VCI-Präsident Bock zur Klimapfadestudie des BDI

Eine Herkulesaufgabe für die deutsche Volkswirtschaft

Die Klimaziele 2050 stellen die deutsche Volkswirtschaft vor große Herausforderungen, sagte VCI-Präsident Kurt Bock anlässlich der Präsentation der BDI-Studie „Klimapfade für Deutschland". Die Studie zeige, dass auch das 80-Prozent-Ziel schon große Anstrengungen erfordere, darunter enorme Forschungsaufwendungen und Investitionen, die ohne massive politische Fördermaßnahmen nicht zu stemmen seien. Auch mehr gesellschafltiche Akzeptanz sei nötig.

VCI-Präsident Kurt Bock unterstreicht, dass die Chemiebranche einen weltweit ambitionierten Klimaschutz unterstützt und daran intensiv mitarbeitet: „Wir tun das in zweifacher Weise – mit unseren innovativen Produkten und Technologien und in unserer eigenen Produktion, die wir immer energie- und ressourceneffizienter machen.“ - Foto: © BASF SE
VCI-Präsident Kurt Bock unterstreicht, dass die Chemiebranche einen weltweit ambitionierten Klimaschutz unterstützt und daran intensiv mitarbeitet: „Wir tun das in zweifacher Weise – mit unseren innovativen Produkten und Technologien und in unserer eigenen Produktion, die wir immer energie- und ressourceneffizienter machen.“ - Foto: © BASF SE

Der Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), Kurt Bock, hat auf den erheblichen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umbauprozess und den damit verbundenen hohen Investitionsbedarf hingewiesen, der aus der Klimapfadestudie des BDI hervorgeht. Bock sagte: „Die BDI-Studie zeigt, dass das Klimaschutzziel von 80 Prozent bis 2050 technologisch möglich ist, aber eine echte Herkulesaufgabe wird. Der Investitionsbedarf ist mit 1,5 Billionen Euro für die deutsche Volkswirtschaft eine riesige Herausforderung.“

Doch Geld alleine reiche nicht aus. Deutschland brauche zugleich innovative Lösungen für viele offene Fragen, so Bock weiter. Er wies darauf hin, dass schon das 80-Prozent-Ziel als untere Grenze des deutschen Klimaziels neben einem drastischen Umbau der Energieinfrastruktur gleichzeitig enorme Forschungsaufwendungen nach sich ziehen müsse. Viele der nötigen Maßnahmen seien nach heutigem Stand nicht wirtschaftlich und würden sich daher nicht allein über den Markt ergeben, sagte der VCI-Präsident: „Ohne massive politische Fördermaßnahmen sind die nötigen Investitionen betriebswirtschaftlich nicht abbildbar. Zudem brauchen wir eine breite gesellschaftliche Akzeptanzdebatte.“ Mehr Akzeptanz sei sowohl für die nötigen Ausgaben für den Klimaschutz als auch für einzelne Aspekte wie den Bau von Stromnetzen oder für CO2-emissionsfreie Fahrzeuge und Gebäude unerlässlich.

Das noch weiter gehende Szenario einer Reduktion um 95 Prozent bis zum Jahr 2050 sei aus Sicht der Studie unrealistisch. In einem solchen Szenario würde die Akzeptanz der Klimaschutzmaßnahmen durch deren erhebliche Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft in Frage gestellt.

Bock unterstrich, dass die Chemiebranche einen weltweit ambitionierten Klimaschutz unterstütze und daran intensiv mitarbeite: „Wir tun das in zweifacher Weise – mit unseren innovativen Produkten und Technologien, und in unserer eigenen Produktion, die wir immer energie- und ressourceneffizienter machen.“ Daher ist es laut Bock auch kontraproduktiv, wenn die Politik energieintensive Branchen überlaste: „Die Politik muss im Blick behalten, dass unsere Produkte häufig die Voraussetzung dafür schaffen, dass unsere Kunden Treibhausgase vermeiden können. Der Erhalt der internationalen Wettbewerbsfähigkeit durch Ausgleichsmaßnahmen zusätzlicher Kosten für energieintensive Branchen ist daher ein integraler Bestandteil einer erfolgreichen Klimapolitik.“

Kurzvideo zur BDI-Studie

Video zur BDI-Studie „Klimapfade für Deutschland" (2:34 Minuten) VCI

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