Sinkende EEG-Umlage 2019: Nur eine Haushaltsfinanzierung kann EEG-Kosten dauerhaft senken

Die minimale Entlastung beim EEG ist teuer erkauft

Minimale Entlastung bei EEG-Umlage ist dem gestiegenen Börsenpreis für Strom geschuldet ++ Insgesamt wird Strom für Industrie nicht billiger, sondern teurer ++ Ursache: Kombination aus höheren Börsenstrompreisen, teureren Emissionshandelszertifikaten und steigenden Kosten für die Stabilisierung der Netze 2019 ++ Nur alternative Finanzierung des EE-Ausbaus über den Bundeshaushalt kann echte Entlastung für Verbraucher und Wirtschaft bringen.

Der VCI setzt sich für eine Finanzierung des weiteren Ausbaus erneuerbarer Energien über den Bundeshaushalt ein. - Foto: © lekcets - stock.adobe.com
Der VCI setzt sich für eine Finanzierung des weiteren Ausbaus erneuerbarer Energien über den Bundeshaushalt ein. - Foto: © lekcets - stock.adobe.com

Vor dem Hintergrund der leicht sinkenden EEG-Umlage für 2019 drängt der Verband der Chemischen Industrie (VCI) auf weitere Reformen des Gesetzes zum Ausbau erneuerbarer Energien (EEG). VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann sieht in der Senkung der Umlage auf 6,405 Cent keinen Grund zur Freude für Verbraucher und Wirtschaft: „Die minimale Entlastung bei der Umlage ist dem gestiegenen Börsenpreis für Strom geschuldet und damit teuer erkauft. Die Unternehmen sparen ein bisschen bei der Umlage, legen dafür aber beim Börsenstrompreis drauf. Insgesamt wird Strom für die Industrie nicht billiger, sondern teurer.“ Das liegt, laut Tillmann, an der Kombination aus höheren Börsenstrompreisen, teureren Emissionshandelszertifikaten und steigenden Kosten für die Stabilisierung der Netze 2019. Diese Kosten wüchsen deutlich stärker als die EEG-Umlage sinkt, so der VCI.

Laut Tillmann sind Energiepreise hierzulande weiter ein erheblicher Kostenfaktor für den Mittelstand der chemischen Industrie und ein Hemmschuh für Investitionen in neue Anlagen. Trotz der Umlagensenkung werden die EEG-Kosten der deutschen Chemie 2019 über 1,3 Milliarden Euro liegen, so der VCI-Hauptgeschäftsführer, der daher auf konkrete Schritte für Kostensenkung in der Energiepolitik drängt: „Die Bundesregierung sollte dem Thema bezahlbare Energie endlich Priorität einräumen. Der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien sollte über den Bundeshaushalt und nicht mehr durch die EEG-Umlage gefördert werden. Nur so kann es eine echte Entlastung von Verbrauchern und Wirtschaft geben.“

Tillmann wies darauf hin, dass die EEG-Umlage mittelfristig angesichts der ambitionierten Ziele der Bundesregierung für den Ausbau steigen dürfte. Dies habe auch die jüngste Untersuchung des IW ergeben. Mit einer alternativen Finanzierung durch den Haushalt wäre der Rückgang der Umlage schon für 2019 höher ausgefallen. Langfristig könnte eine Haushaltsfinanzierung dazu führen, dass mit dem Auslaufen der Förderung für bestehende Anlagen die EEG-Umlage auf null sinkt. „Damit erhalten die Unternehmen die dringend benötigte Planungssicherheit für ihre Investitionen“, unterstrich Tillmann.

INFOGRAFIK: Strompreise auf Rekordhöhe

Entwicklung der Strompreise für die Industrie (mittelspannungsseitig versorgte Industrie, inklusive Stromsteuer; Jahresverbrauch von 160 bis 20.000 MWh), 1998 bis 2018 (indexiert, 1998 = 100 %)

In den vergangenen 20 Jahren pendelten die Kosten für Beschaffung, Netzentgelt und Vertrieb von Industriestrom um ein in etwa gleichbleibendes Niveau. Die Kosten für Steuern, Abgaben und Umlagen dagegen stiegen erheblich: 1998 machten sie gerade einmal 2 Prozent der Gesamtkosten aus, heute ist es mehr als die Hälfte. - Copyright: VCI

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