Chemieverband drängt auf bessere Vernetzung europäischer Verkehrswege

Transitland Deutschland braucht grüne Welle

Deutschland muss seiner Rolle als europäischer Verkehrsknotenpunkt besser gerecht werden. Voraussetzung für den Erhalt der deutschen wie europäischen Wirtschaftsstärke sind effiziente und konzeptionell vernetzte Verkehrswege. Der reinen Erkenntnis in der Politik muss nun nach Ansicht des VCI auch die Umsetzung folgen: So müssen Seehäfen besser an das Hinterland angebunden und Eisenbahn und Binnenschiff durch zusätzliche Knotenpunkte gestärkt werden.

Der VCI drängt auf bessere Vernetzung der europäischen Verkehrswege - Foto: © Fotolia XXV - Fotolia.com
Der VCI drängt auf bessere Vernetzung der europäischen Verkehrswege - Foto: © Fotolia XXV - Fotolia.com

Deutschland muss seiner Rolle als europäischer Verkehrsknotenpunkt besser gerecht werden. Darauf wies Gerd Deimel, Sprecher der Initiative Verkehrsinfrastruktur im Verband der Chemischen Industrie (VCI), heute in Brüssel vor der Presse hin. Eine leistungsfähige und gut ausgebaute Infrastruktur im Transitland Deutschland sei deshalb für den Wirtschaftsstandort Europa von herausragender Bedeutung: „Um die deutsche und europäische Wirtschaftsstärke auch künftig zu erhalten, ist die Industrie zwingend auf effiziente, konzeptionell vernetzte Verkehrswege angewiesen. Daher sind Investitionen in die Infrastruktur dringend notwendig. Das hat die Politik verstanden. Wir haben also weder in Europa noch in Deutschland ein Erkenntnisproblem, sondern wir brauchen jetzt eine Umsetzungsoffensive“, betonte Deimel.

Der Sprecher der VCI-Verkehrsinfrastrukturinitiative sieht mehrere strategische Ansätze, damit die Verkehrsnetze wettbewerbsfähig bleiben. So müssten die Seehäfen besser an das Hinterland angebunden werden, da die Industrie auf einen zuverlässigen, flächendeckenden An- und Abtransport ihrer Waren auch in größerer Entfernung zum Seehafen angewiesen ist. „Deshalb brauchen wir durchgehende Anbindungen von den europäischen Häfen an das europäische Hinterland“, sagte Deimel. Für die deutsche chemische Industrie spiele auch die Anbindung an die Häfen der Westküste, Antwerpen und Rotterdam, eine wichtige Rolle.

Außerdem müssten Eisenbahn und Binnenschiff gestärkt werden, in dem man zusätzliche Knotenpunkte in Deutschland einrichtet, die die verschiedenen Verkehrsträger miteinander verknüpfen. Von der Politik forderte Deimel, hierfür die Voraussetzungen zu schaffen. Denn dann könnte die chemische Industrie ihre Pläne schneller umsetzen und ihre Transporte noch viel stärker als bisher auf die Schiene und die Binnenwasserstraßen verlagern.

Als einen wenig effizienten Weg bezeichnete Deimel die Umlagerung von Geldern aus dem Infrastrukturprogramm „Connecting Europe Facility“ in den europäischen Investitionsfonds EFSI. „Damit werden quasi die Investitionen in die grenzüberschreitende Verkehrsinfrastruktur verringert. Unter Umständen könnte dies das ‚Aus‘ der europäischen Mitfinanzierung für einige deutsche Infrastrukturprojekte bedeuten“, warnte Deimel. Davon könnten besonders grenzüberschreitende Verkehrsverbindungen und Lücken im Schienennetz betroffen sein. Aus Sicht der deutschen Chemieindustrie dürfe die EU keinesfalls die Fehler Deutschlands wiederholen und ihre Verkehrswege auf Verschleiß fahren.

Mehr zum Thema
Die wichtigsten Argumente und Positionen des VCI zum Thema Verkehrsinfrastruktur


Der VCI vertritt die wirtschaftspolitischen Interessen von mehr als 1.650 deutschen Chemieunternehmen und deutschen Tochterunternehmen ausländischer Konzerne gegenüber Politik, Behörden, anderen Bereichen der Wirtschaft, der Wissenschaft und den Medien. Der VCI steht für mehr als 90 Prozent der deutschen Chemie. Die Branche setzte 2014 über 190 Milliarden Euro um und beschäftigte 444.800 Mitarbeiter.

Kontakt: VCI-Pressestelle, Telefon: 069 2556-1496, E-Mail: presse@vci.de
Hinweis: Nachrichten des VCI auch auf Twitter: http://twitter.com/chemieverband

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Monika von Zedlitz

E-Mail: zedlitz@vci.de