeres Umfeld für Innovationen und Investitionen schaffen, ließen sich Bruttoinlandsprodukt, Einkommen der Bürger und Produktion der Industrie bis 2030 gegenüber dem Status quo deutlich steigern. Dies hat das Forschungsinstitut Prognos errechnet. Eine innovationsstarke Branche wie die Chemie würde von einer solchen wirtschaftspolitischen Kurskorrektur besonders profitieren.

Hinweise:
Diverse Formate der oben dargestellten Infografik finden Sie in unserer Mediathek.
Die vollständigen Alternativszenarien zur VCI-Prognos-Studie „Die deutsche chemische Industrie 2030 - Update 2015/2016" finden Sie im Download-Bereich im Kopf dieser Seite.

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Der VCI vertritt die wirtschaftspolitischen Interessen von rund 1.700 deutschen Chemieunternehmen und deutschen Tochterunternehmen ausländischer Konzerne gegenüber Politik, Behörden, anderen Bereichen der Wirtschaft, der Wissenschaft und den Medien. Der VCI steht für mehr als 90 Prozent der deutschen Chemie. Die Branche setzte 2016 rund 185 Milliarden Euro um und beschäftigte über 447.000 Mitarbeiter.

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Ansprechpartner

Stud. Ass. Manfred Ritz

E-Mail: ritz@vci.de