Abkommen von Paris ist ein diplomatischer Erfolg, die Vereinbarungen im Detail aber wenig substanziell

Für Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit bleibt noch viel zu tun

Nach Ansicht von VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann fährt die Welt auch nach dem Gipfel beim Klimaschutz mit zwei Geschwindigkeiten: Die EU habe erhebliche Vorleistungen erbracht und weiter die höchsten Ziele. Der Rest der Welt wolle auch Klimaschutz, mache aber nur das, was wirtschaftlich vertretbar sei. Das Abkommen biete somit keine Grundlage für Deutschland und die EU, die Ziele und Maßnahmen zum Klimaschutz noch weiter zu verschärfen. Die EU müsse nun bei der Reform des Emissionshandels einen wirksamen Schutz vor Carbon Leakage einbauen.

VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann zum Ergebnis des Klimagipfels von Paris: „Die Lehre aus Paris lautet: Isolierte Maßnahmen wie in Europa bringen global betrachtet wenig." - Foto: © VCI / René Spalek
VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann zum Ergebnis des Klimagipfels von Paris: „Die Lehre aus Paris lautet: Isolierte Maßnahmen wie in Europa bringen global betrachtet wenig." - Foto: © VCI / René Spalek

Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) bezeichnet das heute in Paris beschlossene Kimaschutzabkommen als diplomatischen Erfolg vor allem für Frankreich. Dass so viele Staaten wie noch nie ihre Unterschrift unter ein Abkommen gesetzt haben, ist für VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann ein Zeichen, dass weltweit das Bewusstsein für Klimaschutz gewachsen ist. Die konkreten Vereinbarungen seien aber wenig substanziell und führten nicht zu einer Minderung des globalen Treibhausgasausstoßes.

Tillmann sagte: „Für den globalen Klimaschutz und die Wettbewerbsfähigkeit Europas bleibt auch nach Paris noch sehr viel zu tun. Auch mit dem Abkommen fährt die Welt beim Klimaschutz mit zwei Geschwindigkeiten: Die EU hat durch strenge Regeln erhebliche Vorleistungen erbracht und weiter die höchsten Ziele. Der Rest der Welt will auch Klimaschutz und macht nur das, was wirtschaftlich vertretbar ist. Beim Mindern von CO2 müssen die Länder außerhalb Europas aufholen. Das Abkommen bietet keine Grundlage für Deutschland und die EU, die Ziele und Maßnahmen zum Klimaschutz noch weiter zu verschärfen.“

Tillmann erläuterte, die EU habe bereits ein sehr viel ambitionierteres Klimaziel als alle anderen Industrieregionen. Sie verfolge Klimaschutz unabhängig von den Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft. In anderen Ländern hat auch nach Paris wirtschaftliches Wachstum Priorität: Viele Industrieländer mindern viel weniger als die EU, Schwellenländer wie China und Indien werden den Ausstoß von Treibhausgasen sogar noch deutlich steigern. Tillmann erklärte: „Die Lehre aus Paris lautet: Isolierte Maßnahmen wie in Europa bringen global betrachtet wenig. Leider hat die europäische Industrie trotz des Abkommens weiter erhebliche Nachteile im internationalen Wettbewerb. Der Trend zu einer Verlagerung von Produktion und Investitionen ist erkennbar. Den sollte die EU aufhalten, indem sie bei der Reform des Emissionshandels einen wirksamen Schutz vor Carbon Leakage einbaut.“

Die chemische Industrie in Deutschland hat zwischen 1990 und 2013 ihre Treibhausgas-Emissionen um 49 Prozent gesenkt, während sie ihre Produktion im gleichen Zeitraum um 60 Prozent gesteigert hat.

Mehr zum Thema


Der VCI vertritt die wirtschaftspolitischen Interessen von mehr als 1.650 deutschen Chemieunternehmen und deutschen Tochterunternehmen ausländischer Konzerne gegenüber Politik, Behörden, anderen Bereichen der Wirtschaft, der Wissenschaft und den Medien. Der VCI steht für mehr als 90 Prozent der deutschen Chemie. Die Branche setzte 2015 über 190 Milliarden Euro um und beschäftigte 447.000 Mitarbeiter.

Kontakt: VCI-Pressestelle, Telefon: 069 2556-1496, E-Mail: presse@vci.de
Hinweis: Nachrichten des VCI auch auf Twitter: http://twitter.com/chemieverband

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Sebastian Kreth

E-Mail: kreth@vci.de