Chemie-Mittelstand fordert in Memorandum Kostenstopp für die Energiewende

Förderung für Neuanlagen sofort aussetzen

Rund 200 mittelständische Unternehmen der Chemie fordern diese Sofortmaßnahme von der Bundesregierung, bis eine grundlegende Reform des EEG realisiert ist. Eine weiter steigende EEG-Umlage schwächt die Investitionskraft der Unternehmen und gefährdet Arbeitsplätze. Mehr als neunzig Prozent aller Chemie-Unternehmen zahlen die volle EEG-Umlage. Doch auch die Regelungen für umlagebefreite Unternehmen müssen bestehen bleiben, damit Investitionen in Deutschland weiterhin möglich sind.

Kostenstopp für Energiewende! Worlée-Chemie u. basi Schöberl mit Fallbeispielen aus Chemie-Mittelstand. © VCI/Darchinger
Kostenstopp für Energiewende! Worlée-Chemie u. basi Schöberl mit Fallbeispielen aus Chemie-Mittelstand. © VCI/Darchinger

Der Mittelstand der Chemischen Industrie hat von der kommenden Bundesregierung einen sofortigen Kostenstopp bei der Energiewende gefordert. Reinhold von Eben-Worlée, Vorsitzender des Ausschusses selbständiger Unternehmer im Verband der Chemischen Industrie (VCI), stellte in Berlin ein von rund 200 Unternehmen unterzeichnetes Memorandum des Chemie-Mittelstands vor. Danach hat sich das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) mittlerweile zu einer gefährlichen Kostenlawine für alle Verbraucher und besonders für kleine und mittlere Betriebe der Branche entwickelt.

Von Eben-Worlée, Geschäftsführender Gesellschafter der Worlée-Chemie GmbH in Hamburg, sagte: „Die Energiewende droht vor die Wand zu fahren, wenn die Politik nicht gegensteuert. Die weiter steigende EEG-Umlage wirkt wie eine Sondervermögensteuer für energieverbrauchende Unternehmer. Das schwächt unsere Investitionskraft und gefährdet Arbeitsplätze. Bis zu einer grundlegenden EEG-Reform fordern wir daher von der neuen Bundesregierung als Sofortmaßnahme ein Aussetzen der Förderung von Neuanlagen.“ Ein weiterer Preisanstieg für den Ausbau erneuerbarer Energien sei für den Chemie-Mittelstand nicht hinnehmbar, so von Eben-Worlée.

In seinen Forderungen unterstützt wurde er durch Ingo Nawrath, Geschäftsführer der basi Schöberl GmbH & Co. KG aus Rastatt. Laut Nawrath belegen die Kostenanstiege in jüngster Zeit, dass das EEG in seiner heutigen Form ausgedient habe. Nawrath sagte: „Eine EEG-Reform muss die Belastung für alle Verbraucher eindämmen, erneuerbare Energien in den Markt integrieren und EU-kompatibel sein. Wenn die Energiewende so wie heute organisiert bleibt, arbeitet sie gegen energieintensive Unternehmen wie basi Schöberl, die auf eine Grundlast-Versorgung zu bezahlbaren Preisen angewiesen sind.“ Nawrath machte sich dafür stark, dass energieintensive Betriebe nicht stärker belastet werden. Falls die nächste Bundesregierung die Härtefallregelung beim EEG abschafft, wird basi Schöberl laut Nawrath durch Mehrbelastung von mehreren Millionen Euro keine neuen Investitionen in Deutschland tätigen. „Die Mehrkosten gefährden auch unsere Kunden, die wiederum ihren Standort Deutschland dann in Frage stellen müssen“, sagte Nawrath.

Das von über 200 Unternehmen des Chemie-Mittelstandes getragene Memorandum zur Energiewende finden Sie im Downloadbereich im Kopf dieser Seite (PDF, 4 Seiten). Ebenso steht dort ein Fotoset sowie die ausführlichen Statements von Reinhold von Eben-Worlée und Ingo Nawrath zum Herunterladen bereit.

Die Worlée Chemie GmbH mit Sitz in Hamburg erzielte 2012 einen Umsatz von rund 115 Millionen Euro und beschäftigt mehr als 250 Mitarbeiter. Das energieintensive Unternehmen ist nicht von der EEG-Umlage befreit und zahlt derzeit 460.000 Euro an EEG-Kosten sowie rund 160.000 Euro an weiteren energiegebundenen Abgaben ohne Netznutzungsentgelte. Diese Kosten machen zusammen mehr als die Hälfte der Gesamtkosten für Strom des Unternehmens aus.

basi Schöberl GmbH und Co. KG mit Sitz in Rastatt erzielte 2012 einen Umsatz von 30 Millionen Euro und beschäftigt 125 Mitarbeiter. Das energieintensive Unternehmen zahlt an seinem Standort in Frankreich keine EEG-Umlage. Die Stromkosten des deutschen Standortes von basi Schöberl liegen laut Unternehmen ungefähr 300 Prozent höher als bei seinem französischen Standort.

Der VCI vertritt die wirtschaftspolitischen Interessen von mehr als 1.650 deutschen Chemieunternehmen und deutschen Tochterunternehmen ausländischer Konzerne gegenüber Politik, Behörden, anderen Bereichen der Wirtschaft, der Wissenschaft und den Medien. Der VCI steht für mehr als 90 Prozent der deutschen Chemie. Die Branche setzte 2013 über 190 Milliarden Euro um und beschäftigte rund 438.000 Mitarbeiter.

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