Brexit-Abstimmung im britischen Unterhaus

Der Handlungsdruck bleibt hoch

Auch, wenn das britische Unterhaus für das Austrittsabkommen mit der EU stimmt, bleibt ein harter Brexit möglich. Um diesen zu verhindern, müssen jetzt schnellstmöglich Verhandlungen über das zukünftige Verhältnis von EU und Vereinigtem Königreich beginnen. Großbritannien sollte möglichst eng mit der EU und ihrem Binnenmarkt verzahnt bleiben.

Ende Januar 2020 möchte Großbritannien aus der EU austreten. - Foto: © freshidea/stock.adobe.com
Ende Januar 2020 möchte Großbritannien aus der EU austreten. - Foto: © freshidea/stock.adobe.com

Das britische Unterhaus wird am Freitag erneut über das Austrittsabkommen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich abstimmen. Wolfgang Große Entrup, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), hofft, dass die neuen Mehrheitsverhältnisse zu einer Ratifizierung und raschen Fortschritten führen: „Nach einem Go aus dem britischen Parlament sollte die EU alle Restzweifel beseitigen, indem sie das Austrittsabkommen ebenfalls zügig ratifiziert.“

Zeit- und Handlungsdruck bestehe auch beim nächsten Schritt: „Es müssen jetzt schnellstmöglich Verhandlungen über das zukünftige Verhältnis zwischen Brüssel und London beginnen. Das Vereinigte Königreich sollte auch weiterhin möglichst eng mit dem europäischen Binnenmarkt verzahnt bleiben.“ Die Überlegung Boris Johnsons, eine Übergangsfrist auszuschließen, könne die Verhandlungen in die Sackgasse führen, so Große Entrup. „Kein Szenario sollte frühzeitig ausgeschlossen werden.“

Wenn sich die EU und das Vereinigte Königreich nicht rechtzeitig auf ein Abkommen einigen können, würde der harte Brexit nach aktuellem Verfahrensstand Anfang 2021 Realität. Große Entrup warnt daher: „Ein ungeregelter Brexit wäre trotz intensiver Vorbereitungen unserer Unternehmen ein schwerer Schlag für die Branche.“ Das Vereinigte Königreich ist der achtgrößte Handelspartner und einer der wichtigsten Märkte in der EU für die deutsche chemisch-pharmazeutische Industrie. Die Verflechtung ist sehr groß, nimmt seit 2015 aber ab. Exporte und Direktinvestitionen sind rückläufig, die Bedeutung als Produktionsstandort nimmt ab. Dagegen steigerte Großbritannien die Bestände seiner Direktinvestitionen in der deutschen Chemie.


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