VCI lobt Vorstoß der EU-Kommission für einen Energiebinnenmarkt

Energieunion große Chance für die Energiewende

Aus Sicht des VCI ist die "Energieunion" ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem effizienten EU-Binnenmarkt für Energie. Wichtige Fragen wie Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit könnten hier besser adressiert werden. Allerdings müsse das Thema Klimaschutz über die Grenzen des Kontinents hinaus gedacht werden. So regt der VCI an, auf G20-Ebene über eine einheitliche Lösung auf Basis des EU-Emissionshandels zu diskutieren.

Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) hat die heute von der EU-Kommission vorgestellte „Energieunion“ als wichtigen Schritt auf dem Weg zu einem effizienten EU-Binnenmarkt für Energie begrüßt. VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann erklärte: „Die EU hat richtig erkannt, dass viele Probleme der Energieversorgung, die uns auch in Deutschland beschäftigen, nur europaweit gelöst werden können. Die Energieunion ist daher eine große Chance auch für die deutsche Energiewende. Fragen wie Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit, an denen wir uns national seit Jahren ohne große Fortschritte abarbeiten, können auf EU-Ebene innerhalb eines echten Energiebinnenmarkts besser adressiert werden.“

Tillmann hob vor allem die Pläne der Kommission für mehr Wettbewerb in den Energiemärkten und zur Entwicklung einer größeren Unabhängigkeit gegenüber externen Wirtschaftskrisen hervor. Allerdings weise der Entwurf für die Energieunion auch die Tendenz auf, zu sehr in den Grenzen des Kontinents zu verharren. So ordne die Kommission das Thema Klimaschutz immer noch nicht in den notwendigen globalen Rahmen ein, was in der Wirtschaft zu einer einseitigen Belastung Europas führe. Tillmann betonte: „Die Energieunion bedeutet zwar richtig, dass Energiepolitik nicht national, sondern europäisch ausgerichtet sein sollte. Was aber fehlt, ist der Zusatz, dass Klimapolitik nicht nur europäisch, sondern global umgesetzt werden muss.“ Wenn sich dieser Gedanke durchsetze, könne die deutsche Chemie die Energieunion voll unterstützen.

Tillmann regte an, die Diskussion über eine Lösung für den globalen Klimaschutz auf G20-Ebene zu führen. Dort seien die größten Emittenten und wichtigsten Industrie- und Schwellenländer vertreten. In diesem Kreis eine einheitliche Regelung für den Klimaschutz zum Beispiel auf Basis des EU-Emissionshandels zu etablieren, sei Erfolg versprechender als mit 197 Staaten im UN-Prozess einen Konsens zu finden. Zudem würden so neben mehr Klimaschutz auch gleiche Wettbewerbsbedingungen für die wichtigsten Wirtschaftsnationen geschaffen.


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