VCI zum G20-Gipfel in Osaka

Perspektive für De-Eskalation des Handelskrieges schaffen

VCI hofft, dass sich die G20 in Osaka gemeinsam zu offenen Märkten, fairem Wettbewerb und einheitlichen internationalen Regeln bekennen. ++ Ziel sollte eine substanzielle Reform der WTO im Sinne einer stabilen Welthandelsordnung sein ++ Überlegungen zu einer Digitalsteuer dürfen nicht zu Doppelbesteuerungen und administrativen Mehrbelastungen führen - nur international koordinierter Konsens ist sinnvoll.

Der VCI hofft, dass sich die G20 in Osaka gemeinsam zu offenen Märkten, fairem Wettbewerb und einheitlichen internationalen Regeln bekennen. - Bild: © G20
Der VCI hofft, dass sich die G20 in Osaka gemeinsam zu offenen Märkten, fairem Wettbewerb und einheitlichen internationalen Regeln bekennen. - Bild: © G20

VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann sagte: „Wir sind besorgt über die derzeitige Entwicklung. Die Konflikte der USA mit China, der EU und anderen Ländern haben große Unsicherheit erzeugt. Entscheidungen der Unternehmen über Investitionen sind schwerer kalkulierbar, und global organisierte Wertschöpfungsketten müssen neu justiert werden. Dadurch hat sich das Wachstum der Weltwirtschaft bereits abgeschwächt. Jetzt gilt es, diesem Trend ein politisches Signal entgegenzusetzen.“

Die chemisch-pharmazeutische Industrie in Deutschland ist international stark verflochten, die USA und China sind ihre wichtigsten außereuropäischen Handelspartner. Das Exportvolumen der Branche für beide Märkte belief sich 2018 zusammen auf über 30 Milliarden Euro. Die Importe von Chemikalien und Arzneistoffen summierten sich auf 17,5 Milliarden Euro.

Der VCI hofft, dass sich die G20 in Osaka gemeinsam zu offenen Märkten, fairem Wettbewerb und einheitlichen internationalen Regeln bekennen. Gemeinsames Ziel der G20 sollte eine substanzielle Reform der WTO sein, um den Weg zu einer stabilen Welthandelsordnung zu ebnen.

Utz Tillmann
Utz Tillmann © VCI / René Spalek
Tillmann: „Die G20 haben es in der Hand, diesen Prozess voranzutreiben. Er muss zu neuen Regeln führen, die einen friedlichen Wettbewerb der politischen Systeme in einer vernetzten Weltwirtschaft ermöglichen.“








Als wichtiges positives Signal in Zeiten zunehmender Handelskonflikte sieht der VCI die für das Wochenende vorgesehene Unterzeichnung des Freihandelsabkommens zwischen der EU und Vietnam. Der VCI plädiert dafür, das Abkommen rasch zu ratifizieren. Hoffnung mache zudem die in greifbarer Nähe befindliche politische Einigung auf das EU-Mercosur-Freihandelsabkommen. Mit beiden Abkommen würde die EU ihre internationale Handlungsfähigkeit deutlich unterstreichen.

Ebenfalls Thema auf dem Gipfel ist eine weltweite Steuerrevolution. Die OECD arbeitet an einer grundlegenden Reform, welche die Besteuerung von digitalen Konzernen in den Blick nimmt. Hier ist aus Sicht des VCI nur ein international koordinierter Konsens sinnvoll. Die Digitalsteuer dürfe auf keinen Fall zum finanzpolitischen Bumerang werden, denn eine Neuordnung der Besteuerung treffe auch die Industrieunternehmen und deren digitale Geschäftsmodelle. „Die Bundesregierung muss sich im Rahmen des Gipfels dafür einsetzen, dass neue Regeln nicht zu Doppelbesteuerungen und administrativen Mehrbelastungen führen. Das würde die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten deutschen Industrie schwächen“, betonte Tillmann.

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