Bericht des VCI zur wirtschaftlichen Lage der Branche im 1. Quartal 2016

Weniger Chemieumsatz trotz mehr Produktion

Chemieproduktion im Vergleich zum Vorquartal um 2,2 Prozent gestiegen ++ Preise für Chemieerzeugnisse um 1,3 Prozent gesunken ++ Branchenumsatz um 0,9 Prozent zurückgegangen ++ Prognose für 2016: Chemiegeschäft bleibt schwierig.

Der VCI zur akutellen Chemiekonjunktur: Der Jahresauftakt 2016 ist für die Branche durchwachsen ausgefallen. Der VCI rechnet für 2016 weiter mit einem Anstieg der Chemieproduktion um 1 Prozent. Wegen deutlich sinkender Erzeugerpreise geht er von einem Rückgang des Umsatzes um 1 Prozent auf 187 Millarden Euro aus. © VCI
Der VCI zur akutellen Chemiekonjunktur: Der Jahresauftakt 2016 ist für die Branche durchwachsen ausgefallen. Der VCI rechnet für 2016 weiter mit einem Anstieg der Chemieproduktion um 1 Prozent. Wegen deutlich sinkender Erzeugerpreise geht er von einem Rückgang des Umsatzes um 1 Prozent auf 187 Millarden Euro aus. © VCI

Der Jahresauftakt 2016 ist für die chemisch-pharmazeutische Industrie durchwachsen ausgefallen. Das geht aus dem aktuellen Quartalsbericht des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) hervor. Die Produktion in Deutschlands drittgrößter Industriebranche legte demnach von Januar bis März im Vergleich zum schwachen Vorquartal deutlich zu. Gleichzeitig gingen die Erzeugerpreise aber unter anderem wegen des niedrigen Ölpreises kräftig zurück. Dadurch sank der Branchenumsatz, obwohl die industriellen Kunden im In- und Ausland ihre Produktion ausweiteten und dafür mehr Chemikalien benötigten. Den Chemieunternehmen machte im ersten Quartal außerdem ein steigender Importdruck nach Deutschland und Europa zu schaffen.

VCI-Präsident Marijn Dekkers sagte zur konjunkturellen Lage der Branche: „Das Chemiegeschäft wird auch in diesem Jahr schwierig werden. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und Europa kommt bislang nur eingeschränkt bei unseren Unternehmen an. Die Exporte in wichtige Märkte wie USA, China, Russland oder Brasilien laufen schwächer als im Vorjahr. Außerdem setzt sich der Preisrückgang fort. Das alles spricht gegen eine kurzfristige Belebung.“

Prognose

Der VCI rechnet für 2016 weiterhin mit einem Anstieg der Chemieproduktion um 1 Prozent. Da die Erzeugerpreise aber voraussichtlich um 2 Prozent sinken werden, geht der Branchenumsatz um 1 Prozent auf 187 Milliarden Euro zurück.

Produktion

Die Chemieproduktion ist im ersten Quartal auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. Im Vergleich zum Vorquartal betrug der Zuwachs 2,2 Prozent und gegenüber Vorjahr 0,6 Prozent. Die Kapazitätsauslastung lag bei 83,6 Prozent.

Erzeugerpreise

Die Preise für Chemikalien sind im ersten Quartal 2016 um 1,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal gesunken. Das Preisniveau für chemische Erzeugnisse hat damit ein neues Rekordtief erreicht. Im Vergleich zum Vorjahr waren die Produkte der Branche 1,4 Prozent günstiger.

Umsatz

Aufgrund der Preisrückgänge war der deutsche Chemieumsatz von Januar bis März 2016 zum dritten Mal in Folge rückläufig. Trotz Nachfragebelebung gaben die Branchenerlöse im Vergleich zum Vorquartal um 0,9 Prozent und im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 Prozent nach.

Beschäftigung

Im ersten Quartal 2016 ist die Zahl der Arbeitsplätze in der Chemie zum ersten Mal seit 2009 gesunken. Die Branche beschäftigt derzeit 444.000 Mitarbeiter. Das sind 0,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Hinweis:
Den vollständigen VCI-Quartalsbericht 1/2016, die beiden Hauptgrafiken daraus als jpg-Dateien in druckfähiger Quallität sowie eine Übersicht mit den endgültigen offiziellen Chemie-Kennzahlen für 2015 finden Sie im Downloadbereich im Kopf dieser Seite.


Der VCI vertritt die wirtschaftspolitischen Interessen von mehr als 1.650 deutschen Chemieunternehmen und deutschen Tochterunternehmen ausländischer Konzerne gegenüber Politik, Behörden, anderen Bereichen der Wirtschaft, der Wissenschaft und den Medien. Der VCI steht für mehr als 90 Prozent der deutschen Chemie. Die Branche setzte 2015 rund 189 Milliarden Euro um und beschäftigte über 446.000 Mitarbeiter.

Kontakt: VCI-Pressestelle, Telefon: 069 2556-1496, E-Mail: presse@vci.de
Hinweis: Nachrichten des VCI auch auf Twitter: http://twitter.com/chemieverband

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Ansprechpartner

Dipl.-Pol. Oliver Claas

E-Mail: claas@vci.de