VCI: Sichere und bezahlbare Stromversorgung unabdingbar

Kohlekommission muss Strukturbruch in der Industrie vorbeugen

VCI appelliert an Kohlekommission, Rücksicht auf die Situation der energieintensiven Unternehmen zu nehmen: Sie sind die Basis für das Funktonieren des Industriestandorts Deutschland und leisten wichtige Beiträge zum Klimaschutz. ++ Dazu sind sie auf sichere und bezahlbare Stromversorgung angewiesen. ++ Kohlekommission sollte klare Verantwortlichkeiten schaffen und konkrete Entscheidungen treffen. ++ Bessere Anreize für effiziente Kraft-Wärme-Kopplung würden Versorgungssicherheit erhöhen.

Der VCI warnt vor einem vorschnellen Kohleausstieg und appelliert an die Kohlekommission, klare Verantwortlichkeiten zu schaffen und konkrete Entscheidungen zu treffen, um Planungs- und Versorgungssicherheit für die Betriebe der energieintensiven Branchen in Deutschland zu erhalten. - Foto: © VCI/Angelika Becker
Der VCI warnt vor einem vorschnellen Kohleausstieg und appelliert an die Kohlekommission, klare Verantwortlichkeiten zu schaffen und konkrete Entscheidungen zu treffen, um Planungs- und Versorgungssicherheit für die Betriebe der energieintensiven Branchen in Deutschland zu erhalten. - Foto: © VCI/Angelika Becker

Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) fordert von der Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ anlässlich ihrer heutigen „Revierfahrt“ in Nordrhein-Westfalen Rücksichtnahme auf die Situation der energieintensiven Branchen.

VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann - Foto:
VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann - Foto: © VCI/Simone M. Neumann
VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann sagte: „Energieintensive Unternehmen sind die Basis für das Funktionieren des Industriestandorts Deutschland – gerade auch in NRW. Die Energieintensiven leisten mit innovativen Produkten wichtige Beiträge zum Klimaschutz, sind dazu aber auf eine sichere und bezahlbare Stromversorgung rund um die Uhr angewiesen. Hierzu muss die Kohlekommission viel deutlicher als bislang Stellung nehmen und durch geeignete Maßnahmen einem Strukturbruch vorbeugen.“

Kohlekraftwerke sicherten heute die Grundlast und sorgten für wettbewerbsfähige Strompreise, erläuterte Tillmann. Bei einem vorschnellen Kohleausstieg sehe er deshalb das Risiko einer Stromlücke und steigender Preise. Besonders ab 2021, wenn die restlichen Kernkraftwerke nach und nach vom Netz gehen, könne sich die Situation zuspitzen. An die Adresse der Kohlekommission gerichtet, sagte Tillmann: „Wir brauchen eine Lösung, die es Unternehmen ermöglicht, langfristig zu planen. Nur so können wir zugleich die Klimaschutzziele erreichen und die hiesigen Betriebe international wettbewerbsfähig halten. Wenn sich Planungssicherheit und Energieversorgung durch einen übereilten Kohleausstieg verschlechtern, wäre dies ein negatives Signal für die am Standort Deutschland tätige Industrie.“ Erneuerbare Energien ohne Speichertechnologien erbringen laut Tillmann noch nicht die nötige gesicherte Leistung, und auch Stromimporte aus dem Ausland könnten die drohende Lücke nicht schließen. Die Kohlekommission solle daher klare Verantwortlichkeiten schaffen und konkrete Entscheidungen treffen, um die Versorgungssicherheit zu erhalten.

Zudem plädierte Tillmann für bessere Anreize für effiziente Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK) in der Industrie. Durch den Erhalt und Ausbau von KWK könne die Industrie einen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten, was durch die hohe Effizienz der Anlagen auch dem Klimaschutz zugute komme.

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