Recovery Plan der EU-Kommission

Green Deal zum Konjunktur- und Wachstumsprogramm ausbauen

Die europäische Kommission berät derzeit mit den EU-Mitgliedstaaten über ihren geplanten Recovery Plan, mit dem der wirtschaftliche Neustart der EU unterstützt werden soll. Christian Kullmann, Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), plädiert angesichts der Corona-Krise dafür, den Green Deal zu einem nachhaltigen Wachstumsprogramm auszubauen und soziale und ökonomische Aspekte stärker zu berücksichtigen.

Die Europäische Kommission arbeitet derzeit an einem Recovery Plan vor, mit dem der wirtschaftliche Neustart der EU unterstützt werden soll. - Foto: © VCI/Daniel
Die Europäische Kommission arbeitet derzeit an einem Recovery Plan vor, mit dem der wirtschaftliche Neustart der EU unterstützt werden soll. - Foto: © VCI/Daniel

Kullmann ruft in diesem Zusammenhang zu einer gemeinsamen europäischen Aufbaupolitik sowie zur Solidarität mit Italien und Spanien bei der Bewältigung der wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Krise auf.

„Damit der Green Deal Wachstumskräfte freisetzen kann, braucht es eine Strategie, die Ökologie und Wirtschaft gemeinsam voranbringt“, sagt Kullmann. „Die EU sollte daher den Green Deal weiterentwickeln zu einem nachhaltigen Wachstumsprogramm für die Wirtschaft. Das kann nur gelingen, wenn auch die sozialen und wirtschaftlichen Aspekte gleichermaßen berücksichtigt werden und nicht nur einseitig die Ökologie im Mittelpunkt steht. Europa braucht jetzt Unternehmertum und Anreize, nicht Dirigismus und Verbote.“

VCI-Präsident Christian Kullmann - Foto:
VCI-Präsident Christian Kullmann - Foto: © Frank Preuss/Evonik
Nur ein wirtschaftlich und sozial starkes Europa könne wichtige Akzente im Klimaschutz setzen, fügt Kullmann hinzu: „Unser Blick richtet sich dabei besonders auf Südeuropa. Gerade dort müssen die Menschen jetzt erleben und erfahren, dass Europa in der Krise zusammensteht.“

In einem erweiterten Green Deal sollten die Strategien zur Stärkung und zur Transformation der Industrie und zur Digitalisierung zusammengeführt werden. Kullmann: „Wir brauchen einen Ansatz aus einem Guss: Nur dann bietet sich die Chance, Innovationen, Investitionen, Wertschöpfung und Arbeitsplätze in der EU auszubauen. Das ist unerlässlich, um die hohen Ambitionen im Umwelt- und Klimaschutz umsetzen zu können.“ Die Wertschöpfung in der EU lasse sich nur durch eine Stärkung des Standorts steigern, nicht durch Protektionismus.


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