Shutdown für die Branche kontraproduktiv und nicht gerechtfertigt

Industriebetriebe müssen offen bleiben!

15. Januar 2021 | Pressemitteilung

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Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) und der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) lehnen Forderungen nach einem Shutdown für die Branche vehement ab. Eine solche Maßnahme sei in jeder Hinsicht kontraproduktiv.

VCI und BAVC lehnen Forderungen nach einem Shutdown für die Branche mit dem Verweis auf die zentralen Beiträge, die die chemisch-pharmazeutische Industrie zur Eindämmung der Pandemie leiste, vehement ab. - Bild: © aaronn kaminski/EyeEm - stock.adobe.com
VCI und BAVC lehnen Forderungen nach einem Shutdown für die Branche mit dem Verweis auf die zentralen Beiträge, die die chemisch-pharmazeutische Industrie zur Eindämmung der Pandemie leiste, vehement ab. - Bild: © aaronn kaminski/EyeEm - stock.adobe.com

Da die chemisch-pharmazeutische Industrie zentrale Beiträge zur Eindämmung der Pandemie leiste – bei der Impfstoffproduktion, der Herstellung lebensnotwendiger Medikamente oder als wichtigster Vorlieferant für Diagnostika, Medizin- und Laborgerätehersteller – würde eine solche Maßnahme den Kampf gegen Corona erheblich schwächen. Außerdem sei das Schließen von Betrieben ökonomisch für das Industrieland Deutschland nicht zu verantworten. Ohne Lieferungen aus der Chemie stünde die gesamte Industrie und damit knapp 30 Prozent unserer Volkswirtschaft still, so VCI und BAVC.

VCI-Hauptgeschäftsfüherer Wolfgang Große Entrup. - Foto:
VCI-Hauptgeschäftsfüherer Wolfgang Große Entrup. - Foto: © VCI/Döring

Ein Herunterfahren der Betriebstätigkeit mache in Bezug auf die chemisch-pharmazeutische Industrie „absolut keinen Sinn“, betonte VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup. „Die Produktion in unseren Unternehmen muss weiterlaufen. Das geht nur, wenn dafür die Betriebe offen bleiben. Leistungen und Produkte unserer Branche sind gerade jetzt zur Bewältigung der Coronakrise und zum Schutz der Bürger vor einer Infektion unersetzlich. Impfstoffe und Desinfektionsmittel lassen sich nicht im Homeoffice herstellen.“ Das gelte ebenso für die Produktion von Schutzkleidung und Werkstoffen für Schutzmaßnahmen oder Wasch- und Reinigungsmittel für eine sorgfältige Hygiene als Bausteine, um die Pandemie in den Griff zu bekommen, so Große Entrup.

„Wer mitten in der härtesten Krise der letzten Jahrzehnte die Wirtschaft abschalten will, muss erklären, wie das Geld für die zahlreichen Hilfsmaßnahmen erwirtschaftet werden soll“, unterstrich BAVC-Hauptgeschäftsführer Klaus-Peter Stiller. „Die Unternehmen unserer Branche haben die Betriebe zu einem sicheren Ort in der Pandemie gemacht. Wir haben unsere ohnehin schon hohen Standards im Gesundheitsschutz weiter erhöht und kontinuierlich optimiert. Aber trotzdem wird es nicht gelingen, industrielle Produktion künftig von zu Hause zu erledigen. Statt über den Unsinn eines Homeoffice-Zwangs zu diskutieren, sollte der Staat dafür sorgen, dass auch seine Beschäftigten die Möglichkeit haben, von zu Hause zu arbeiten“, erklärte Stiller.

Die Chemie- und Pharmaindustrie hat sich auf die Pandemiebedingungen eingestellt: Die Branche hat zum Beispiel die Möglichkeit für 12-Stundenschichtsysteme geschaffen, umfassende Hygienekonzepte eingeführt, Mitarbeiter – wo immer möglich – ins Homeoffice geschickt, Dienstreisen auf das unbedingt notwendige Maß reduziert und den Geschäftsbetrieb so organisiert, dass die Ansteckungsgefahr am Arbeitsplatz minimiert wird. Mit den steigenden Infektionszahlen im Herbst sind die Maßnahmen noch intensiviert worden. „Unsere Unternehmen tun alles, um ihre Mitarbeiter und deren Familien zu schützen und um mitzuhelfen, das Infektionsrisiko einzugrenzen“, erklärt der Hauptgeschäftsführer des VCI.


Der VCI vertritt die wirtschaftspolitischen Interessen von über 1.700 deutschen Chemie- und Pharmaunternehmen sowie deutschen Tochterunternehmen ausländischer Konzerne gegenüber Politik, Behörden, anderen Bereichen der Wirtschaft, der Wissenschaft und den Medien. 2020 setzte die Branche knapp 190 Milliarden Euro um und beschäftigte rund 464.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

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